Etwas nicht gesagt zu haben, wofür es inzwischen schon zu spät ist. Ein Gedanke, der auch Ray Kinsella nicht fremd ist. Doch erst mal sagt Ray nichts, er hört. Auf seiner Farm, im Maisfeld, eine Stimme. Diese bringt ihn dazu, ein Baseballfeld auf seinem Stück Land zu errichten. Nicht wenige halten dies für eine verrückte Idee, doch taucht eines Abends ein Spieler auf dem Feld auf, der schon seit längerem nicht mehr unter den Lebenden weilt.
Und so entspinnt sich ein Mix aus Märchen, Fantasy, Melodrama und all dies nicht frei von Kitsch. Die Perspektive ist eine männliche, von manch rituellen Gesten geprägt, aber ausreichend abgefedert. Es bleibt eine Geschichte von Vater und Sohn, die Damen in Person von Rays Frau Annie und seiner Tochter sind letztlich Beiwerk, wenn auch gut unterstützendes. Wobei Annie noch einen lautstarken Auftritt hat, der die Hippiegrundierung des Paars hervorhebt, ein Thema, das man nebenher noch einfließen lässt, aber nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Neben Kostner in der Hauptrolle sticht insbesondere James Earl Jones heraus. Sein erst desillusionierter Autor ist mit die lebendigste Figur in diesem Reigen von Erscheinungen, unter denen sich auch Ray Liotta und Burt Lancaster befinden. Überhaupt ist der Cast durchweg gut zusammengestellt.
Der Film etabliert schnell seinen märchenhaften Charakter, dem man sich auch ergeben sollte. „Feld der Träume“ erschließt sich nicht über Logik, nur über die Gefühlswelt, die kreiert wird. Dabei ist Baseball nur ein Stellvertreter, denn vorrangig geht es um Veränderung, unerfüllte Wünsche, Ideale und die eigene Einstellung. Und zuvorderst um eine Art Erlösung von etwas, das lange Zeit tief im Inneren schlummerte. Besieht man sich das Ende, scheint es dafür reichlich Bedarf zu geben.
Und ja, es wird schmalzig, gerade wenn es dem Finale entgegen geht. Doch manchmal drückt sowas auch die richtigen Knöpfe. Man muss allerdings schon Lust auf diese Mechanismen in „Feld der Träume“ haben, um diesen Anachronismus genießen zu können. Klar ist das spinnert und sentimental, aber eben doch charmant. Träumt weiter.