Wer einfach mal wieder eine recht anspruchslose Komödie sehen will, ist bei „Euro Trip“ genau richtig. Mit Witzen Marke „American Pie“ ziehen vier Amerikaner durch Europa und bedienen einige Klischees, diese aber recht unterhaltsam.
Gerade hat Scott seinen Schulabschluss geschafft, da macht seine Freundin Fiona mit ihm Schluss. Dies erzählt er per Mail seinem Brieffreund aus Deutschland. Als er ihm anbietet, doch mal vorbeizukommen bekommt Scott dies in den falschen Hals, da er denkt, Mike ist schwul. Doch Mike heißt eigentlich Mieke und ist eine gutaussehende Blondine, mit der es Scott sich erst mal verscherzt hat. Mit seinem Kollegen Cooper will Scott nach Berlin, um Mieke zurück zu gewinnen. Dabei erleben beide einige für sie fremde europäische Rieten. In Frankreich treffen sie dann noch ihre Freunde Jenny und Jamie. Über mehr als nur einen Umweg kommen sie schließlich nach Berlin...aber sind sie da überhaupt richtig?
OK, mal wieder eine Teenykomödie, mal wieder teilweise recht derbe Witze auf bekannten „American Pie“ Niveau. Na und? „Euro Trip“ macht Spaß und unterhält. Wenn vier Amerikaner durch Europa ziehen, kann dabei eigentlich nur gutes rauskommen, denn sie wissen, Paris ist ein Vorort von Berlin. Das amerikanische Weltbild über Europa (falls es überhaupt ein gibt) wird hier richtig durch den Kakao gezogen und fast jede Region in Europa bekommt ihr Fett ab. Doch nicht nur die Europäer werden auf die Schippe genommen, auch die Amerikaner selbst. Sex ist ja ein Tabuthema in den Staaten, so freuen sich die Jungs natürlich darauf, nach Europa zu kommen, das Land des Sexes, wo alles erlaubt ist.
Es sitzt zwar nicht jeder Gag, doch die meisten sind gelungen und gar nicht mal so platt, wie man denken würde. Die Darsteller sind sympathisch besetzt, wirklich bekannt ist nur Michelle Trachtenberg. Das deutsche Mädel spielt eine gewisse Jessica Boers, die man als Sänger der Gruppe Silver kennt. Viel Screentime hat sie nicht, sie dient eher als optische Vorlage.
Den besten Auftritt hat aber ein Waliser: Vinny „Die Axt“ Jones. Der ehemalige Fußballspieler, der immer mal wieder in diversen Film kleine Nebenrollen hat, hat hier die beste Rolle. Jones ist der Anführer einer Gruppe englischer Hooligans, die alles angreifen und zusammenschlagen, was sich bewegt. An diese Typen geraten Scott und Cooper und wenn sie nicht als Fanlied von Manchester United (Manchester wer??) singen können, sind sie dran.
Fassen wir zusammen, die Engländer sind Hooligans, die Franzosen eh ein Volk für sich. Die Niederländer sind ein Drogen- und Sexbesessenes Volk, im slowakischen Bratislava sieht es aus, als hätte es den Ende des Kommunismus nie gegeben.
Richtig witzig ist der Film aber nur im Original, da hier die Diskrepanz der verschiedenen Sprachen richtig zur Geltung kommt. Obwohl Scott seit einigen Jahren deutsch lernt, kann er recht wenig und wenn man seinen gegenüber falsch versteht, ist es nicht ganz leicht, nach Berlin zu kommen. Neben den groben Witzen, die deutsche Fassung ist wegen unserer Vergangenheit an einer gewissen Stelle mal wieder verstümmelt, biete der Film auch einiges für die männlichen Zuschauer. Tits and asses gibt es selbst in der deutschen Fassung genug und sollen natürlich nur verdeutlichen, wie freizügig wie Europäer doch sind im amerikanischen Vergleich.
So wird man knapp 90 Minuten recht amüsant unterhalten, wenn man eben nichts tiefsinniges erwartet. Und ab und zu muss auch dies mal sein.
Fazit: „Euro Trip“ ist eine recht unterhaltsame Komödie mit entsprechenden „American Pie“ Niveau. Die Witze zünden nicht immer, sind teilweise auch mal jenseits der Gürtellinie, doch der Film macht unheimlichen Spaß, wenn auch nur im Original, wo viele Witze einfach besser sitzen und man hier noch das Problem der Sprachbarriere hat. Wer sich mal zurücklehnen will und auch für etwas derbere Witze offen ist, ist hier goldrichtig.