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"Big Sister" is watching you! Amerika nach dem dritten Weltkrieg. Endzeit. Die Macht auf der Erde wird von einer gesichtslosen "Zentralkontrolle" ausgeübt. Mit Hilfe ihrer martialisch auftretenden Truppen, der "Sicherheitskontrolle", werden die Befreiungsbestrebungen eines versprengten Häufchens aufrechter Widerstandskämpfer brutal unterdrückt. Als eine Außerirdische mit einer Friedensbotschaft auf der Erde landet und in die Fänge der "Sicherheitskontrolle" gerät, wird sie von den Rebellen befreit. Nach endlosen Kämpfen der verfeindeten Parteien kann die Frau aus dem All schließlich die Rückreise zu ihrem Planeten antreten.
Regisseur Frank Harris, ehemaliger Reporter eines kalifornischen Fernsehsenders, produziert seit den frühen 80er Jahren amateurhafte Action-Filme für den internationalen Videomarkt. Die Drehbücher seiner Filme schreibt er meistens selbst, und häufig führt er auch die Kamera. Mit KILLPOINT drehte er 1984 seinen ersten Film. In den Hauptrollen waren Leo Fong, Richard Roundtree und Cameron Mitchell zu sehen. Auch in Aftershock sind mit Chris Mitchum, Russ Tamblyn und John Saxon drei veritable Darsteller des low budget Kinos dabei, die den Film aber nur für kurze Momente interessant machen. Wie so viele billige Endzeitfilme entstand auch Aftershock im Schatten von Industrieruinen, hier namentlich der "Kaiser Steel Plant" und der "Fontana Domtar Gypsum Paper Mill", doch die durch diese Locations angestrebte Endzeitstimmung will sich nicht so recht einstellen. Die profanen Ruinen bleiben einfach das, was sie sind: Überreste ehemaliger Industriekomplexe. Dem Klischee (und dem dünnen Scheckbuch des Produzenten) gehorchend, reichert Harris die völlig unsinnige "Geschichte" mit nicht enden wollenden Knallereien und Raufereien an, die aber dank der Knauserigkeit des Produzenten keinerlei Schauwerte entwickeln. Während die erwähnte Darsteller sich mit kleineren Rollen zufrieden geben mussten (oder für Hauptrollen zu teuer waren), quälen sich unfähige Chargen durch dusselige Dialoge ("Der Lebensmittelkrieg von 1998 hat 'ne Menge Opfer gefordert.") und langweilen mit ihren nichtssagenden Gesichtern. Insgesamt ist AFTERSHOCK ein Film mit geringem Unterhaltungswert, dem auch bei größtem Wohlwollen wenig positives abzugewinnen ist.
Trotz intensiver Recherche war der Kameramann des Films, der in den Credits unterschlagen wird, nicht zu ermitteln. Wahrscheinlich hat Harris wieder selbst die Kamera geführt. Im Abspann werden im Übrigen mehr als 80 Darsteller namentlich genannt.

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