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Anthologie Filme sind ja irgendwie immer eine zwiespältige Sache. Eine Film kann man ja mögen oder nicht, aber wenn man dann gleich mehrere Kurzstories in eine Rahmenhandlung zwängt ist mit fast absoluter Sicherheit einer oder mehrere Durchhänger mit dabei und Spuk am Lagerfeuer macht da keine Ausnahme. Angelegt sind die vier Geschichten als Western/Horror Kombination, wobei der Horror doch etwas kurz kommt, maximal Story zwei und zur Hälfte Nummer vier kann man in diese Sparte packen. Speziell die erste Geschichte hat aber mächtig unter der für einen 1990er Streifen doch sehr miesen Bildqualität zu leiden, vor allem weil diese komplett im Dunklen spielt.
Erstaunlicherweise ist hier die Rahmenhandlung der klare Gewinner, vor allem weil hier auch mit James Earl Jones und Brad Dourif die besten Darsteller am Start sind. Hier treffen mitten im nirgendwo der tiefsten Prärie der anzugtragende Lehrer und der undurchsichtige Kopfgeldjäger zusammen. Ich wäre zumindest etwas mißtrauischer wenn sich mitten in der Nacht aus dem Dunklen ein Fremder nähert und dieser als erste Aktion eine Leiche aus dem Sattel hievt, aber hier lernt man sich ein wenig kennen, was dann sogar zu einem Storytelling Contest bis in die Morgenstunden ausartet. Die beiden zusammen machen Laune und bekommen auch erfreulich viel Screentime und zeigen als Schlußgag, das die Fähigkeiten des selbsternannten Kopfjägers doch nicht so hoch sind, wie er gerne glaubt.
Die eigentlichen Kurzgeschichten waren doch eine ziemliche Enttäuschung, besonders die dritte ist ein reines Familiendrama, ohne jeden Bezug zum Horrorthema und gelinde gesagt eine Enttäuschung.
1) Ein Trapper reitet über einen Indianerfriedhof und kommt zu Tode
2) Ein Reiter trifft im Niemandsland eine einsame, schwangere Frau, deren Schwangerschaft eine unschöne Besonderheit hat und kommt zu Tode
3) Eine Familie bezieht ihr neues Heim mit Planwagen. Daddy schließt sich auf guter Nachbarschaft einem Lynchmob an, Tochter beobachtet und bockt, niemand kommt zu Tode, langweilig.
4) Duell der Pistoleros, Best of der Duellanten, der beste gewinnt, doch der Geist des Unterlegenen rächt sich und auch der Champ kommt zu Tode (man merkt bei den Themen eine gewisse repetitive Tendenz und Abnutzung).
Keine der Geschichtlein ist sonderlich eindrucksvoll, die zweite wenigstens ein wenig gemein und in der vierten fließt ein wenig Blut, aber berauschend ist das nicht, was Wayne Coe da als Scripter und Regisseur in einem hier geboten hat. Wenig überraschend ist dies auch der einzige Beitrag, den man von ihm auf der Mattscheibe bewundern darf. Außer für die harten Fans der beiden Hauptdarsteller seh ich aber keinen Markt für den sich eine Anschaffung lohnen könnte.
5/10

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