Review

Präsident Yuan steht kurz vor der Krönung, will aber vorher noch General Tsai Song Po [ Ling Yun ] ausgeschaltet haben. Dieser ist allerdings eine im Lande angesehene Respektsperson, die sich nicht so einfach und schon gar nicht mit öffentlicher Zustimmung beseitigen lässt; deswegen wird er auch nur in Beijing vom Investigation Bureau unter Leitung von Chief Hung [ Ku Feng ] und Captain Lin [ Tung Lam ] observiert.
In einem Täuschungsmanöver bringt eine extra dafür geschaffene Eskorte - bestehend aus Master Wu Wen Yuan [ Chen Kuan Tai ], Shen Shi Xian [ Wai Wang ], Wei Jin Bao [ Fan Mei Sheng ], Da Qiang [ Shut Chung Tin ] und Feng Hsieng [ Wong Chung ] - den General aus seiner misslichen Lage und befördert ihn in einer Kutsche Richtung Tianjin.
Mit der Armee immer auf den Fersen...

Five Tough Guys ist einer der Filme, die mehr Besetzung als Skriptideen aufweisen und dann den ganzen Personenüberschwang noch in eine relativ knappe Laufzeit quetschen; erstmal üppiger aussehen wollen als sie es tatsächlich sind und trotzdem schnell ins Stocken kommen. Und dann nicht mehr wissen wohin mit all der Komparsenschaft.
Die Ausgangsidee selber steht auf sehr unsicheren Beinen und hält nur notdürftig als Konstrukt her, da sie nicht mehr als ein Hinweistext darstellt und keinen eigenen Reiz entwickelt. Eine wirkliche Narration ist nicht gegeben, auch wenn man es durch die Einleitung vortäuschen will.

Dort wird die Vorstellung von Protagonisten und Gegenspieler angesetzt; alles recht knapp und nach dem Schema „eins führt zum anderen“ gehalten. Mehr ist auch weder für den Fortgang erforderlich noch interessant, allerdings kann man hierbei nicht mal vermeiden, dass gleich Zwei der Knallharten Fünf nicht sympathische Typen per se sind:
Wu schmeisst im Laufe des Filmes ständig sein Geld vor anderen Leuten in den Dreck, selbst wenn diese es redlich verdient und/oder einen rechtlichen Anspruch darauf haben. Und mischt sich auch überall ein, selbst wenn er gar nicht an der Reihe ist. Nicht die feine englische.
Wei dagegen hat es sehr mit der grossen Klappe und wenig dahinter; auch er nimmt es nicht so genau mit der Ehre, stopft sich den Bauch voll ohne Zahlen zu können und verprügelt als Zechpreller noch seine Bewirter. Ausserdem verärgert er mit dem ständigen Anpreisen seines noch nicht einmal existierenden Begleitservices, der mit der hiesigen Mission seine Werbung bekommt.
Die anderen sind bis auf Feng sehr blass und fallen überhaupt nicht auf; warum die Burschen einem ans Herz wachsen sollen wird ohne Erklärung also noch unplausibler.

Eine Erläuterung bezüglich des Grundes, warum der General unbedingt aus der Stadt raus muss, wo er doch genau da am sichersten ist, fehlt ebenfalls vollkommen. Gut, seine Soldaten brauchen ihn ja unbedingt; aber erst auf der Reise bekommen seine Feinde ja überhaupt die Chance ihn zu töten und genau darauf haben sie ja auch gewartet.
Auch die Finten mit zwei gleichzeitigen Doubles vom General zu seiner „Befreiung“ sind sehr hanebüchen gehalten und hätten ruhig etwas mehr Esprit seiten des Ideengebers aufweisen können; obendrein hier alles auch viel zu einfach und huschhusch geht. Da macht sich Autor Ni Kuang seine 62tes Drehbuch aber sehr leicht; für die folgenden 100 Titel soll wohl auch noch etwas über bleiben.

Gerade nachdem man sich die Gesichter beider Parteien trotz der Drängelei eingeprägt hat, wird nun anhand der 120km Wegstrecke die Statisterie langgezogen. Was aber nicht vermeiden kann, dass der Film seine schwächelnde Prämisse auch im Hauptteil nie richtig in den Griff bekommt und deswegen trotz der Kürze keine Fahrt aufnimmt.
Der Plot hat von Beginn an die Chance verpasst, vom Materiellen her sehenswert zu werden und bekommt keine zweite Möglichkeit mehr, dies über die formale Gestaltung aufzuholen.
Übler noch.
Die Flucht als sinnloser Gimmick zieht noch weitere haltlose Fügungen nach sich, so tauchen ganze zwei Checkpoints auf, und der General selber steigt ständig auf den Präsentierteller. Darüber hinaus verschlechtert sich die Bündigkeit noch mehr; die banale Durchschnittsinszenierung kann nun durch die Parklandschaft gar nichts mehr reissen.
Konnte man vorher durch die möbilierte Ausstattung der Stadt die Geschichte immerhin an allen Ecken eingrenzen und so durch die geographische Umrahmung mehr Eindruck verleihen, wird nun ein freigelegter Wald – und Wiesenklopper daraus; bei dem man sich tortz der Riesenweite der Gegend zufällig immer zur selben Zeit am selben Ort trifft. Die Welt als Dorf.
In dem es an dann zwar ziemlich rundgeht, aber das nicht mehr wirklich von Belang ist; wenn die rasch steigende Zahl der Actionszenen so gar kein stützendes erzählerisches Fundament hat. Auch hier versucht man es nämlich vorrangig über Fadenscheinigkeiten, so hat man später an einem eigentlichen Zufluchtsort nichts Besseres zu tun, als ein uraltes Duell wiederaufleben zu lassen und so in arrangierten Einzelkämpfen seine Zeit zu vergeuden und die eigentliche Aufgabe zu gefährden.

Die Kampfchoreogaphie von Lau Kar Wing und Wong Pau Gei ist zwar für das Alter in Ordnung, aber auch beileibe kein Selbstläufer und kann nicht allein den Film voranbringen. Und konnte man zu Beginn wenigstens jedesmal durch eine Zeitlupe betonen, wenn etwas in die Brüche ging, fehlt mittig ja noch zusätzlich das Inventar zum Akzentuieren.
Umso mehr auffallend das Ausbleiben des Schusswaffengebrauchs: Die Eskorte selber reist bis auf einen kleinen Speer unbewaffnet; eigentlich ein Unding angesichts der waffenstarrenden Feinde. Diese tragen dann zwar Gewehre und Pistolen, setzen diese aber aus irgendeinem ominösen Grund nur sehr sporadisch ein; auch sehr widersinnig, wenn der Gegner im Faustkampf weit überlegen ist.
Sicherlich wäre der Film dann noch schneller zu Ende; nachdem man ihn schon erst mit einem Kniff begonnen hat, kann man sich den direkten Ausstieg wohl nicht mehr leisten.

Hätte man mal gar nicht erst angefangen...

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