Review

Inhalt:

China, im Jahre 1915. Die manchurische Qing-Dynastie wurde 4 Jahre zuvor gestürzt, und eine bürgerliche Revolution führte zu einer Republik. Diese ist jedoch noch instabil-brüchig, und mit General Yuan Shih-Kai ist in Beijing ein Usurpator dabei, eine neue kaiserliche Dynastie installieren zu wollen, mit ihm selbst als absolutem Monarchen.

Der rechtschaffende General Tsai Song-Po (Ling Yun) ist die Hoffnung der republikanischen Kräfte, die Yuan Shih-Kai stoppen wollen. Der General ist in höchster Gefahr, und soll ausgeschaltet, sprich getötet werden. Dies soll Chief Hung (Ku Feng) mit seiner Geheim-Polizei (u.a. Tung Lin, Wang Ching) bewerkstelligen.

Zu seinem Schutz soll Tsai Song-Po in seine Heimat-Provinz verbracht werden, in die Stadt Tianjin, um dort das englische Konsulat erreichen. 5 mutige, wie kampffähige Männer, sollen Tsai nach Tianjin geleiten. Dies sind der KungFu-Fighter Wu Wen-Yuan (Chen Kuan Tai), dann Shen Shi-Xian ("Frankie" Wai Wang), Da Chiang (Shih Chung-Tien aka Shut Chung-Tin) und Wei Jin-Bao (Fan Mei Sheng), zu denen später noch der Student Feng Hsieng (Wang Chung) stößt. Sie sind starke KungFu-Kämpfer und republikanische Patrioten.

Doch nicht nur Kampfkraft ist gefragt, sondern auch Köpfchen: Um ihre gefährlichen Verfolger zu täuschen, die meinen, Tsai würde die Bahn nutzen, wird "Wild Dog" (Cheng Kang-Yeh) als Doppelgänger und Lockvogel verwendet. Dieser wird dann alsbald brutal erschossen. Tsai kann indes mit seinen berittenen Bodyguards in einer Kutsche entkommen. Ihr Weg ist voller Gefahren.

Es kommt zu etlichen Kämpfen, und schließlich zum Show-Down, auch gegen die mit der Geheimpolizei kollaborierenden Kräfte. Tsai und seine Männer erreichen Tianjin und das Konsulats-Viertel. Doch nun stellen sich kurz vor dem Ziel die mit Yuan Shih-Kai verbündeten Japaner den Patrioten entgegen, allen voran deren gefährlichster Fighter, Miyazaki (Omae Hitoshi).

Es kommt zum alles entscheidenden, brutalen Kampf...!

Kritik:

Also ich finde, man kann es als ein anderer Kritiker dieses Streifens hier mit ´Ultra-Plausibilität´ in der Handlung und ´Mega-Rationalität´ in den Handlungen der Akteure, auch übertreiben. Beides gibt es eher selten, weder in den Filmen aus Hongkong, noch aus Hollywood, und sogar selten im "richtigen Leben".

Im Jahre 1974 drehte Regisseur Pao Hsue-Li für die Studios der Shaw Brothers diesen insgesamt flott unterhaltenden, einfachen und actiongeladenen Eastern, mit dichtem Shaw-Star-Aufkommen und vielen knallharten KungFu-Fights. Einmal mehr die Hochglanz-Kulissen und -Sets der Shaw Brothers hier (dazu viel Outdoor in gut gewählten Landschaften und einer authentischen China-Town), die wieder die typische Atmosphäre geben, und in all dessen eine recht spannende Story um einen "von A nach B" zu verbringenden General und dessen Leibstandarte aus 5 patriotischen Helden. Die sind dann allerlei Gefahren und Schergen eines usurpatorisch-konterrevolutionären Generals ausgesetzt, was natürlich immer wieder für Fightaction in diesem Eastern sorgt. Das Ganze ist denn grundsolide umgesetzt, mit viel Star-Power ala Shaw Brothers, das Tempo ist hoch, und in nur 80 Minuten Laufzeit kommen keine Längen auf.

Klar, nun kann man Fragen stellen wie "Warum werden die nicht einfach erschossen, statt KungFu, wo die da doch überlegen sind?", oder oder oder. Aber wenn ich derlei in der anderen Kritik nicht gelesen hätte, hätte ich mir bei der Betrachtung eine solche Frage erst gar nicht gestellt, sondern -was ich auch trotzdem tat- die satte KungFu-Action genossen. Also man denkt als unvoreingenommener Eastern-Fan darüber nicht nach, wie z. B. auch bei "Die unschlagbaren Sieben" ("Seven Men Army", siehe mein Review auf dieser Webseite), genießt stattdessen die Star-Power, die Shaw-Atmosphäre, eine einfach-grundsolide Story und die vielen rasant-dynamischen KungFu-Fights. Das war ordentlich-flotte und unterhaltsame Eastern-Kost.

Haupt-Held, und einer der wichtigsten MegaStars der Shaw Brothers, hier ist Chen Kuan Tai, der die 5 Superfighter anführt. Er macht das lässig im Spiel und knallhart in den Fight-Sequenzen, schön Chen. An seiner Seite "Frankie" Wai Wang, der das Ensemble sonor-abgeklärter begleitet, Wang Chung als junger, studentischer Hitzkopf, Fan Mei Sheng ebenfalls etwas ungestümer, dafür ist dann Shih Chung-Tien (aka Shut Chung-Tin) wiederum gesetzter auftretend. So stimmt die Mischung im KungFu-Fighter-Quintett, und der Eastern- und Shaw Brothers-Fan ist in seinem Element. Die 5 spielen das solide und sind flink-kompetente Kämpfer.

Ling Yun ist der ´gute´ General, den es durchzubringen und rauszuhauen gilt, er macht das mit stoisch-ruhigem Spiel grundsolide.

Die Villains sind zahlreich, und lassen nichts unversucht, die Helden zu stoppen. Sie agieren entsprechend skrupellos-boshaft und verschlagen, allen voran Dauer-Schurke Ku Feng, und entsprechend ist ihr Spiel, ihre Mimik und ihr Auftreten. Den Vogel schießt am Ende der japanische Darsteller -die Japaner dürfen als Bösewichte einmal mehr nicht fehlen- Omae Hitoshi ab, der einen hünenhaften Ringer und Judoka abgibt, was dem Show-Down neben allem Drive noch eine spezielle Note verleiht.

Etliche bekannte Gesichter der Shaw Brothers sind denn in vielen Nebenrollen -was ist dagegen eigentlich einzuwenden?- zu sehen: Yang Chih-Ching, Wang Ching, Tung Lin, Shum Lo, Ching Miu, Cheng Kang-Yeh (dessen hier tragische Figur brutal geopfert werden muss) und zu entdecken -ganz kurz- sind noch Tino Wong und Fung Hak-On auf Seiten der Villain-Schergen. Die weibliche Rolle ist in diesem maskulin geprägten Actioner denn wenig gehalvoll: Lily Ho als Edel-Dirne mit zu viel MakeUp, was ihrer eigentlich natürlichen Attraktivität hier eher abträglich war.

Das Wichtigste ist die KungFu-Fightaction, die ehrlich gesagt nicht viel Neues von der KungFu-Front hier zu bieten hatte. Aber die Fights sind zahlreich, viel KungFu-Action, reelles KungFu, und die Kämpfe sind rasant-dynamisch von Lau Kar Wing und Huang Pei-Chih in Szene gesetzt. Chen Kuan Tai ist ein ausgewiesener Kampfkünstler, ihm allein schon zuzusehen macht Laune. Und das actiongeladene Finale rockt diesen einfach-routinierten Eastern dann noch ins Ziel.

Ein grundsolider KungFu-Actioner der Shaw Brothers, der den eingefleischten Eastern-Fan kompakt unterhält.

6/10.

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