Review


Inhalt:

Eine Stadt, mitten im China zur Zeit der Manchu-Dynastie. Master Tie Qiao San (Ti Lung) ist hier der Chef der Stadt-Miliz, leitet zusammen mit Master Lu (Chan Shen) die KungFu-Schule der "10 Guang Dong Tigers", ist in der Bevölkerung hoch angesehen als rechtschaffender Held, und er ist.... opiumabhängig!

Wieder hat Tie 2 Diebe in die Flucht geschlagen, und wird als Held gefeiert. Doch es droht Ungemach. In der Nachbarschaft der Kampf-Schule Tie´s und Lu´s eröffnet der äußerst zwielichtige Rong Feng (Chen Kuan Tai) zusammen mit Mo Tian (Ku Kuan Chun) und dem Leiter der rivalisierenden Kampf-Schule, Zheng Hong (Lee Hoi San) eine Opiumhöhle.

Opium war zu jener Zeit in China eine völlig legale Droge und der Konsum konnte offen vollzogen werden. Die Arbeiter des Reis-Silos befinden sich bereits in Abhängigkeit und die Arbeit leidet erheblich darunter.
Einer der Schüler Tie´s, Wang An (Ma Chao) wird durch die Opiumhöhle ebenfalls völlig abhängig, seine Familie begeht daraufhin Selbstmord und auch er nimmt sich das Leben. 2 weitere Schüler, Da Niu (Alan Chan), der Neffe Lu´s, und Gua Si (Robert Mak) können diesem Treiben nicht mehr zusehen.

Gua Si will die Opiumhöhle anzünden, und diese brennt fast vollständig nieder. Gua Si wird hierbei entdeckt, und von Rong Feng im Kampf schwer verletzt. Der zu Hilfe gerufene Tie stellt sich Rong zum Duell, doch macht sich hier der Drogenkonsum Tie´s bereits bemerkbar, die Bewegungen sind langsamer geworden, die Hände befällt bereits ein Zittern. Spielend kann Rong somit Tie besiegen und verletzen, schließlich wird Gua Si getötet.

Tie sieht ein, dass es mit seiner Drogensucht so nicht weiter gehen kann, und erhält Hilfe von einem alten Shaolin-Meister (Tang Chia). Dieser will nicht nur ein mörderisches KungFu-Training mit Tie durchziehen, sondern auch einen Drogen-Entzug mit Tie durchführen. Hierzu flüchten beide auf´s Land, und der Entzug wird natürlich für Tie zu einem fürchterlichen Leidensweg....

In der Stadt geschehen mittlerweile dramatische Ereignisse. Rong Feng bekommt die Stadt immer mehr in seine Gewalt. Neben der wieder errichteten Opiumhöhle bringt er auch das Reis-Silo in seine Hand. Dann muss auch der hilflose Lu die KungFu-Schule zum lächerlichen Preis von 100 Tael an Rong Feng abtreten.

Als schließlich auch noch die Freundin des ermordeten Gua Si, Xiao Cui (Lau Suet), die Tie Opium beschaffen will, getötet wird, und der mit Gangstern (u.a. Kuo Chui aka Philip Kwok) zusammenarbeitende Rong Feng auch noch Mo Tian in seiner Machtgier ermordet, eskaliert die Situation.

Als der Entzug gelungen, und ein mörderisches KungFu-Training abgeschlossen ist, fordert Tie Qiao San den skrupellosen Rong Feng zum Duell auf Leben und Tod heraus......


Fazit:

Sehr gut! Der Streifen "Opium and the kung fu master" ist ein spannender und auch ungewöhnlicher Eastern, ein KungFu-Spektakel, bunt und rassig in den exclusiven Sets der Shaw Brothers entstanden.

Minuspunkt ist, dass einige Szenen in den die Schüler Ti Lung´s etwas zu sehr rumalbern, und Robert Mak sich etwas begriffsstutzig anstellt, als er die schöne Lau Suet kennen lernen will, aber darüber sieht man hinweg, denn der Film ist ansonsten erste Sahne!
Absolut herausragend sind neben dem luxuriösen Set-Design der Shaw Brothers vor allem 3 Dinge:

1. Die Story. Diese ist flüssig erzählt und spannend. Der Spannungsbogen ist dicht gewebt, subtil wird erzählt, wie ein gerissener Verbrecher eine ganze Stadt für sich vereinnahmt und dies auch mit Hilfe einer Droge, die er ganz unverschämt offen verkaufen kann, tut, die Abhängigkeit seiner Konkurrenten dabei skrupellos ausnutzt.
Und wie zerstörerisch Drogen sein können, das zeigt Regisseur Tang Chia für einen Streifen dieser Gattung unverblümt offen.
Die Geschehnisse kulminieren..., in einem grandiosen Duell der beiden Shaw-MegaStars Ti Lung und Chen Kuan Tai, und dem fiebert der Fan entgegen..., und wird nicht enttäuscht.

2. Die Action. Es macht Spaß der Action zuzuschauen, rasant, trickreich und großartig choreographiert. Es macht einfach Spaß, diese knackige Action zu betrachten..., und das Duell von Ti Lung und Chen Kuan Tai ist natürlich der Höhepunkt in diesem Streifen.
KungFu und Waffenkampf, swordplay und bojutsu, der Kampf mit dem Stock, wechseln sich munter ab, und es sind wieder diese Trainings-Sequenzen mit den unvermeidlichen Holz-Pfählen, die einen Eastern-Fan begeistern.

3. Die Darsteller. Ti Lung ragt hier natürlich heraus..., seine Vielseitigkeit hinsichtlich Martial Arts..., sie sucht ihresgleichen und macht aus Ti Lung einen der größten Martial Arts Stars ever.
Und was zeigt er uns hier? Eine excelente darstellerische Leistung noch dazu..., er ist mehr als nur der harte Fighter. Er spielt eine drogenabhängige Figur, und er zeigt mit allen ihm zur Verfügung stehenden mimischen Mitteln, den Verfall dem so eine Person anheim fällt.

Dieser Film Tang Chia´s enthält keine politische Aussage..., zumindest keine direkte, es geht dem Regisseur nicht um Politik. Es ist immer noch ein Action-Film, ein Eastern, aber die Drogenproblematik, sie ist hier letztendlich mehr als angedeutet. Dies wird vor allem bei den Szenen deutlich, die die Entzugserscheinungen des Haupt-Characters den Ti Lung verkörpert, deutlich. Hier erspart Tang Chia dem Publikum für einen Film des Eastern-Genres herzlich wenig...
Ti Lung schreit rum, wälzt sich auf dem Boden, krümmt sich im Entzugs-Dilirium..., so sah ich ihn sonst nur in "The drug addicts".

Dies ist kein gesellschaftskritisch/politisch-ambitionierter Film, der die Drogenproblematik in allen Nuancen beleuchtet, und dessen Darsteller sich während der gesamten Laufzeit eines derartigen Films mit dieser mimisch auseinander setzen. Für einen Eastern aber sind die Entzugs-Szenen relativ heftig, und das spielt Ti Lung grandios.

Die anderen Charctere besitzen hingegen weniger Tiefe, dies ist aber auch nicht notwendig, der Streifen wäre sonst wohl für einen Eastern-Actioner überfrachtet gewesen, und das wollte Tang Chia sicher nicht.

So spielen die villains Chen Kuan Tai und Lee Hoi San ihre Rollen überaus solide, und gerade Chen Kuan Tai zeigt eine Wandelbarkeit, ob gut oder böse, er überzeugt immer in beidem. Und er fightet gewohnt kompetent..., gerade im Endkampf mit 2 kurzen Speeren die an jedem ihrer Enden eine Klinge haben und dies ist schon eine schwierige Waffe.
Auch der 2. villain, Lee Hoi San, hat hier eine schwierige Waffe..., 2 Tonfas. Das ist ja immer spektakulär...

"Opium and the kung fu master"..., ein gerade für die Spät-Phase der Shaw Brothers überraschend qualitativer und besonderer Eastern..., ich vergebe hervorragende, wenngleich knappe 9/10 Punkte!

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