Review

Wie es Herr Schneider ohne Schauspielunterricht im Vertrauen auf sein Naturtalent immer wieder schafft, die Massen an sich zu binden, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Zu den Vorgängern von JAZZCLUB enthalte ich mich jeden Kommentars. Da der Mann in JAZZCLUB auch noch Regie führt und im Trio mit Pete York und Jimmy Wood ein sehr brauchbares Jazzpiano spielt, war ich diesmal sicher, es nicht mit einem filmischen Misthaufen zu tun zu haben. Und in der Tat stecken in JAZZCLUB einige hübsche Ideen. Besonders hervorheben möchte ich Herrn Schneiders alias Teddy Shoe's Performance als Zeitungsbote. Wie er die nassen Lappen in die Kästen stopft, ist einfach toll. Leider wird die Szene im Laufe des Films am selben Schauplatz mehrmals wiederholt, sodass viel von der ursprünglichen Wirkung verloren geht. Wie auch eine entscheidende Schwäche des Films zu sein scheint, dass verschiedene Szenen an ihren jeweiligen Drehorten sich wiederholen und optisch nur leicht variiert werden. Das gilt für die Schlaflosigkeit im Ehebett ebenso wie für spätabendliche Fahrten mit der Straßenbahn. Da fehlt es einfach an Pisspfützen, Kotzlachen, verschmierten Sitzen und zerkratzten Scheiben ebenso wie an Betrunkenen, Drogendealern und minderjährigen Junkies. Helge Schneider scheint mental im Ruhrgebiet des 21. Jahrhunderts noch nicht angekommen zu sein und stilisiert seinen Jazzmusiker Teddy Shoe zum Inbegriff eines Härtefalles, was er strenggenommen eigentlich gar nicht ist.
Sein ewiger szenischer Antipode, der glücklose Pflasterverkäufer, wirkt auf die Dauer einfach nur lächerlich.

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