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Bill und Ted, zwei Kumpels aus San Dimas in Kalifornien, wollen eine Band auf die Beine stellen, hängen in der Garage ab und sind nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte. Das schlägt sich auch schulisch nieder, denn die Versetzung ist gefährdet, wenn sie beim anstehenden Geschichtsreferat nicht abliefern. Wie gut, dass sie Hilfe aus der Zukunft bekommen, aus der Rufus in einer Telefonzelle anreist und ihnen diese zur Vorbereitung des Referats überlässt.

Also sammeln die beiden Hoschis allerlei historische Gestalten ein, bandeln mit Prinzessinnen an und transportieren Napoleon und Co. in die USA der ausgehenden 1980er Jahre. Über Zeitreiseregeln wie „triff nicht auf dich selber“ oder „greif nicht in die Geschichte ein“ sollte man sich hier keine Gedanken machen, das bringt nichts. Und generell sollte man das hier nicht zu ernst nehmen, das war auch nie die Intention des von Stephen Herek inszenierten Streifens. Logiklöcher gibt’s frei Haus und alle Mitgenommenen arrangieren sich befremdlich schnell mit der Situation. So etwas wie einen Antagonisten gibt es nicht, sieht man von Teds Vater oder der ablaufenden Zeit selber ab.
Die Effekte sind nett, ein Mittel zum Zweck und vernachlässigbar. Bei den kurzen Stopps in der Historie sind die Kulissen durchaus nett, das Ganze hat insgesamt auch ein ordentliches Tempo und reißt die ganze Chose in knapp neunzig Minuten runter.

Was den Humor angeht, so gibt’s weniger die großen Brüller, aber es zieht sich einfach dieser harmlos-debil-sympathische Ton durch den kompletten Film. Wobei man darüber hinwegsehen muss, dass er aus einer Zeit stammt, in der man Homophobie noch für Gagmaterial hielt. Die deutsche Synchro verfälscht dabei immer wieder mal, dichtet was dazu, hat aber auch zugegebenermaßen ein eigenes Kultpotenzial. Natürlich ultra-albern, muss man eben mögen. Das meiste funktioniert hier auf verbaler Ebene, aber es gibt auch mal was im Hintergrund, wenn sich zum Beispiel Billy the Kid und Sokrates den Ball zuwerfen oder die historische Bande im Einkaufszentrum von der Leine gelassen wird.

Darstellerisch ruht der Film auf den Schultern von Keanu Reeves und Alex Winter, die die beiden Typen recht verpeilt geben, unerklärlicherweise aber auch mal helle Momente haben. Reeves dreht dabei etwas mehr am Rad, beide sind aber doof-sympathisch auf ihre Art und der verehrte George Carlin tritt als Rufus auf.
Geschichtlich hat man zwar ein paar zutreffende Anspielungen parat, edukativ ist das hier aber nicht. Soll's auch nicht sein, es geht um den Blödsinn und Spaß macht Bill und Teds erster Film durchaus. Bislang mit zwei Fortsetzungen bedacht kann man sich den Erstling immer noch gut geben. Einer der Fälle, in der die Synchro auch mal was für sich hat. Bunt ist das Dasein und granatenstark!

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