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Inhalt:

China, zur Zeit der spätmittelalterlichen Ming-Dynastie. Yun Fei Yang (Norman Chu Siu-Keung), ein junger Mann, eine Waise die nicht weiß wer seine Eltern sínd, gehört dem WuDang-Clan an. Er wird gehänselt, "Bastard" genannt, und muss im Training der WuDang-Schüler als "Zielscheibe" für deren Messerwurf-Übungen herhalten.

Nur die Nichte des Clan-Chefs Qing Song (Wong Yung), die bildschöne Lun Wan Er ("Leanne" Lau Suet-Wah aka Liu Hsueh-Hua), hält zu ihm. Und Yun Fei Yang wird nachts im Geheimen von einem unbekannten, schwarz vermummten Kämpfer in den KungFu-Techniken des WuDang-Clans unterwiesen.

Die KungFu-Clans der WuDang und der "Invincibles" bekriegen sich, und alle 10 Jahre findet ein Duell zwischen den Clan-Chiefs statt, zwischen Qing Song und dem "Invincibles"-Boss Dugu Wu Di (Alex Man Chi-Leung). Qing Song verlor die beiden Duelle der letzten 20 Jahre, trainiert aber verbissen den "Polar Sword"-Stil, doch auch Dugu Wu Di hat seinen "Fatal Skill" verbessert, und das 8. Level dieser Technik erreicht. 

Qing Song verliert auch das 3. Duell, wird aber von Dugu Wu Di am Leben gelassen. Dugu Wu Di gibt Qing Song 2 weitere Jahre Zeit, einen neuen Kämpfer der WuDang gegen ihn zu stellen. Dabei denkt Dugu Wu Di an Yen Zhong Tian (Wilson Tong), der seit 20 Jahren im Verborgenen die tödlichste Technik der WuDang, den "Silkworm"-Style erlernt, eine Technik die Dugu Wu Di unbedingt beherrschen will!

Derweil hat sich der Anführer eines dritten Clans, Fu Yu Shu (Anthony Lau Wing aka Liu Yung) in den WuDang-Clan infiltriert. Fu hat seine eigene Agenda, und will die beiden rivalisierenden Clans der WuDang und der "Invincibles" gegeneinander ausspielen. Und so kommt Qing Song bei einem Kampf zu Tode. Im Angesicht des nahenden Todes übergibt Qing Song ein Jade-Amulett an Yun Fei Yang, welches er Shen Man Jiun (Chan Sze-Kai), der Frau von Dugu Wu Di übergeben soll. 

Yun Fei Yang wird der Mord an Qing Song angehängt, und er wird von den WuDang gejagt. Er kann entweichen, und will nunmehr Rache nehmen, er wird zum "Bastard Swordsman", der die Technik des "Silkworm"-Stils erlernt, und dem 3 Frauen bei seinem Vorhaben beistehen: Lun Wan Er, Shen Man Jiun und deren Tochter Dugu Fan Er (Yeung Ching-Ching aka Yang Jing-Jing)! 

Wird es Yun Fei Yang gelingen, die WuDang vor dem Untergang zu bewahren, seine wahre Herkunft zu erfahren, und den wirklichen Mörder von Qing Song zu stellen? Es kommt zum alles entscheidenden, blutigen Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Im Jahre 1983 drehte Regisseur "Tony" Lu Chin-Ku diesen erfolgreichen, bemerkenswerten und insgesamt gutklassigen WuXia-Fantasy-Eastern für die Studios der Shaw Brothers in Hongkong. 

Einmal mehr in den hochklassigen, luxuriösen Hochglanz-StudioSets der Shaw Brothers, in hell-klaren Bildern gehalten, erzählt "Tony" Lu Chin-Ku eine in extrem hohen Tempo gehaltene, durchdachte, sich intensiv verdichtende und durchaus spannende Story um einen jungen Mann, eine Waise die seine Eltern nicht kennt, der seine Herkunft erfahren will, und den Mörder seines Clan-Chefs stellen will um dessen Tod zu rächen. 

"Bastard Swordsman" wird von Shaw Brothers-Experten als früher Vertreter des "New Wave HK Martial Arts"-Films gewertet, hier ist furiose Fight-Action mit etlichen fantasievollen, übernatürlichen Tricks und sehr schnellem Schnitt zu erleben. Und "Bastard Swordsman" wirkt in der Tat so, als ist er seiner Zeit schon ein Stück weit voraus. Daraus speist sich wohl der Kult-Charakter, den dieser Streifen bei etlichen Anhängern der Shaw Brothers entwickelte. Die Story ist zudem spannend-intensiv und sich verdichtend in Szene gesetzt, die titelgebende Hauptfigur ist ein sympathischer Underdog die das entsprechend spielt, und es gefielen auch die vielen sehr stark inszenierten Trainings-Sequenzen mit illustrem Waffen-Arsenal und die Fight-Action insgesamt.

Allerdings..., und das ist das Manko: Die Realistik ist vor allem anfangs, und dann zum Ende hin, denn etwas zu sehr fehlend. Da werden denn doch arg viele physikalische Gesetze -auch wenn es ein Fantasy-WuXia-Eastern ist- gebrochen, das Übernatürliche nimmt für meinen Geschmack dann zu viel Raum ein, gerade zum Ende hin, mit Laser-Strahlen und überdimensionalem Seiden-Kokon, au weh. Zum Glück ist aber die Fight-Action im ja zeitlich größeren Abschnitt des Mittelteils realistischer, wenngleich das Tempo exzessiv ist, aber das konnte besser gefallen und mich als Eastern-Fan denn locker versöhnen.

Leben tut denn alles auch von der Besetzung, neben dem Haupt-Akteur Norman Chu Siu-Keung spielen viele Figuren hier eine Rolle, und überzeugen dabei. Anthony Lau Wing (aka Liu Yung) als ominöse, sich in den WuDang-Clan infiltrierender Chef eines 3. Clans mit finsteren Absichten, spielt das trocken heraus. Wong Yung als gesetzterer WuDang-Boss äußerst solide, Alex Man Chi-Leung als Gegenspieler eiskalt-böse, "Venom" Lo Mang in einer Neben-Rolle, sowie "Venom"-Kollege Sun Chien mit kleinerem Auftritt, Yuen Qiu ("Kung Fu Hustle") ist ein überraschender Gast-Star dieser Produktion. Genauso wie Wilson Tong, der einen "White Hair"-Sifu spielt, der viel zur Action und den Trainings-Sequenzen beiträgt und überhaupt eine interessante Figur hier verkörpert. 

Und was wäre Norman Chu Siu-Keung ohne die Damen im Cast? Chan Sze-Kai..., spielt gefühlvoll, steht sie doch zum Hauptakteur in einem besonderen Verhältnis, mehr sei hier nicht verraten. Sie macht das sehr gut. Yeung Ching-Ching (aka Yang Jing-Jing), das einmal mehr elastisch-agil fightende Allzweck-Actiongirl der Shaw Brothers. Und aber allen voran, die bildschöne, äußerst attraktive "Leanne" Lau Suet-Wah (aka Liu Hsueh-Hua), die für die zarte Romanze im Film mit Norman Chu sorgt, welche ansatzweise und überraschend zu überzeugen vermag. Schön auch die melancholische Sequenz als die Actrice die Guzheng, die chinesische Laute spielt, schön geschnitten als das Gesicht der Darstellerin in aufeinanderfolgenden Nah-Aufnahmen dabei präsentiert wird. Und "Leanne", wow ist die attraktiv. Habe ich je ein schöneres chinesisches Girl gesehen? Ich könnte sie nur abweisen, wäre ich mit Lexi Williams liiert.

Aber im Zentrum steht der "Bastard Swordsman" Norman Chu Siu-Keung, der Underdog dem man übel mitspielt, der um Anerkennung kämpft, daran fast verzweifelt aber sympathisch rüberkommt. Seine Figur wird ein Mord unterstellt, er plant seine Rache, und will der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen. Norman Chu spielt das mehr als solide, und man fiebert mit dem Anti-Helden mit.

Über die Fight-Action sagte ich schon einiges. Einmal mehr sind die Fights, Swordplay, WuShu und KungFu gut durchmischt, leider etwas irreal anfangs und im Show-Down, doch dazwischen reeller, einmal mehr erstklassig choreografiert, und die furios-grandiosen Trainings-Sequenzen sind natürlich ein Pluspunkt. 

Insgesamt kann "Bastard Swordsman" als fantasievoller WuXia-Eastern den eingefleischten Fan der Shaw Brothers überzeugen, die Story ist spannend und sich intensiv-verdichtend inszeniert, und die Fight-Action ist weitestgehend herausragend in Szene gesetzt. Für "Bastard Swordsman" war wohl bereits vorab eine Fortsetzung geplant, der Film war aber so erfolgreich, das diese auch umgesetzt und nicht verworfen wurde. So entstand 1984 denn folgerichtig "Return of Bastard Swordsman". 

8/10.    

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