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Ein junger Mann macht sich nach vielen Jahren auf, um seinen Bruder und seine Schwester zu finden und zu sich zu nehmen. Die Geschwister waren von ihren Eltern verlassen worden und in verschiedenen Pflegefamilien aufgewachsen.

Der lange Weg nach Hause bietet ein reinrassiges Geschwisterdrama, das aber gut besetzt werden konnte und auch sehr sensibel gespielt wurde. Im Zentrum steht das Adoptivkind Donald, das pünktlich zur Volljährigkeit sich auf die Suche nach seiner Schwester und seinem kleinen Bruder macht, von dem er vor neun Jahren getrennt wurde. Die Drei wurden sehr unsensibel auf verschiedene Familien verteilt und hatten seither keine Kontaktmöglichkeit mehr.
Am interessantesten fand ich da allerdings die erste Viertelstunde, denn hier wird die Entstehungsgeschichte geschildert. Die Kids sind verwahrlost, die Eltern hängen an der Pulle und fahren von Stadt zu Stadt auf der Suche nach Jobs, so daß die Kinder quasi nur sich selber haben und der älteste Donald zu so etwas wie einem Ersatzvater wird. Star Trek Fans können hier Wesley Crusher als neunjährigen erleben, der hier den jungen Donald verkörpert.
Actionfreunde können bei diesem Fernsehfilm aber getrost wegschalten, denn hier stehen 90 Minuten die Emotionen im Vordergrund. Klar das man sich am Ende doch findet, doch der Weg dorthin ist steinig und nur mithilfe einer Sozialarbeiterin zu schaffen. Die Darsteller liefern dafür eine gute Leistung ab und verleihen dem sensiblen Thema Glaubwürdigkeit. Long Way Home bietet ein ruhiges und bodenständiges Drama, dem man ruhig eine Chance geben kann. Man vermeidet es glücklicherweise dabei allzu rührselig zu werden, sondern schafft einen guten Mittelweg zwischen Kitsch und Menschlichkeit.
7/10

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