Two Evil Eyes ist eine DVD, gespickt mit 2 Kurzgeschichten namhafter Regisseure, die Edgar Allan Poes Geschichten interpretieren. Und wahrlich hätte es bei diesen beiden Regisseuren so gut werden können. Dabei reden wir nicht bloss von 0815 Regisseuren, wie sie es bei Horrorproduktionen zuhauf gibt, nein, wir reden von den Vorreitern und Größten des Genres höchstpersönlich. George A. Romero, der hier "The Fact in the case of Mr.Valdemar" zelebriert und einem Dario Argento der hier mehr schlecht als recht, wenn auch künstlerisch ausserordentlich seine eigene Version von "The Black Cat" abgibt.
In Romeros Geschichte wird ein reicher, hochkranker und komatöser Mann unter meditative Beeinflussung gestellt, damit er unter Hypnose das Testament auf seine Frau umschreibt. Als dieser aber zu früh stirbt, bewahren sie ihn in der Kühltruhe auf, doch sein Geist will Rache üben und so beschwört er nicht nur sich sondern auch eine Herrschaft von Zombies auf seine geldgierige Frau und deren Lover.
Eine inszenatorisch wirklich spannungslose Story, die zwar filmtechnisch und in all seiner Darbietung grundlegend solide ist, aber eben verdammt spannungsarm daherkommt. Die Charaktere sind neben dem verstorbenen Vater und der Frau relativ austauschbar, wenn auch alle keinerlei Symphatieträger sind. Ein Faktor, dem jedem Film das Genick bricht und so tut man sich hier leider mit Mitfiebern schwer. Das muss auch Romero gemerkt haben und so flüchtet er sich in sein altbeliebtes Können. Den Zombies. Zwar splattert es hier weniger brauchbar wie in seinen wirklichen Zombiefilmen, aber dennoch wirkt das aufgrund der Geisterthematik herrlich deplatziert, im Kontext gesehen sogar mehr als selbstzweckhaft. Kameratechnisch ist diese Episode weniger experimentierfreudig, die Maskenarbeit ist solide, wenn auch eher ungruselig, wie der Rest dieser ganzen Darbietung. Wahrlich eine Entäusschung, für Romeroverhältnisse. (5/10)
Argentos Interpretation von "The Black Cat" ist folgendermaßen aufgebaut:
Ein abgehalfteter Fotograf hat seine scheinbar besten Zeiten schon hinter sich. Ein absolutes unerträgliches Monstrum kristalliert sich aus ihm hervor, nachdem er keine ordentlichen Bilder mehr vor die Linse kriegt. Nachdem seiner Frau auch noch eine schwarze Katze hinzuläuft, die sie unbedingt behalten möchte, ist es mit seinem Seelenfrieden vorbei. Zuerst beginnt er immer mehr zu trinken, vergeht sich an der Katze und das Ende sollte jedem bekannt sein. Die Mauer im Keller.
Argentos Interpretation ist wahrlich sehr eigen und lässt wie auch Romeros Geschichte eines vermissen: Spannung und Atmosphäre. Zwar wird hier öfters anderen Filmen gehuldigt, allen voran der Ort eines Mordes, an dem der Fotograf Bilder machen soll (Pendel des Todes), aber so ist es eben die Thematik und auch die Erzählweise, die hier absolut nicht begeistern kann. Kameratechnisch sowie das Spiel mit Farben, Winkeln und Effekten ist hier zwar experimentierfreudiger als in Romeros Episode, von Dario's künstlerischer Darbietung in seinen anderen Filmen ist das aber noch meilenweit entfernt. Und so kommt es wie es kommen muss. Dario flüchtet in expliziten Goreszenen, die hier aber leider mehr als unnötig wie deplatziert hervorstechen. Charakertechnisch ist das hier allenfalls als solide zu bezeichen, auch wenn die resignierte Entwicklung des Fotografen recht überzeugend dargestellt wurde, ist das alles bloss nur noch schrecklich ermüdend und frustrierend, weil er eben einigermaßen übertrieben reagiert.
Fazit;
Freilich sind die Kurzgeschichten keine Totalausfälle, in Anbetracht, dass sie von diesen Regisseuren inszeniert wurden sind, entwickelt dass schon grosse Wehmut. Wahrlich keine schlechten Interpretationen, aber eben auch nichts wundersam Herausstechendes. Horror von der Stange, die is eben zuhauf gibt.
5/10
Mittelfeld. Bei Bedarf sicher 2 Punkte mehr oder weniger, sofern man ausser Betracht lässt, wer dahinter steckt. Heute war dafür aber leider nicht mein Tag.