Review


Inhalt (englische Fassung):

China, wohl in den 1920er Jahren, als sich die Japaner im Land breit und unbeliebt machten.
3 chinesische Brüder, Pi Long (Lung Tien-Hsiang), Gee Long (Chang Peng) und ihr jüngster Bruder (Chen Hsin-I) betreiben die Transport-Firma "White Dragon Forwarding Agency", die für das japanische Handels-Unternehmen "Nagao Isam Transportation Company" tätig ist.

Die Chinesen sind ständigen Repressalien der Japaner ausgesetzt, das Transport-Unternehmen der 3 Brüder muss Ungerechtigkeiten und Schikanen erdulden.
Den 3 Long-Brüdern schließt sich eine junge Dame an, die schöne Nan Ying (Nancy Yen Nan-See), die bei den Japanern die Mörder ihrer Eltern vermutet.

Der jüngste Bruder tötet aus Versehen den Hund des japanischen Bosses, nunmehr kommt es zu immer heftigeren Kämpfen. Die Japaner haben gefährliche Fighter (Li Chiang, Wu Tong-Chiao) in ihren Reihen.
Der jüngste Bruder wird brutal getötet, und Nan Ying von den Japanern gefangen gehalten.
Nachdem Gee Long ebenfalls umgebracht wird, und Pi Long die gefangene Nan Ying befreien kann, kommt es zum endgültigen Show-Down.
Schließlich stellt Pi Long den Boss der Japaner zum blutigen und erbarmungslosen Duell auf Leben oder Tod.


Fazit:

"Hikido - Die Drachenbande" ("The Revenge Dragon") ist ein sehr einfach strukturierter, offenkundig sehr kostengünstig produzierter und atmosphärisch nüchterner Eastern, der als ein reiner KungFu-Actioner zu sehen und zu bewerten ist.

Neben "Kendo - Der tödliche Hammer" (siehe mein Review auf dieser Website) gehört "Hikido - Die Drachenbande" zu den wenigen Eastern, die bereits in den 1970er Jahren in Deutschland als "Super 8"-Film für die Schmalfilm-Freunde herausgebracht wurden. Und das wohl nur in stark gekürzter Form, quasi fragmentarisch.

Der Film ist sehr einfach gestrickt, ein B-Eastern der 1973 unter der Regie von "Tyrone" Hsu Tien-Yung für "IFD Film and Arts Ltd." offenbar mit sehr geringem Budget auf Taiwan gedreht wurde, in einfachsten Echt-Kulissen (schäbige Bauten, Häuser-Ruinen, Wiesen-Flächen irgendwo auf dem Lande) unter verhangenem Himmel und offensichtlich bei kühler Witterung.
Und die Handlung ist wie das Script sehr knapp gehalten, und der Drehplan scheint nicht sonderlich umfangreich gewesen zu sein.

Das merkt man dem Streifen natürlich an, und die Geschichte kann da halt nicht so richtig zünden, wird nur durch die KungFu-Fightaction zusammengehalten, die den Streifen aber im wahrsten Wortsinne noch raushauen kann.
Die Dinge laufen sich denn noch so zurecht, zum Ende hin stimmt gar doch noch der Drama-Faktor, und der blutig-gnadenlose Show-Down bringt "Hikido - Die Drachenbande" als passablen KungFu-Actioner für die eingefleischten Eastern-Fans noch so ins Ziel.
Gerade diese Einfachheit, diese Nüchternheit, diese Eastern-Unterhaltung ohne großen Aufwand, verleiht allem einen gewissen -fast faszinierenden- Charme, und die KungFu-Fights, die konzentriert-intensive Action, steht absolut im Vordergrund.

Mit Lung Tien-Hsiang als Helden, der den letztlich mal wieder einsamen, harten Fighter verkörpert, und Nancy Yen Nan-See als dessen weiblichen Side-Kick, hat diese Produktion sogar zwei durchaus prominente Darsteller, die auch in vielen Filmen der Shaw Brothers agierten.
Sie spielen solide, und fighten richtig gut. Lung Tien-Hsiang verliert -stereotypisch- seine Zurückhaltung, wird zur Fight-Maschine.
Nancy taucht auf, wird gekidnappt und geht fast verloren in diesem Streifen. Dann wird sie befreit und hat dann noch ihre Action-Sequenzen die sie mit Bravour meistert.
Und Nancy Yen Nan-See gehört zu den attraktivsten Actricen im Eastern-Sektor, auch hier ist sie bildschön. Ich würde Nancy nur dann von der Bettkante schubsen, wäre ich mit Damla Hekimoglu und Romy Hiller liiert.

Chen Hsin-I und Chang Peng sind die "Brüder" -im Film- des Helden, und sie "sterben" um aus "Hikido - Die Drachenbande" den routiniert-typischen Rache-Eastern zu machen. Und für Fight-Action sorgt das sowieso.
Die Villains sind natürlich böse und brutal, somit einfach gezeichnet, und so wie die "Guten" stereotyp dargestellt. Der Haupt-Villain ist mir namentlich nicht geläufig, ein dicklich-schmieriger Typ mit Hemd, Krawatte und Anzug, wortkarg und wenig charismatisch.
Wu Tong-Chiao ist dem ähnlich, Li Chiang etwas lauter und verhaltensauffälliger.

"Hikido - Die Drachenbande" ist als reiner, konzentrierter KungFu-Actioner anzusehen. Klassische Techniken, doch in sehr reellem Stil vorgetragen, knallharte und intensive KungFu-Fight-Action. Das Dubbing (Geräuschkulisse) ist jenem der Shaw Brothers aus dieser Zeit entnommen, jeder Eastern-Fan erkennt das. Und das tut der KungFu-Action in diesem Streifen sehr gut, das hebt die Qualität der Fights für den Betrachter -und Hörer!- ungemein.
Und es folgt eine Fight-Sequenz der nächsten, ein konzentriert-intensiver und eisenharter KungFu-Film, bei dem die Story natürlich ein Stück weit auf der Strecke bleibt, ja bleiben muss.

"Hikido - Die Drachenbande", ideal als Eastern "für Zwischendurch" und als reiner, harter KungFu-Actioner für die eingefleischten Fans des Genres. Nicht mehr, nicht weniger.

Knappe 6 von 10 Punkten kann sich dieser KungFu-Actioner noch verdient erfighten.

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