Doch eher ranziger, nichtsdestotrotz noch halbwegs geadelter Exploitation - Adult Crime aus den mit dergleichen und allenthalben gefüllten frühen Neunzigern, die als letzter Aufschrei des nun folgenden Untergangs noch einmal vermehrt die Zwischen- und die Misstöne des Subgenres anstrebten. Als Debüt und einzige Regiearbeit von Alan Chan Kowk-kuen, der zuvor, wenn überhaupt und den Meisten wohl nicht wirklich bewusst als thug und extra in zahlenmäßig schon diversen Shaw Brothers Filmen aufgetaucht ist und diese Beschäftigung in den modern day Nachzüglern gleichfalls emsig betrieben hat. Mit nicht ungeschickter Besetzung, in denen sich die Herren Sleaze und Triad, Overacting und hölzern Vergnügliches in einer für sie wie maßgeschneiderten und so piekfein abgegossenen, vergleichsweise so sogar standesgemäßen Geschichte die Klinke in die Hand geben. Ein in niederen Gefilden wildernder Undercoverplot, der zum Glück nicht in Richtung des Blue Steel oder gar als Kopie dessen darstellt, obwohl es die credit - Sequenz so im 1:1 angibt:
Von ihrem Ausbilder als Jahrgangsbeste der Polizeiakademie frisch in den Beruf entlassen, sieht sich die junge Beamtin Carmen Au [ souverän: Carol Lee ] schnell einer brisanten Aufgabe gegenüber. Betreut durch Officer Li Hsiang [ Newton Lai ] und assistiert aus dem Hintergrund von Chu Ah - ha [ Alan Chan ] und Morene Yung soll sie sich als Hostess in die Nähe des offiziell mit einer Construction Company beschäftigten, heimlich aber Drogengeschäfte betreibenden Ma Liang [ schmierig³: Anthony Wong ] und dessen Berater und Kompagnons Tsang Si-chiang [ schlecht frisiert, aber lebendiger als üblich: Alex Fong ] und Ho Tong [ Michael Chan Wai-man ] bewegen. Als Tsang in der Zwischenzeit allerdings eine Affäre mit Mas Ehefrau Mable Lo [ Lee Yuet-sin ] beginnt, und den dies herausfindenden Gatten umbringt, wird die ganze Sache noch komplizierter als geplant. Denn während der neue Chef Tsang kleinere Brötchen backt und scheinbar auch leicht zu verführen ist, gerät der notorisch spielende und hochverschuldete Ho Tong in die Fänge der Konkurrenz, woraus er sich mit eigener Gegenwehr, Verrat an seinem Freund und heimlichen Geschäften mit dem Taiwanesen Chan Shun-san [ Wu Ma ] heraus freikaufen will. Währenddessen muss Carmen ihre Tarnung und ihre wahren Gedanken und Gefühle nicht nur über der ehemaligen Kollegin Chichi [ Chang Siu-yin ] verstecken.
Einfallsreichtum und anderweitige Kreativität kann man einem solchen, von vornherein im Budget eingeschränkten und um höhere Maßstäbe auch gar nicht Wert legenden Umfeld sicher nicht erwarten; wird so auch weder verwöhnt noch enttäuscht, sondern mit dem gewohnt uneben und oft wie blind aneinandergestückt scheinenden Gehabe aus verbaler Protzerei und [ausstattungs]technischer Armut begnügt. Die Veranschaulichung begnügt sich oft mit der simplen Vor- und Weitergabe von geplanten und dann im Kleinen ausgeübten Handlungen, wird das Geschehen im Grunde an vielleicht drei Orten, dafür aber auch durchaus vielen Blickpunkten und mit wechselnder Konstellation auch im Machtgefüge und so schon verwertbar für die weitere Szenerie erzählt. Wohl oder wahrscheinlich aufgrund der Neulings- und auch anfängerhaft daherkommenden Regie, die keine Wagnisse in Angriff und Visuelles nicht Interessantes in Augenschein nimmt, ist die mit dem Hin und Her im Gangsterwesen betuchte Räubermär über ihre Zeitspanne hinweg aufgrund ihrer flatterhaften Charakterisierung und drei, vier Actionszenen zuweilen gar belebend in Szene gesetzt. Die Figuren und ihr Machtgefüge ändern sich über den Fortgang hinweg wie auch ihre [Nicht]Motivation, sind manche Charakterzüge und Einspieler unerwartet und im Kleinen mehr oder minder auch konträr zu dem sonstigen Gebaren, was eine gewisse Anregung durch Wankelmut und Inkonstanz, aber sicher nicht aufgrund von Befangenheit und so Zurückhaltung auslöst.
Gerade auch die teilnehmende Polizistin, die verkleidet und selbst für frühere Kolleginnen unscheinbar als nunmehrige Hostess und Gangsterliebchen ihre Runde in zunehmend gefährlichen Kreisen dreht, stellt sich als durch Lücken und Verzerrungen nicht einfach zu packende und umso einträglichere Figur für die weiteren Belange dar. Ihre Arbeitsweise erfolgt weithin anonym, ist der Kontakt mit dem Vorgesetzten und seinen Assistenten auf eine Zweimaligkeit und keine weiteren Vorgaben und Anforderungen unterstützt, ihr einmal angeschnittenes Privatleben gleich darauf im Gegensatz zu der beruflichen Aktivität und auch das Verhalten während der Ausspionierung nicht gerade förderlich in Hinsicht auf bemerkbare Sympathien und Empathien ihrerseits, was wiederum auf ihre Person selber auch zurückfällt. Ein doch sehr im Kitsch gefangenes, mit einem Spaziergang von ihr und Chiang am Schwanenfluss beginnendes und mit einem Grillpicknick und der Lebensbeichte endendes Kennenlernen zwischen den Beiden steht im kompletten Gegensatz zu dem noch folgenden Rest. Auf der einen Seite die ungeküsste Anfängerin, der Neuling im Beruf, der gleichwohl die erste Liebe zu erleben scheint. Auf der anderen die Mitwisserin und auch passive Mittäterin allerlei Schandtaten, die im Belügen und Betrügen und Ausnutzen durchaus ganz groß im Talent ist.
In dieser Ambivalenz gehalten, die auch die anderen Handelnden ausweist und mit einschließt, kann sich der Film über dem Umweg der Holprigkeit vermehrt seine Aufmerksamkeit erkaufen; zudem ist die Behandlung noch stärker auf das Dramaturgische selber und nicht nur rein vorsätzlich auf das sex sells - Motiv ausgelegt. Das Wohnhaus und Schlafgemäuer von erst Ma Liang, später dann den Vorrang und auch die Gemächer übernehmenden Chiang stellt zwar den dritten Standort in dieser Materie dar, wird aber nicht alle naselang, sondern nur begrenzt für Spielchen auf und unter der Bettdecke und Vorwand für full frontal nudity Einlagen genützt. Außerdem ist die Penetration offensichtlich nur auf Ma Liangs ehemalige Ehefrau und dort auf das reichlich degenerativ Gebende beschränkt, in dem aus Gründen der Impotenz entweder mit zweckentfremdeten Gegenständen, oder gleich mit Gewalt bis hin zur Vergewaltigung agiert wird. Während bei der verdeckten Ermittlern wiederum als direkter counterpart mit Verführungskünsten und angedeuteter Offenherzigkeit statt dem vollen Programm aus nackten Leibern und wogenden Brüsten etwas feinfühliger seitens der Regie und auch beflügelnder für die Fantasie "Action" gerufen wird.
Klein, nebensächlich und teils unschön im Gestus sind die anderweitig physischen Bestrebungen, der Machtkampf der verschiedenen Gangster einer- und der Bewährungskampf der Polizistin in der Männerwelt andererseits; mehrere Gelegenheiten für gleichso um die Ecke springenden Auseinandersetzungen, in denen sich an bevorzugt hässlichen und allseits heruntergekommenen Orten gänzlich außerhalb von Zivilisation und Wohlstand ein wenig mit der Pistole beschossen, oder mit halbherzigen Tritten und Schlägen traktiert wird. Durchaus schnörkellos, natürlich kürzere Einlagen wie eine Trainingseinheit, eine rabiate Razzia und dem internen Gangsterbeschuss, ohne dahinter großartig choreographisches Talent und schon gar nicht die Finanzierung für mehr bzw. überhaupt Spektakel, aber immerhin Bemühen seitens Drehteam und Darsteller und ausmachen zu können.