Schon mal Gedanken über den eigenen Nachbarn gemacht? Den Typen, den man nur daher kennt, dass er ab und an wie bei Bekloppter die Wohnungstür zuknallt oder nachts um halb zwei noch den Fernseher auf volle Lautstärke gestellt hat? Tja, was könnte für ein Mensch hinter der Person stecken, mit der man zwar unter einem gemeinsamen Dach lebt, jedoch im Prinzip nichts über sie weiß: der vermeindlich harmlose Student, der verklemmte Finanzbuchhalter oder doch ein gefährlicher Psycho?
Regisseur Jim Soto, eigentlich spezialisiert auf TV-Werbespots, hat mit "Forced Entry" einen weiteren Nachzügler produziert, um auf der damals sehr erfolgreichen Welle der Terrorfilme und Rape & Revenge-Movies mitzuschwimmen. Die Story handelt von dem psychisch lädierten Automechaniker Carl, der nach außen hin ein ziemlich unauffälliges Dasein fristet, jedoch mit unbescholtenen Anhalterinnen Dinge anstellt, die ein normaler Mann nicht tut... Bis er eines Tages in das Haus einer hübschen Familienmami eindringt, sie als Geisel nimmt, um sie gefügig zu machen - bis die leider gar nicht dumme Lady schließlich den Spieß umdreht...
Es ist zwar schon eine Ewigkeit her, seit ich "Forced Entry" gesehen habe, aber was mir gut in Erinnerung bliebt ist, dass man nach diesem Streifen eine gründliche Ganzkörperreinigung braucht: irgendwie völlig langweilig und doch von einer eigenartig fiesen Atmosphäre ist dieses Werk einer von solchen Filmen, bei denen der Dreck auf der Filmrolle gleich gratis mitgeliefert wird. In der ersten Hälfte noch ein wenig aufregendes Rape & Revenge-Movie um einen armen Irren, der leider einpaar sehr unfeine Taten an armen Frauen begeht, wandelt sich "Forced Entry" in der zweiten Hälfte zu einer Billigversion des Humphrey Bogart-Klassikers "An einem Tag wie jeder andere".
Was "Forced Entry" in seinem Gesamteindruck so ungenießbar macht, ist nicht nur die schmutzige wie geschmacklose Aufbereitung eines heiklen Themas, nein, nicht einmal als guter politisch inkorrekter Reißer funktioniert der Film, weil er einfach viel zu langweilig ist. Selbst auf funkelnder DVD mit Hochglanzcover wäre dieser Streifen noch Schmuddelkram in Formvollendung. Das einzige kleine Highlight sind die kurzen Auftritt von Bond-Girl Tanya Robert sowie Nancy Allen, die mit "RocoCop" oder "Dressed to Kill" weitaus Besseres hinlegen sollte.
Fazit: Kleiner ärgerlicher Mistfilm, der völlig zu Recht in der Versenkung verschwunden ist und gerne auch dort bleiben kann!
2 von 10 Punkten