School of Life (8/10)
Vorsicht Spoiler!
Dylan geht auf die gleiche Schule, auf der auch sein Vater Matt (David Paymer) unterrichtet. Matt hat eine große Bürde: sein Vater hat schon mit großem Erfolg an der Schule unterrichtet, und entsprechend groß ist der Druck, genauso gut zu werden.
Doch als ein neuer, junger Lehrer, der auch die Schule besucht hat Michael D'Angelo (Ryan Reynolds), den alle nur "Mr. D." nennen, entsteht zwischen den beiden Lehrern ein Spannungsverhältnis, wobei Dylans Vater sich immer seltsamer benimmt. Bis auf den Tag, an dem er hinter Mr. D.s "Geheimnis" kommt.
Was gefällt mir an diesem Film? Die Story ist erst einmal ziemlich seicht, und man erwartet am Anfang zwar keine Säcrewball-Komödie, jedoch auch kein hochstehendes Drama a la Club der toten Dichter.
David Paymer spielt den immer verrückter agierenden Lehrer und Vater mit einer Zurückhaltung, die dem Film gut tut. So ist die Szene, in der er unbedingt nachweisen will, dass Mr. D. sich bei den Schülern nur durch Bonuspunkte, und nicht durch Leistung (alle Schüler haben eine 1 im Geschichtstest), und im Schlafanzug in der Schule einschläft, nicht peinlich, sondern sehr menschlich.
Und das ist auch eines der Pluspunkte des Films: seine Charaktere sind zwar alle überdreht, verliebt oder hassen Schüler (die alte Lehrerin), doch der Film macht deutlich, dass er seine Charaktere liebt und sie achtet. Der Unterton bleibt immer freundlich, und wird nie zynisch. David Paymer hat hierbei eine sehr wichtige Position: seine Rolle des erst konkurrierenden Lehrers, der sich erst blamiert, dann eine menschliche Wandlung durchmacht, ist hervorragend untertrieben, und somit glaubhaft.
Zudem sind einige Szenen, auch wenn dies übertrieben erscheint, so zutiefst menschlich, dass die Gefahr droht, ins Menschelnde abzurutschen. Der Film schafft es aber, dies zu umschiffen, und zeigt eine fast zärtliche Zuneigung zu seinen Charakteren. So ist die Szene, in der Matt erkennt, dass auch Mr. D. nur ein Mensch, also sein Engagement nicht der Konkurrenzt dient, sondern daß er einfach seine ganze Liebe in den Unterricht steckt, gut gespielt und glaubwürdig.
Wie immer im US-Kino wird am Ende des Films für eine humanere Schule plädiert, und für echte Pädagogen, die mit Spaß bei der Sache sind. Das ist zwar Wunschdenken, schadet dem Film aber nicht.
Alles in allem ein Film für die ganze Familie: leicht kritisches "feel good"-movie zum Nachdenken.
Sehenswert.