Inhalt:
Japan, im Jahre 1833 -christlicher Zeitrechnung-, in der Endphase des Tokugawa-Shogunats, einer Zeit der Wirren, Chaos und Gewalt prägen diese ausgehende Epoche der Samurai-Herrschaft.
Das Dorf Joshu ist verwüstet, staubig und völlig verfallen. Hier begegnen sich zwei Männer, ausgehungert, desillusioniert, heruntergekommen und ziellos wirkend. Genta (Tatsuya Nakadai) ist ein ehemaliger Samurai und Yakuza, der nunmehr durch das Land vagabundiert. Sein Charakter scheint eine gelockerte Moral zu besitzen.
Der andere Mann ist Hanjiro Tabata (Etsushi Takahashi), ein ehemaliger Landwirt, ein Reis-Bauer, naiv veranlagt, und der nunmehr vorhat, ein Samurai zu werden.
Von diesem Dorf aus, zieht eine Gruppe von 7 Samurai los, den Statthalter der Region, Mizoguchi, zu töten. Dies auf Befehl ihres Herrn, des Clan-Anführers Ayuzawa (Shigeru Koyama).
Nach dem Mord flüchten die 7 zu einer entlegenen Bergfestung, und harren dort aus.
Die 7 werden hintergangen und sind gnadenlos verraten. 30 Häscher..., 30 Samurai sind auf dem Weg, die 7 zu liquidieren..., eine von langer Hand und äußerst raffiniert geplante Intrige des Clan-Anführers Ayuzawa.
Genta, der Verrat verabscheut, stellt sich auf die Seite der Verratenen, und nimmt unter dem Namen "Yagenta" aus dem Untergrund heraus den Kampf gegen den Verräter auf.
Hanjiro hingegen, will als Gefolgsmann für den Clan und als Samurai gelten, er stellt sich auf die Seite der 30 Häscher.
Somit stehen sich beide Männer zunächst auf gegensätzlichen Seiten gegenüber.
Doch mit der Zeit bilden beide Männer, Hanjiro und Genta, obgleich ein ungleiches Duo, eine Verbindung. Und sie spielen die rivalisierenden Seiten gegeneinander aus.
Es kommt schließlich zum alles entscheidenden, wild-dramatischen Gemetzel..., zum Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Im Jahre 1968 drehte Regisseur Kihachi Okamoto diesen insgesamt noch recht spannenden, in vielen Rankings hinsichtlich des Genre gelisteten Chanbara für die "Toho"-Studios.
Insgesamt betrachtet, gefiel mir dieser Chanbara, obgleich einige Mankos zu beanstanden wären, und ich "Kill!" nicht unbedingt als einen bahnbrechenden Klassiker des Genres bezeichnen würde.
War "Yojimbo - Der Leibwächter", 1961 von Akira Kurosawa in Szene gesetzt (siehe mein Review auf dieser Webseite), maßgebliches Vorbild für das Genre des Italo-Western, so blickte man ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre von Japan aus nach Europa, und orientierte sich denn umgekehrt am Italo-Western.
Die Musik hier in "Kill!", die ganze Stimmung, die staubig verfallen-verwüsteten Locations, die beiden Anti-Helden, die Gewalt, und auch der etwas ironisch-zynische Unterton, fällt hier auf: Ala Italo-Western, nicht in seiner Hoch-Zeit, sondern schon am Ende der 1960er Jahre im Abgesang begriffen.
Das macht aber auch einen gewissen Reiz aus, und wie die beiden Anti-Helden im Film letztlich zu Buddies verschmelzen, so verschmelzen hier Chanbara und "der Italo-Western in der Endphase" miteinander.
Klingt soweit gut und reizvoll, die Atmosphäre des Films kann gefallen, doch Okamoto macht leider auch einiges nicht richtig gut.
Die Story ist oft verwirrend, hat Längen -knapp 2 Stunden Laufzeit sind für so einen Streifen arg zu lang-, und die Fight-Action ist zwar wild-turbulent, aber leider dadurch auch zumeist chaotisch.
Diese Clan-Intrige ist wirr in Szene gesetzt, die Dialogisierungen ermüden gar, mühselig wird die Suche nach dem "roten Faden" vor allem zur Mitte der Laufzeit hin, und man verliert fast die Lust am Hinschauen.
Zum Glück reißen die beiden Haupt-Akteure, die Aura ala Italo-Western, und dass sich die Dinge doch noch zum Ende hin zurechtlaufen, die Sache raus.
Zudem kann die chaotische Swordplay-Action durch Feuerwaffen- und Kyudo-Action (die japanische Bogenschießkunst) doch noch einigermaßen kernig aufgepeppt werden, inklusive Body-Count.
Okamoto hätte seinen Streifen in der Intrigen-Storyline klarer strukturieren, Längen vermeiden und die Action sauberer, eleganter ausfallen müssen.
Das Ganze lebt denn vor allem vom ungleichen Helden-Duo, Tatsuya Nakadai und Etsushi Takahashi. Der desillusionierte, daher von gelockert-lässiger Moral gekennzeichnete ehemalige Samurai (Nakadai), und der ehemalige Reis-Bauer, naiv und von gewisser Gutgläubig- und -menschlichkeit geprägt (Takahashi).
Da muss man erst mal drauf kommen. Sie stehen auf gegensätzlichen Seiten, und verschmelzen doch zu Buddies, die gegen das Böse angehen. Gut und überzeugend gespielt, und die Sache entscheidend hebend.
Der Rest des Ensembles ist drumrumgebaut, die Bösen hinterhältig-intrigant und gerissene Verräter. Solide im Spiel, das ging okay.
Die Damen, Yuriko Hoshi und Nami Tamura, sie sind nur Beiwerk und ihre Rollen zu vernachlässigen.
Fast wie die Action.
Tja, aber die macht doch einen Chanbara erst zu einem solchen. Okay, es wird viel gefightet, hart und blutig. Aber die Fights sind zwar wild-turbulent, aber auch chaotisch. Da wird drauflos gefuchtelt, von Choreographie ist da wenig -ums gelinde auszudrücken- zu sehen, und Kenjutsu-Kampfkunst sieht anders aus.
Das chaotische Treiben zieht immerhin am Ende an, macht dann irgendwie doch noch Spaß, Blutgehalt und Body-Count nehmen da deutlich zu. Und die Feuerwaffen- sowie Kyudo-Action peppen die finale Phase dann noch einigermaßen zufriedenstellend auf.
"Kill!", in vielen Top-Rankings im Internet hinsichtlich des Chanbara-Genres gelistet, konnte mich nicht ganz überzeugen.
Atmosphärisch kann das Gesehene gefallen, so wie die beiden Hauptakteure, die oft verwirrende Intrigen-Story läuft sich noch zurecht, wie die wild-turbulent-chaotische Action mit dramatischem Endspurt.
Das reicht noch so gerade für knappe 6 von 10 Punkten in meiner Bewertung.