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Sie sehen so süß aus, die "lieben Kleinen" - doch sie haben es faustdick hinter den Ohren. Die Karate-Kinder schlagen knallhart zu! Wo ihre Kung Fu und Karate-Technik nicht mehr ausreicht, greifen sie zu schlitzohrigen Methoden. Mit kindlicher Naivität, Witz und Spaß bringen sie die stärksten Männer zu Fall.

Thunder Kids läßt zu Beginn wirklich Allerschlimmstes befürchten. Die Worte Joseph Lai Productions und Godfrey Ho als Regieausführender sollte eigentlich als Warnhinweis auf jeder DVD mindestens so groß wie Altersfreigabe dringend Pflicht werden. Wenn dann noch in den Anfangsszenen drei Kiddie Helden vorgestellt werden und gar humorig ins Gesicht gefurzt wird, dann droht wirklich infantilster Humor bis zur Heulattacke und Leichenstarre.
Wer dann noch bei der sogenannten Story aber noch durchblickt, der verdient den golden Asia Orden am Band. Im hinterletzten Dorf in der tiefsten Pampa hausen die drei naiven Landeier. Das Nest besitzt aber einen unschätzbaren Schatz nämlich einen goldenen Buddha. Hinter diesem sind jetzt verschiedene Parteien her (ich hab echt nicht mehr durchgeblickt, wer da gegen oder mit wem agiert, ist im Grunde aber auch egal) und er wird prompt von den Black Ninjas geklaut (in wessen Auftrag auch immer die gehandelt haben mögen) und landet in der großen Stadt, in welcher auch immer. Dorthin sind auch die drei Steppkes unterwegs um einerseits ihre Schwester zu besuchen und sich aber auch bei der Gelegenheit nach Spuren des gemopsten Artefakts umzuschauen.
Das die Geschichte von vornherein keinen Sinn ergibt ist man bei Eastern im allgemeinen, und bei Lai ja sowieso, längst gewöhnt. Ob die drei Halbstarken jetzt hinter einer Statue her sind oder den dritten Zähnen vom Stammeshäuptling ist völlig wurscht, es geht ja hier um Kampfkunst und Entertainment und nicht um künstlerisches Erzählkino. Ich war vor allem selbst am meisten überrascht, das ich mit zunehmender Spieldauer immer mehr gefallen an dem Streifen fand. Sogar der Humor wurde immer amüsanter, wenn die drei Hinterwäldler in die große Stadt kommen und die sprichwörtlichen Bauklötze staunen, Spiegel attackieren oder schlicht asphaltierte Straßen bestaunen.
Als Zugabe gibt es dazu ja auch noch ein Deppenpaar von Vater und Sohn, die ebenfalls nach dem Buddha trachten, zusammengenommen aber den IQ eines Holzbrettes haben und den Modegeschmack eines blinden Buntspechtes besitzen. Das Duo ist so übertrieben doof, das es schon wieder lustig ist. Zitate:
"Aha, die Black Ninjas, wie sahen die denn aus?" "Irgendwie schwarz" und natürlich der Klassiker "Du sollst mich doch nicht Dad nennen!" "ok Dad", entweder tu ich langsam gaga werden tun, aber mit zunehmender Laufzeit fand ich das echt witzig.
Die gezeigte Martial Arts ist auch ganz ok, besonders die kombinierten Aktion der Windel-Jackie-Chans sind gut gemacht und serviert wird das ganze auch mit einem lässigen Augenzwinkern.
Verwunderlich ist dabei nur, das die FSK 16 Version auch noch geschnitten wurde. Da fragt man sich doch mal wieder nach dem Zielpublikum, für Kinder ist es sicher nichts und Erwachsene Eastern Fans suchen wohl nicht nach Helden im Alter irgendwo zwischen 8 und 16. Die Darsteller sind dabei zwar eher schwach, aber doch irgendwie sympathisch und hätten zumindest eine fähigere Synchro verdient. Dafür das ich mit Kindern in Actionfilmen noch nie wirklich gut konnte, hatte ich mit den drei Dummbatzen aber doch gepflegten Spaß. Thunder Kids ist neben Mad Mission einer der wenigen Filme in denen ich über den sonst grottigen Asien Humor (größtenteils) wirklich grinsen konnte und dafür das das der erste einer drei Filme DVD zum Sparpreis war, hab ich die zwei Euro Kaufpreis schon hier wieder reingeholt.
7/10

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