Bestandteil einer insgesamt sieben Episoden umfassenden Reihe, die der sogenannten Ninja Operation, die von Joseph Lai samt Schwester Betty Chan innerhalb eines Jahres produziert sein sollen; wenn man den Informationen der Datenbanken glauben mag, auch wenn das Herstellungsdatum eben diesen Filmes hier mit (im Vorspann) angegebenen 1988 dem schon widerspricht. Der Nachrichtengehalt und der Nachrichteninhalt ist bei Werken von IFD allerdings auch seit jeher mehr Gerücht und Halbwahrheit als in Stein gemeißeltes Gut, zumal die Reihe selber auch inhaltlich keinerlei Verbindungen aufweist und so die Reihenfolge mehr oder minder egal und entsprechend von untergeordneter Bedeutung ist. Im angeblichen Zweiten Teil, dem Ninja Operation 2: Way of Challenge wird ansonsten auch in die Zeit zurückgegangen und Mittel und Wege geschunden, die Kuh, die die Milch gibt, also den Star Richard Harrison und seine Verwendung als Aushängeschild des verkaufsträchtigen Ninja-Filmes noch lange und weiter zu melken. Eine hier schon verkrampfte Angelegenheit, die nicht mehr dem Einfallsreichtum früherer Jahre und auch nicht mehr die beliebige Vielzahl an durchaus interessanten Ursprungsquellen für die Verwendung des patentierten copy & paste entspricht:
Als der Lehrmeister vom dem sich in der Ninja-Anleitung befindlichen Gordon [ Richard Harrison ] vom Black Ninja getötet und das "Sword of Catastrophe" entwendet wird, schwört der Auszubildende Rache, hat allerdings das Problem, dass weder er noch seine Kollegen dem ständig stärker werdenden Gegner so richtig etwas entgegen zu setzen haben. Die einzige Hoffnung besteht im Finden des letzten nahen Verwandten des Lehrmeister, Jim Jones [ Eagle Lee Siu-fei ], der aber a) nicht so richtig will und b) auch andere Sorgen, nicht nur mit der stillen Liebe zu Sara [ Ming Ming ] hat. Jim bemüht sich zwar nach Leibeskräften, sich mit Gelegenheitsjobs wie Kellner, Zeitungsausträger, Autowäscher oder Limonadenverkäufer durch das Leben zu schlagen, bekommt aber immer wieder Ärger mit seiner ignoranten Umwelt. Als er neben seinem bereits aus Fürsorge aufgenommenen kleinen Ziehsohn noch zusätzlich den Taugenichts Mickey [ Tse Man-yik ] aufnimmt und durchfüttert, wachsen die Ärgerlichkeiten gar noch weiter. Mickey hat wegen Falschspiels nämlich Konflikte mit seinem ehemaligen Vorgesetzten, dem Gangsterboss Roger [ Ma Sha ], der nun seine Schläger auf das ungleiche Trio loslässt.
Harrison ist hier also ausnahmsweise der Schüler und nicht der Meister; der Protege, der dem Lehrer erst nacheifert und bis über dessen Tode hinaus seine Ehre hochhält. Für im Grunde schon 50 Lenze, die der ehemalige Italowestern-Veteran und kurze Shaw Brothers Mitspieler hier bereits zählt, wird er noch einmal auf jung getrimmt, um den Eleven adäquat zu mimen. Der Bart muss ab und die Fragen nach Belang auch von ihm als noch unwissender Jünger gestellt werden, wodurch sich für uns als Zuschauer auch gleich die nötige Information für den weiteren Verlauf der Geschehens ergibt.
Viel Mystik steht im Vordergrund, eine gar in falschen Händen furchtbare Waffe wird geraubt, die schleunigst zurück muss, bevor noch größeres Unheil ausbricht. Harrison braucht Hilfe, was so oft nicht vorkommt und mit der neuen Funktion des Schulbuben die zweite Erneuerung des Filmes darstellt. Der große Rest ist auf der einen Seite ein Slash and Dash, indem der Black Ninja sich wahllos durch zahlreich anonyme Gegner pflügt, quasi der Kung Fu Killer der Achtziger Jahre, was den Aufbau, nicht die Qualität angeht. Die dortigen Actionszenen sind genauso beliebig in der Anordnung innerhalb der 'Geschichte' platziert, wie leider auch in der Inszenierung und Choreographie ausgeführt. Viele Tote, ja, viel Bewegung auch, aber der Ausgang ist schon von vornherein bekannt und die Kreation dieser Schwertkämpfe im Grünen, also die ständigen Turnübungen im grellfarbenen Strampelanzug sind leider so überhaupt nicht wert.
Vielleicht zwanzig Minuten insgesamt nimmt dies Prozedere an der Gesamtlaufzeit des Filmes teil, der Anreiz für das Marketing, das sich natürlich nur auf diesen Bereich und konkreter noch auf die damaligen Bedürfnisse, die geschmacklichen Verirrungen des westlichen Publikums bezieht. Der Rest besteht aus der Originalquelle, dem taiwanesischen Challenge (1982), dem Regiedebüt von Simon To Pak-hon, der abgesehen von seiner Seltenheit her und dem Bemühen um Anspruch und Aussage, die ehrenwert ist, allerdings auch keine Vorzüge aufweist.
Denn Challenge ist vor allem eins, und zwar deprimierend und dabei auch noch schrecklich einfältig, auch psychologisch viel zu simpel gestrickt, was nach und nach immer mehr durchscheint und sich schließlich Bahn in einem längeren Verdruss bricht. Die gewollte und gesuchte Sozialkritik wirkt leider nur in den ersten Minuten durch und dreht sich dann beizeiten im Kreise, wobei das männliche Trio, also die beiden Erwachsenen und ihr Ziehsohn im Geiste allerdings gerade im Stillen gar manche Szenen der emotionalen Geschlossenheit beweist. [ Beim Zoobesuch, der für einen Moment tatsächlich ein Ausflug in eine bessere Welt, in kurzer Rückzug in das Glück ist, dass sonst für alle Drei nicht scheint.]
Im Kontrast zu dem neugedrehten Material ist man dabei natürlich höchst verkehrt, wofür Regisseur und Autor To, der sich nachfolgend noch mit u.a. Fury of a Virgin (1982) & Coming with a Gun (1984) im Crime reformierte, ja nichts kann, aber dem geschlossenen Gesamtprojekt vom Way to Challenge so gar nicht hilft.