Eigentlich enttäuschender, da weit zu melodramatisch inszenierter Film, der zwar eine ähnliche Geschichte wie Cheng Kang's KIDNAP verzählt, allerdings dramatisch ungünstig die Geschichte von hinten aufrollt und zuviel Pathos darüber streicht.
Der Titel ist ausserdem fehlgeleitet, der „grosse“ Überfall ist nur der Ausgangspunkt der Handlung und wird einzig während des Vorspanns in einer langen Zeitlupe und Standbildern gezeigt.
Danach beginnt die Flucht der 5 Männer, deren Identitäten bereits Minuten später feststehen und deshalb noch vor Erreichen des Airports ihre eigentlichen Pläne ad acta legen müssen. Es stellt sich auch heraus, dass die 5 sich vorher untereinander nicht kannten – dementsprechend viel Gesprächsstoff gibt es hinterher – und von ihrem Auftraggeber hereingelegt wurden, dem Sohn des leitenden Inspektors übrigens.
Das erbeutete Geld, immerhin 1 Million für jeden, haben sie ihm auch in unweiser Voraussicht überlassen, ausserdem verraten sie ihm auch noch unfreiwillig den Ort ihres Verstecks. Als die Polizei anrückt, werden sie auseinander gerissen und schlagen sich allein durch.
Ab diesem Punkt fängt der Film mit den Motiven der Gangster an, die in Form von schematisch wirkenden Rückblenden aufgezeichnet werden und den Film den ganzen anfänglichen Schwung herausnehmen.
Li Guocheng [ Wang Chung ] ist drogensüchtig und verschuldet, sein Bruder Guochao [ Yueh Hua ] hilft ihm einfach nur. Chen Jiuzai [ Danny Lee ] leidet unter seinem alkoholkranken Stiefvater, der das Geld versäuft. Philip Huang [ Ling Yun ] ist ein ehemals erfolgreicher Rennfahrer, der Geld für seine krebskranke Freundin braucht und Ma Rulong [ Chen Kuan Tai ] ein verkrüppelter Filmstar, der seinem Ruhm nachhängt.
Die letzte Episode ist dann auch die einzig wirklich Kitsch – interessante, da Ma ausgerechnet Kung Fu Star war [ stock footage u.a. von BOXER FROM SHANTUNG ], sein neuer Film THE KICK alle Kassenrekorde bricht, aber sein Regisseur ihn finanziell hereingelgt.
Als er seinen letzten Stunt vollführt, taucht dann auch nicht wie angenommen und erhofft der Firmenboss von Warner Bros. *sic* auf, sondern nur die Polizei samt Reportern.
Der Rest der Vor- und Lebensgeschichten sind auch banaler Natur bzw. werden so herübergebracht, man empfindet nicht wirklich mit. Ausserdem wird des gegen Ende hin auch zunehmend über-kitschig, bei Danny Lee kommt es in Form einer Schwangerschaft einer Geisel, der plötzlichen Liebe einer anderen Geisel und einem Märtyrertod ganz knüppeldick; am Ende weint jemand um ihn, der ihn erst 5min kannte.
Anfangs ist der Film noch vom Tempo recht flink, die späteren wenigen Actionszenen reissen aus dem Gefühlsdickicht nichts mehr heraus, eher noch im Gegenteil, da unbeholfen und holprig inszeniert.
Achso, wer auch immer was von peckinpahschen Shootouts aufs Cover geschrieben hat, hat keine Ahnung, einen anderen Film gesehen und schlichtweg verarscht.