Was für die Nutella-Generation von heute "American Pie" ist, waren für die Siebziger-Geborenen Filme wie beispielsweise "Porky´s" oder etwa John Hugh´s "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn".
Es geht um die Oberlooser Gary (Anthony Michael Hall) und Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) , die beide noch niemals eine Frau abbekommen haben, geschweige denn mal einen Kuss. So kommen die zwei Freunde auf die geniale Idee sich per Home-Computer eine zu basteln. Und - es funktioniert! Dieses zu fleisch gewordene Cyber-Girl ( Kelly LeBrock) taufen sie auf den Namen "Lisa", und Lisa greift den beiden Loosern unter die Arme. Nicht nur, dass sie die beiden ins Disko- und Party-Leben führt, nein, sie hat auch noch magische Fähigkeiten, wie z.B. Gegenstände herbeizuzaubern, bzw. Personen zu verwandeln oder "einzufrieren". Gary und Wyatt haben ein Wochenende vor sich, dass die beiden niemals vergessen werden...
Zugegeben, die Story ist für einen Teen-Film ziemlich primitiv und auch 1985 wurde dadurch das Rad nicht neu erfunden. Aber selbst heute funktioniert der Film noch hervorragend bei mir, sei es jetzt aufgrund meines Humor´s bzw. der Nostalgie. Die beiden Antihelden hat man schon nach der ersten Szene (genialer Auftritt) lieb. Die Gag-Dichte ist ziemlich hoch, einige echte Brüller sind dabei ("Gary musste einen Haufen legen!", " Mutter, ich hab mir noch niemals einen runtergeholt") und auch sonst ist man über die gesamte Spielfilmlänge am Schmunzeln. Den beiden Chaoten zuzusehen, wie sie sämtliche neuen Erfahrungen (Alk, Erfolg bei Frauen) und Charakterwandlungen durchmachen, ist eine wahre Freude. Zu keiner Zeit wird da was wirklich ernstgenommen, auch wenn es einige tiefere Liebes-Szenen bzw. machmal versteckte "Gute-Grundwerte-Botschaften" zu begutachten gibt.
Bei "L.I.S.A." wurde alles mit Liebe bis ins kleinste Detail abgedreht, was anno 85 per Tricktechnik möglich war. Nur am Schluss trägt man etwas zu viel des guten auf (die Motorradrocker), obwohl gerade damals genau dies in meiner Kindheit eine "coole" Szene war. Dadurch geht das permanent hohe Niveau leider etwas flöten, was am Schluss jedoch wieder gekittet wird und der Schluss dann sanft ausläuft.
Was den Film von ähnlichen Teenager-Liebes-Filmchen abhebt sind die Fantasy-Elemente, die ihn teilweise auch derb überdreht wirken lassen. Aber bis auf ein, zwei Ausnahmen harmonisiert das ganze perfekt zusammen.
Anthony Michael Hall haut hier mehr auf den Putz als sein ruhig und schüchtern agierender Partner, und man könnte meinen, Hall hätte mit diesem Film den Spaß seines Lebens gehabt... Kelly LeBrock spielt mit einer sexy Mimik und bis auf die angestaubte 80er-Friseur ist sie auch heute noch eine Augenweide, dass die Hose von ganz allein anfängt zu ejakulieren. In Nebenrollen dürfen unter anderem Bill Paxton (Wyatt´s älterer Arschloch-Bruder, der auch ein paar Running Gags zu bieten hat) und Robert Downey Jr. als schmieriger Possenclown sich die Ehre geben.
Für das Kind im Manne, der die Pubertät in den 80ern durchmachte, auf jeden Fall sehenswert. Nur die vorhin angesprochene Nutella-Generation sollte sich vor dem Ansehen mit großen Erwartungen zurückhalten, da diese eben andere Werte gewohnt ist. John Hughes, der genug Klassiker in diesem Jahrzehnt drehte, kann man auch für "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" gratulieren. Zwar kein Evergreen, aber ein endgeiler Nostalgie-Spaß.
9/10