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John Hughes war in den 80ern der King der Teenagerkomödien. Neben "Der Frühstücksclub" und "Ferris macht blau" ist wohl "L.I.S.A." sein Aushängeschild dieser Epoche. Die Ausgangsposition ist dabei dieselbe wie in so vielen Vertretern seines Genres: Zwei pubertierende Jungs haben Bock auf Sex und Liebe, aber keinen Erfolg bei den Mädels. Also erschaffen sie flugs ihre Traumfrau am PC, die ihnen bei ihrer Suche nach der Richtigen unter die Arme greift.

Eine ziemlich lächerliche Story, die einem da aufgebrummt wird. In den 80ern war es egal, da begeisterte der Film die Massen. Heute funktioniert das allerdings nur noch bedingt, mir persönlich ist "L.I.S.A." einfach zu schräg. Die vielen Fantasy-Elemente sind zwar allesamt nette Einfälle, passen meiner Meinung nach aber nicht in einen Teenagerfilm. Die Traumfrau aus dem Computer lasse ich mir da noch eingehen (vor allem wenn sie so lecker aussieht wie Kelly LeBrock), aber spätestens ab dem Zeitpunkt, wo die mutierten Rocker ins Haus kommen, kann man als heutiger Jugendlicher fast nur noch den Kopf schütteln.

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre in den 80ern aufgewachsen, denn dann hätte ich darüber mit Sicherheit nicht so gedacht, weil abgesehen von der hanebüchenen Story lieferte der Film seiner Generation all das, was sie auf der Leinwand sehen wollte: hübsche Frauen, Partys, Musik von Kim Wilde, Mike Oldfield und Co., Computereffekte (heute schön angegraut) und nicht zuletzt ein paar nachdenkliche Momente, die sich um die Liebe drehen.

In erster Linie regiert hier jedoch der Spaß. Besser gesagt, regierte, denn heute kann man "L.I.S.A." entweder aus Nostalgiegründen oder aus purer Neugierde, für was sich Jugendliche Mitte der 80er begeistern ließen, anschauen. Eine Teenagerkomödie, die das Prädikat "zeitlos" leider nicht verdient hat, ein "Ferris macht blau" liegt da schon wesentlich näher dran.

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