Jean-Claude van Damme zählt sicher nicht zu meinen Lieblingsschauspielern, auch Filme mit dessen Beteiligung haben mich bis jetzt kaum vom Hocker gerissen. Mit "Maximum Risk" jedoch ist dem Belgier sein bisher bester Film gelungen. Dieser wartet zwar nicht unbedingt mit so viel Action wie viele seiner Voränger, dennoch ist er bei weitem unterhaltsamer und mitreißender als der Rest.
Die Story ist nicht unbedingt neu für Van Damme Filme, aber besser als z.B. "Replicant" oder "Double Impact". Mal wieder bekommt man Van Damme in doppelter Ausgabe zu sehen, wenn auch nicht in bewegten Bildern. Als sein Zwillingsbruder Mikhail (zum ersten Mal van Damme), von dem er nicht einmal weiß, dass er existiert, getötet wird, macht sich Alain (wieder Van Damme), nachdem er erfahren hat, dass sein Bruder gestorben ist, auf die Suche nach dessen Mördern. Zusammen mit Mikhails Ex-Freundin Alex (Natasha Henstridge) bekommt Alain es bald mit ein paar korrupten FBI-Agenten und der russischen Mafia zu tun.
Bestechliche Geheimdienstler und die Mafia, das hatte man schon zur Genüge. Dennoch schafft es "Maximum Risk" irgendwie, enorm unterhaltsam und kurzweilig. Positiv zu bewerten ist auch, dass Van Damme auch nicht blöd und blind um sich ballert und Leute tötet, sondern er hauptsächlich mit dem Aufdecken des Mordes beschäftigt ist. Gegen Ende häufen sich zwar die Leichen, die auf die Rechnung Van Dammes gehen, aber das alles geschieht nur in Notwehr. Einen großen Anteil an dem qualitativen Erfolg des Filmes hat wohl auch der Regisseur, sitzt mit Ringo Lam erstmals bei einem Van Damme Film jemand auf dem Stuhl, der halbwegs Ahnung von Regie führen hat, von John Woo mal abgesehen. Schon am Anfang sorgt die rasante und nette Verfolgungsjagd für Aufsehen, das ist aber nur der Anfang. Actiontechnisch wird bei "Maximum Risk" aber eher nicht so viel geboten wie bei anderen Van Damme Filmen. Ein paar Verfolgungsjagden, hin und wieder ein Kampf, aber das wars auch schon. Man kann den Film aber auch eher in das Thriller-Genre einordnen als ich das Action-Genre, da die Story langsam in Fahrt kommt, ohne aber langweilig zu werden. Somit wird alles etwas glaubwürdiger und realistischer.
Zu den Schauspielern muss man eigentlich nicht viel sagen, oscarreif spielt keiner. Van Damme überzeugt für seine Verhältnisse ein bisschen und der Rest kommt sowieso kaum vor, bis auf Natasha Henstridge.
Die Actionszenen sind sehr packend inszeniert und die Kämpfe flüssig und gut choreographiert. Es gibt nicht unbedingt viel Action, aber die gut dosiert, immer mal wieder eine actiongeladene Szene, langweilig wird das Ganze auf jeden Fall nicht. Man hat sicher schon bessere Actionfilme gesehen, die auch mehr Wert auf Tiefgang und bessere schauspielerische Leistungen legen, das ist klar. Solch ein Film will "Maximum Risk" auch gar nicht sein. Ein kleiner actiongeladener Thriller, wahrlich nicht so bekannt wie andere Van Damme Filme, aber dennoch einer der besten. Man kann sich ihn sicher anschauen, Kurzweile wird einem auf jeden Fall geboten. 7/10 Punkte