Durchaus gelungenes Actiondrama, dass bis heute in dem To – Oeuvre etwas untergeht, vor allem weil weder ein VCD– noch gar ein DVD – Release stattgefunden hat, was angesichts der Zugnamen und auch der Qualität leider etwas verwundert; sogar mit dem Zusatz Shaw Brothers Produktion hat man nicht gepunktet.
Mit späteren Werken wie RUNNING OUT OF TIME, THE MISSION, A HERO NEVER DIES etc. kann CITY ON FIRE [ dt. Titel ] trotz der Vorwegnahme einiger Themen zwar noch nicht ganz konkurrieren, dafür ist die Handlung auch zu einfach und „gewöhnlich“ gestrickt und der Film insgesamt weniger erinnerungswürdig, ansonsten kann man sich allerdings nicht grossartig beklagen.
Lau Hoi [ Lau Ching Wan ] ist zwar in seinem Beruf als Cop ein Knaller, in allem anderen aber vor allem menschlich ein Versager. Er schwärzt zwei Kollegen an, und degradiert den einen dadurch, dem anderen nimmt er glatt einige Tage vor dessen Pension diese weg, ausserdem betrügt er seine schwangere Frau [ Carman Lee ] und schläft auch schon mal angetrunken im Auto vor der Ampel ein. Bei einem missglückten Einsatz wird dann auch noch eine Kollegin und der Spitzel getötet, der Gangster [ Tok Chung Wah ] kann nach einer halsbrecherischen Flucht entkommen. Als dieser seinerseits Lau aufs Korn nimmt, gelingt ihm dennoch dessen Festnahme, allerdings bekommt er dabei einen Kopfschuss verpasst. Einige Monate später ist seine körperliche Rehabilitation schon etwas fortgeschritten, dennoch macht ihm die Verletzung ausser dem Verlust der Geschmacks- und Geruchsnerven zu schaffen, seine doch bei ihm bleibende Frau [ das Kind ist von jemand anderem, und die Trennung war abgemachte Sache ] unterstützt ihn aber tatkräftig. Mittlerweile kapiert Lau auch, was fürn Arsch er die ganze Zeit war, und versucht es bei Kollegen und seiner Frau mit Wiedergutmachung. Da bricht der Gangster aus und kidnappet sie.
Was folgt ist ein im wahrsten Sinne des Wortes explosiver Showdown, auch zwischendurch werden immer wieder einige Actionszenen von Yuen Bun eingeflochten, allerdings liegt das Hauptaugenmerk im Mittelteil eindeutig auf der wieder aufkeimenden Beziehung zwischen Lau und seiner Frau speziell und seiner positiven Änderung allgemein. Zum Glück geht es hierbei nicht wie anfangs befürchtet ganz in die überspannten Sphären eines REGARDING HENRY, auch ist Lau nicht sofort ein Gutmensch; trotzdem wirkt die Wandlung relativ abrupt und vor allem nicht wirklich überzeugend, dafür sind seine früheren Aktionen noch zu sehr im Gedächtnis. Da helfen auch die ganzen drei untermalenden englischen Songs nichts, eher im Gegenteil; besonders Clay Aiken’s "To love Somebody" stellt einem doch eher die Nackenhaare auf, die beiden anderen sind nicht besser.
Darstellerisch gefallen die beiden Hauptakteure; der Dritte im Bunde hat allerhöchstens 5 Szenen, empfiehlt sich dennoch als attraktiver Bad Guy. Etwas mehr ausgereizte Atmosphäre oder Konzentration auf entweder Copfilm oder Drama hätte dann wohl nicht geschadet, so ist es „nur“ eine überdurchschnittliche, aber nicht herausragende Mischung aus beidem.
Trotzdem empfohlen.