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Drei Jahre nach dem Klassiker „Das Dorf der Verdammten“ erschien dieses Remake, in dessen Mittelpunkt abermals telepathisch veranlagte Kinder stehen. Inhaltlich handelt es sich glücklicherweise nicht um ein reines Plagiat, sondern eher um eine Variante des bekannten Stoffes.

Im Mittelpunkt steht der siebenjährige Paul, dem vom Psychologen Tom und seinem Kollegen bei einem Test eine übermäßige Intelligenz attestiert wird. Schon bald stellt sich heraus, dass neben Paul weltweit noch fünf weitere Kinder über einen ebenso hohen IQ verfügen. Diese Kinder schließen sich zusammen und verschanzen sich in einer alten Kirche. Noch ahnt niemand, dass von ihnen eine unberechenbare Gefahr ausgeht, da sie nicht nur die Gedanken eines jeden lesen können, sondern diese auch steuern und Menschen zu gefährlichen Aktionen bewegen können.
Nach ein paar todbringenden Versuchen, die Kinder zu überrumpeln, umstellt das Militär die Kirche, doch Psychologe Tom will einen letzten Verhandlungsversuch aufnehmen, bevor der Befehl zur Sprengung gegeben wird…

Die Kernaussage bleibt gleich: Was die Menschen nicht verstehen, müssen sie vernichten. Während die Exposition im Original recht simpel war und alle Kinder aus einem kleinen Dorf stammten, treffen hier unter anderem ein Engländer, eine Russin, eine Chinesin und ein Inder zusammen. Das bringt natürlich eine politische Brisanz mit sich, da jede Staatsmacht den Erfindergeist des eigenen Wunderkindes für sich beanspruchen möchte. Schlimmer noch: Man könnte sich gegenseitig ausspielen und der nächste Weltkrieg wäre nicht weit. Doch die Kinder lassen sich nicht für machtpolitische Zwecke ausnutzen, zumal sie den Braten drei Meilen gegen den Wind riechen.

Die merkwürdigen Kinder stellen das Herzstück des leicht mystischen Treibens: Wortkarg, starrer Blick, langsame und bedachte Bewegungen, - da kommt schon leichtes Gruseln auf.
Die Erklärung für ihre Existenz ist allerdings recht dürftig: Sie sind zwar menschlich, jedoch ein paar Millionen Jahre weiterentwickelt. Pauls Mutter gebar ihn ohne Vater und Geschlechtsverkehr, also eine Art böser Jesus der Zukunft…

So fallen auch die Effekte ziemlich mager aus, da bis auf die leuchtenden Augen der Mutanten und der Einsatz einer futuristisch anmutenden Vernichtungswaffe seitens dieser wenig Bewegung im Spiel ist und viel Wert auf Dialoge gelegt wurde. Aber auch hier fehlt es an Emotionalität. Während im Original die familiären Beziehungen der Kinder eine wesentliche Rolle spielten, hat man sich nun stark auf die politisch-moralische Ebene versteift. Zwar hat man der Figur des Psychologen ein wenig Tiefe verliehen, aber die übrigen Charaktere sind etwas einfältig ausgefallen: Entweder sie handeln ausschließlich aus politischem Interesse oder stehen bereits unter dem Bann der Kinder, was sie mindestens genauso emotionslos dastehen lässt.

Auch wenn die Geschichte etwas facettenreicher erscheint, der Charme des Originals wird dabei zu keiner Zeit erreicht. Wer dieses mag, wird von diesem Film allerdings auch nicht enttäuscht werden.
Überhaupt, wer mit den ruhigeren Sci-Fi-Teilen aus den 60ern etwas anfangen kann, wird „Kinder der Verdammten“ nicht langweilig finden und sich wohl fühlen.
6 von 10 Punkten

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