Wenn ich an ein Drama wie“Maria voll der Gande“herangehe,erwarte ich im Nachhinein ein Gefühl von Betroffenheit oder zumindest Nachdenklichkeit,doch beides wollte sich nicht so recht einstellen,denn die Geschichte entfaltet sich als zu weichgespült,um tieferes Mitgefühl gegenüber der Hauptfigur hervorzurufen.
Maria arbeitet in Bogota(Kolumbien)auf einer Rosenplantage und muß mit ihrem geringen Verdienst die ganze Familie ernähren.Zudem ist sie von Juanes ungewollt schwanger,so sucht sie einen Fluchtweg aus dem alltäglichen Schikanen und scheint ihn in Person von Franklin gefunden zu haben,der ihr anbietet als Drogenkurier zu arbeiten.Jedoch ist dieses Unterfangen lebensgefährlich,denn Maria muß eine Menge von Kapseln mit Drogeninhalt schlucken und diese in die USA importieren,eine geplatzte Kapsel kann bereits den sicheren Tod bedeuten…
Catalina Sandino Moreno meistert ihre erste Hauptrolle äußerst glaubhaft und sie wurde zurecht für einen Oscar nominiert.Doch ihre Glanzleistung täuscht nicht darüber hinweg,dass die scheinbar authentisch erzählte Geschichte über den Drogenschmuggel von Kolumbianerinnen in die vereinigten Staaten am Ende doch fast schon harmlos erscheint,denn Maria-soviel sei verraten-widerfährt nichts wirklich Schlimmes,außer dem Schlucken von etwas 60 Kapseln in der Größe einer Pflaume(zugegeben,physisch schon recht heftig) und den Beschimpfungen einiger Drogenheinis,die zuvor zwar einer Frau wegen ein paar Drogen den Bauch aufschneiden,Maria aber fast gänzlich in Ruhe lassen.
Da hätte Autor und Regisseur Joshua Marston ruhig eine Spur mehr Härte einbringen können,denn die Thematik ließe es durchaus zu,dem Zuschauer Tränen der Verzweiflung in die Augen zu treiben.
Nichts desto trotz kann dieses Drama durchgängig unterhalten.Sauber inszeniert und mit überzeugenden Darstellern besetzt,mit etwas mehr Emotion wäre noch mehr drin gewesen.
6 von 10 Punkten