Denzel Washington spielt einen Polizeichef auf einer Karibikinsel, der einen Mordfall lösen soll, bei dem ein alter Jugendfreund von ihm schließlich zunehmend verdächtiger wird. Dann führt ihn jedoch eine Fährte zu einem korrupten Politiker.
Obwohl Denzel Washington zum Zeitpunkt des Drehs von "Big Bad Man" bereits für den Oscar für "Schrei nach Freiheit" nominiert worden war und seine Oscarrolle in "Glory" bereits absolviert hatte und auf dem Sprung zu einem der besten Charakterdarstellern der Welt war, blieb "Mord in der Karibik" absolut unbeachtet und spielte in den USA gerade einmal 4,6 Millionen Dollar ein. Und selbst die wenigen, die "Big Bad Man" gesehen haben, werden ihn wohl ziemlich schnell wieder verdrängt haben, da es sich um einen absolut stereotypen 0815-Thriller handelt, der sich überhaupt nicht aus der Masse an Filmen des Genres hervorheben kann.
Die Story ist absolut einfallslos und trivial und damit von der ersten Sekunde an langweilig. Zu allem Überfluss hatte Regisseur Carl Schenkel, der in seiner Karriere lediglich mit B-Filmen in Erscheinung treten konnte, die unheimlich dämliche Idee, seinen Film langsam und bedächtig ablaufen zu lassen und noch ein paar Nebenhandlungen in seinen Film zu integrieren und so sinkt der Unterhaltungswert natürlich ins Bodenlose. Eine gespannte Atmosphäre kann er natürlich überhaupt nicht aufbauen und der Versuch Dramatik zu erzeugen scheitert, da spätestens nach einer halben Stunde jegliches Interesse am Film und den flach konstruierten Charakteren verloren gegangen ist.
Einzig und allein das heiße Karibik-Flair des Films verhindert das vollkommene Desaster. Mit rhythmischer Musik, einigen Gesangseinlagen (auch von Washington selbst), leicht bekleideten Nebendarstellerinnen und der traumhaften Kulisse von Jamaika ist der Film immerhin formal einigermaßen gelungen und stellenweise kann die Party-Atmosphäre ein bisschen überspringen und verhindert das vollkommene Desinteresse am Film. Natürlich hätte diese Form der Umsetzung wesentlich besser in eine Komödie oder einen Liebesfilm gepasst und wirkt in dem Thriller über weite Strecken fehl am Platz und zum Ende hin kann man die ewigen Reggae-Einlagen und Party Songs wie "Mighty Quinn" (wird mindestens drei mal gespielt) irgendwann nicht mehr hören. Dennoch eine ganz nette Idee, den Film so wenigstens ein bisschen aufzupeppen.
Denzel Washington spielt ordentlich, wenn auch nicht so gut wie im gleichen Jahr in "Glory", aber was er sich dabei gedacht hat, als er diese potentiallose Rolle in diesem überflüssigen Streifen übernommen hat, bleibt fraglich. Der übrige Cast ist solide, kann aber auch nichts mehr reißen.
Fazit:
"Big Bad Man" ist ein einfallsloser und vollkommen vorhersehbarer Thriller, der ganz schnell wieder vergessen ist und kann lediglich durch den starken Washington und den coolen Karibik-Flair ein vollkommenes Desaster verhindern. Absolut nicht sehenswert.
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