Was kommt dabei heraus, wenn man Zutaten aus „Shining" und „The Sixth Sense" mit anderen standardisierten Horrorelementen verquirlt und diese in eine Wohnung verlegt, wo es spukt? Richtig, man erhält das Rezept von „Kinder der Furcht", einem klischeehaften Durchschnittsgrusler aus Frankreich.
Die Story: Marianne (Karin Viard) bekommt eines Tages in ihrer Wohnung Besuch von ihren Vormietern. Als diese sich dort kurz umgesehen haben, verlassen sie wieder das Haus und die seltsamen Vorfälle beginnen sich zu häufen - bis ein Mord geschieht...
...und dann kommt leider schon die Auflösung. Nachdem bis etwa zur Hälfte des Films durch das unheilsschwangere Szenario und dessen Mysterium eine äußerst subtile Spannung aufgebaut worde, wird selbige düstere Atmosphäre durch das vorgegriffene Rätsels Lösung der Vorfälle sofort jäh zerstört. Der Rest des Films lässt den Zuschauer aufgrund der allzu distanzierten Inszenierung, die durch blasse Farben, sehr viel (kaum nachbearbeiteten) Atmo-Ton und äußerst seltenem Einsatz von Filmmusik an TV-Produktionen erinnert, herzlich kalt. Ein paar wirre Traum-Sequenzen, keine originellen Einfälle und das unlogische Psycho-Finale machen den Film dabei kaum besser. Passabler Psychohorror, solide gespielt - u.a. von Ludivine Sagnier („Swimming Pool") - und atmosphärisch gelungen, aber nicht mehr.
Fazit: „Kinder der Furcht" ist ein leidlich spannender Grusler mit psychologischer Komponente, dessen Auflösung leider viel zu früh kommt. Atmosphärisch gelungen kommt der Film aber durch sehr wenige eigene Einfälle nicht über das Prädikat „Durchschnitt" hinaus.