Review

Gwyneth Paltrow bricht Ethan Hawke gleich doppelt und dreifach das Herz

Story:
70er Jahre in Florida: Der 10 Jahre alte Finn wächst bei seiner Schwester und ihrem Freund auf. Eines Tages trifft er auf einem verwucherten Anwesen einer reichen, aber leicht irren, Frau Estella, ein wunderschönes Mädchen in seinem Alter. Obwohl die alte Dame Nora (Anne Bancroft) ihm prophezeit, dass sie ihm eines Tages das Herz bricht, ist er von ihr wie fasziniert. Die verführerische Estella spielt jahrelang mit ihn, manchmal weist sie ihn ab, dann tanzt sie wieder mit ihm. Doch eines Tages ist es so weit: Ohne sich zu verabschieden fährt sie nach New York, um zu studieren. Der tief getroffene Finn gibt sein größtes Hobby, das Malen, auf und wird Fischer. Jahre später kommt ein Anwalt aus New York, denn eine Kunstgalerie hat Interesse an seinen Bildern. Finn ergreift die Chance und trifft in New York seine große Liebe wieder....
Der Film beginnt eher wie ein Abenteuerfilm auf dem Kinderkanal, als wie eine Romanze. So ist er in 2 oder 3 Kapitel unterteilt. Der Film fängt mit dem zehnjährigen Finn an, der recht aufgeweckt aber schüchtern ist und Estella kennen lernt. Er malt sie bei Nora. Dann gleitet der Film zum ca. 19jährigen Finn weiter, der zum ersten Mal mit Estella ausgehen kann und sie mit nach Hause nimmt. Ohne das er es weiß, bricht sie ihm hier das Herz. Im 3. Kapitel sind beide Erwachsen, vergessen konnte Finn Estella aber nie. Als er seine große Chance in New York bekommt trifft er sie wieder. Doch sie hat sich nicht geändert. Die Dreiteiler fließen gut ineinander über, wo bei sich die Story im Grunde immer wieder wiederholt. Finn ist und bleibt von Estella fasziniert, ohne ihr mal deutlich zu sagen das er verliebt ist. Trotz seines erfolgreichen Lebens, hängt er nach in jeder Episode seines Lebens an ihr. Erfreulich das der gesamte Film gefühlsbezogen abläuft. Wer sich also einmal in die beiden Figuren „hineingefühlt“ hat, wird nicht mehr losgelassen.

Musik:
Die Musik unterstreicht die jeweiligen Gefühle und Lebenssituationen gut. Ob nun erotische Passagen, Dramatik oder Glück. Die Musik dient dazu, den Zuschauer endgültig zum Taschentuch greifen zu lassen. Dabei drängt sie sich nie in den Vordergrund, sondern überrascht den Zuschauer eher unterbewusst.

Atmosphäre:
Wie oben schon erwähnt, sollten zartere Gemüter einen Haufen Taschentücher bereit halten. Denn hier werden rasante Berg- und Talfahrten der Gefühle beschritten. Dabei kann man den vermeintlichen „Luder“ Estella nicht mal böse sein. Genau wie Finn wird man gebannt ohne es richtig zu merken. Die anfängliche Einleitung mit dem entflohenen Häftling wirkt völlig fehl am Platze. Den ganzen Film über fragt man sich was das eigentlich sollte, bis man am Ende überrascht wird. Richtige Glückseligkeit sucht Finn sein Leben lang, wie man weiß findet er sie. Auch fragt man sich, in wie fern Nora seine Geschicke gelängt hat. Hat sie ihn nur nach New York geschickt, damit Estella endlich heiratet, oder diente er doch eher als Opfer um ihre Rachegelüste gegenüber den Männern zu befriedigen? Das ist aber eigentlich auch Nebensache. Der Zuschauer konzentriert sich lieber auf Finn und hofft, dass er doch noch das herz von Estella erobern kann. Den vermeintlich endgültigen Schiffbruch erleidet er, als sie ihm sagt das sie ihren Freund heiraten wird. Nun scheint alles in einer Katastrophe zu enden. Der alte Häftling kommt vorbei und erklärt Finn, dass er seine ganzen Bilder gekauft hat. Eine Art dank für die damalige Schwimmweste im Meer (der junge Finn warf sie ihm zu, als er auf der Flucht fast entdeckt worden wäre). In Taschentücher vergraben wartet der Zuschauer auf das bittere Ende. Doch es kommt noch dicker... Ein letztes Mal flüchten Finn und der Häftling zusammen. Finn macht Karriere und kehrt Jahre später nach Hause zurück. Ein letztes mal kehrt er zum Haus der inzwischen verstorbenen Nora zurück. Wer da nun auf ihn wartet und um Verzeihung bittet verrate ich nicht. Zumindest dürfte hier aber die letzte Packung Taschentücher bei drauf gehen. Nicht außer Acht sollte man bei dem ganzen Gefühlsdusel übrigens die farbenfrohen Aufnahmen in Florida. Wirklich was für das Auge!

Schauspieler:
Gwyneth Paltrow (sabber,lechz,geifer) ist hier mal gegen ihre Paraderolle besetzt. Normalerweise erlebt man sie als arme, gebrochene, hübsche Frau. Hier dreht sie den Spieß mal um. Interessant sie mal in einer so gegenteiligen Rolle zu begutachten. Schade, nur das die Nacktaufnahmen unscharf waren. ;-) Als verführerisches Biest, aus dem man nicht schlau wird exzellent besetzt.
Ethan Hawke macht als Finn ebenfalls eine gute Figur. Der anfangs schüchterne, aber aufmerksame Junge wandelt sich zum erwachsenen Fischer. Besonders seine Darstellung des leicht „naiven Jungem vom Lande“ in New York gefiel mir. Wenn ihm das Herz gebrochen wird, wird jedem Zuschauer das Herz weich.
Robert de Niro überrascht in einer Nebenrolle. Seine Sträflingsrolle erinnert an seinen „Kap der Angst“ Part, während er im Alter wie ein Wuschelopa aus der Retorte aussieht. Nett, verleiht dem Film noch mehr Farbe. ;-)

Fazit:
Tränendüsenanimierende Berg- und Talfahrt aller erster Taschentuchgüte mit guten Schauspielern und hübschen Aufnahmen. Ein Film für Romantiker und gebrochene Herzen.

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