Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass sie schon wieder Spaß machen – und es gibt Filme, die einfach nur schlecht sind … „Absolution: the Journey“ ist solch ein Fall, ein cineastischer Totalausfall in allen Belangen.
30 Jahre nachdem ein Asteroid eine neue Eiszeit ausgelöst hat, trifft Kadett Murphy (Mario Lopez) an der „Fullerman“-Militärakademie im ewigen Eis ein, wo er das Verschwinden eines Freundes untersuchen will. Der Leiter der Institution, Sgt. Bradley (Richard Grieco), führt sein Regiment brutal und skrupellos, wobei er ebenfalls eine Elitetruppe namens „Zero-Team“ ausbildet, um welche sich mysteriöse Gerüchte ranken.
Natürlich stößt Murphy bei seinen Untersuchungen auf eine Verbindung – Bradley redet ständig von einem „Tag der Rückeroberung“ und verbirgt eine geheimnisvolle Maschine im Sicherheitsbereich „Fac-14“ (eine Art Sparversion von „Area-51“). Es stellt sich heraus, dass Bradley in Wirklichkeit ein Alien (!) ist und einen Transporter zu seinem Heimatplaneten gebaut hat (quasi ein Mini-„Stargate“), welcher von dem „Zero-Team“ beschützt wird – jene Männer bekommen zudem noch Steroide verabreicht, welche aus Bradleys Blut gewonnen werden und ihnen besondere Kräfte verleihen…
Wo soll ich nur mit der Kritik beginnen? Die Story ist haarsträubend, voller Klischees (Rivalität unter den Stubenkameraden, militärische „Code Reds“ etc), Logiklöcher und dümmlichen Zufällen – beispielsweise wird Murphy am Ende in eine Zelle gesperrt, in welcher man passenderweise auch seinen vermissten Freund untergebracht hat … oder es gibt zwei Mädchen (eine von ihnen wird von Jaime Pressly dargestellt), welche problemlos „unerkannt/unbehelligt“ in der Militärbasis ein und aus gehen, um sich mit den Jungs zu amüsieren oder ihnen am Ende beim Kampf gegen „die Bösen“ auszuhelfen.
Das Produktionsdesign ist extrem billig – vor allem ein dünnes Dachfenster (man bedenke, dass der Film im ewigen Eis spielt), das Trainingsgelände (eine Turn- oder Lagerhalle mit Baugerüsten und Pappmauern, bei der man zusätzlich die Wände mit Tarnnetzen abgehängt hat) sowie sie grauenhaften F/X am Ende haben mich mehr als einmal zum Kopfschütteln sowie Schmunzeln veranlasst. Ferner sind mal wieder die von Regisseur David DeCoteau bekannten homo-erotischen Untertöne (viele Aufnahmen von Männern beim Schwitzen, Umziehen etc) unübersehbar…
Kommen wir nun zu den „Darstellern“: Mensch, Richard Griecos Karriere fing doch in Form von „21 Jump Street“ mitsamt des Spinn-Offs „Booker“ so gut an, seine ersten Filme (“Teen Agent“/“Mobsters“) waren ebenfalls einigermaßen ansehnlich und machten Laune – doch was er hier bietet, sollte ihm eigentlich ein Berufsverbot einbringen, denn er chargiert auf ganzer Linie als „knallharter Ausbilder“ (da hilft auch die Tatsache nicht, dass er in Wirklichkeit ein Alien sein soll) … quasi „over-acting“ ohne den „acting“-Teil. Selten habe ich eine solch schlechte und lächerliche Leistung gesehen. Mario Lopez (der Typ aus der TV-Serie mit den Cops in Shorts auf Fahrrädern) ist ebenfalls mies, was jedoch durch Griecos noch schlimmere Leistung etwas übertüncht wird. Man kann in diesem Fall getrost verallgemeinern und sagen, dass sich im gesamten Film keine annehmbare schauspielerische Leistung entdecken lässt.
Gibt es positive Aspekte? Eigentlich wäre da nur Jaime Pressly („Poison Ivy 3“ / „Ticker“ / „Torque“) zu erwähnen, die wirklich blendend hübsch aussieht und eine heiße Erotikszene abliefert, jedoch eine extrem schwach konzipierte Charaktere verkörpert – und selbst das nicht sonderlich gut.
Um es noch einmal klar herauszustellen: Der Film ist konsequent spannungslos, die Dialoge unterirdisch, Inhalt und Umsetzung lächerlich. Trotz einiger Überlegungen ist mir kein einziger Punkt in den Sinn gekommen, welcher eine bessere Bewertung als das absolute Minimum rechtfertigt.
Fazit: Regie-Niete DeCoteau, der sich ebenfalls für „Knaller“ wie „Killer Eye“ oder „Voodoo Academy“ verantwortlich zeichnet, hat mit „Absolution“ – trotz der drei in B-Film-Kreisen bekannten Hauptdarsteller – einen auf ganzer Linie kompromisslos schlechten Film abgeliefert … 1 von 10.