Inhalt:
Japan, zu Beginn der Showa-Ära (1926 - 1989, als Hirohito der Tenno im "Land der aufgehenden Sonne" war), im Ort Shirataku, auf der Insel Hokkaido.
Morihei Ueshiba (Jiro Chiba), ein Farmer, ist zugleich ein Lehrer der Kampfkunst, die er aber nur sehr oberflächlich beherrscht. Seine Schüler sind junge Menschen aus dem eher ländlichen Ort.
Einer von ihnen gerät in Konflikt mit der Gang von Shinbei Natori (Sonny Chiba), der ein starker Karate-Fighter ist.
Natori kommt in die Schule, und ein Kampf gegen Morihei ist unausweichlich. Morihei verliert, und bei dieser Auseinandersetzung verletzt Natori unabsichtlich eine junge Frau, die labile Mine (Yoko Koizumi). Natori kümmert sich nunmehr fürsorglich um Mine, die sein Leben begleitet.
Indes will Morihei Ueshiba seine Kampftechniken verbessern, um Natori einst zu einer Revanche stellen zu können.
Er trifft auf den Kämpfer Okita (Tsunehiko Watase), verliert erneut, und Okita empfiehlt ihm die "Shiten"-School von Master Honda (Masafumi Suzuki).
Doch der ist hinsichlich neuer Schüler sehr wählerisch. Schließlich wird Morihei sein Schüler. Morihei verbessert sich stetig. Sein Ausbildungsweg geht weiter, er trifft dabei auf den älteren, jähzornigen Bruder von Natori, und im Kampf kommt dieser zu Tode.
Über Kashima und Tokyo führt Moriheis Ausbildung in diversen Techniken nach Ayabe, erst hier reift er zu einem formidablen Kämpfer vor allem im Jyujitsu. Auch seine Ungestümtheit kann Morihei ablegen, sein Körper und sein Geist erfahren mit den Jahren eine ausgereifte Schulung.
Schließlich kann Morihei gar seine eigene Schule eröffnen, sein eigenes Dojo.
Zu seinen Schülern gehören der Admiral a.D. Ozaki, und dessen blutjunge Enkelin, die bildschöne Sanae (Etsuko Shiomi).
Derweil verbrachte Okita 3 Jahre wegen Mordes im Gefängnis.
Shinbei Natori will den Tod seines Bruders rächen, und den Kampf mit Morihei Ueshiba.
Natori findet Morihei, doch soll Morihei erst Mine beistehen, als diese im Sterben liegt.
Das Duell zwischen Natori und Morihei ist unausweichlich, doch erst müssen Okita und dessen Schergen besiegt werden. Das erledigt jedoch Sanae fast im Alleingang.
Die Geburt einer neuen Kampfkunst: Natori gegen Morihei, Karate gegen die fließenden Techniken des Mannes, der die Kampfform des Aikido aus diesen Arten der Selbstverteidigung einst entwickeln sollte.
Kritik:
Im Jahre 1975 gestaltete Regisseur Shigehiro Ozawa diesen insgesamt spannenden und actiongeladenen Sushi-Eastern, mit den Brüdern Jiro und Sonny Chiba in den Hauptrollen.
Es entstand ein phasenweise beeindruckender, kurzer (82 Minuten Laufzeit) Karate-Actioner, der ein Fragment aus dem Leben des Aikido-Begründers Morihei Ueshiba (1883 - 1969) beinhaltet, einem Pionier der Kampfkunst, der eine neue Selbstverteidigungsform aus der Taufe hob.
Die typisch japanische, eingangs eher gemächliche Erzählweise einmal mehr hier, und die Entwicklung eines Mannes, der erst ungestüm und fahrig ist, hin zu einem Meister, dessen Körper und Geist gleichermaßen eine Schulung durchläuft, ist faktisch eine Läuterung von Körper, Geist und Seele dieser Hauptfigur. Gleichsam atmosphärische Bilder, Biopic, Action und auch melancholische Szenen die ein aufkommendes Tempo auch mal drosseln, bestimmen hier den Takt.
Doch als Manko bleibt festzuhalten: Die Story um den Aikido-Begründer ist sprunghaft, fragmentarisch, fast inkohärent und somit holprig in Szene gesetzt. Es ist allem nicht so leicht zu folgen, eine sauberere Abhandlung hätte man sich hier gewünscht, eine Regie und Inszenierung mit feinerer Klinge bleibt man dem Betrachter -leider- schuldig.
Hier sind wohl 82 Minuten Laufzeit, für einen Streifen der eine Phase im Leben eines legendären Meisters, der eine vielbeachtete Kampfform erschuf -also eine durchaus ambitionierte Zielsetzung die dieser Film hat-, doch arg wenig.
Dennoch ist der Film fesselnd, mündet alles schlussendlich noch schlüssig in ein Duell der Hauptakteure, der Cast ist stark und charismatisch, die Jyujitsu- und Karate-Action reißt was raus, und es läuft sich alles doch noch zurecht.
Es gelang dann doch, dem Betrachter am Ende das Gefühl gut unterhalten worden zu sein, zu vermitteln. Tja, schwer zu umschreiben.
Japans MA-Megastar Sonny Chiba (1939 - 2021) überließ hier seinem Bruder Jiro die Rolle des legendären Aikido-Sensei Morihei Ueshiba.
Jiro spielt diese Rolle zunächst so ungestüm und auch jähzornig, wie man es bei diesem Aikido-Kämpfer kaum vermutet hätte. Dann läutert sich sein Charakter, das spielt Jiro Chiba soweit überzeugend. Ob Sonny Chiba das noch besser verkörpert hätte, sei mal dahingestellt. Ich denke, ja, das hätte Sonny noch besser dargestellt. Nun denn. Als "Mas Oyama" in der diesem gewidmeten Trilogie ("Karate Bullfighter" - "Karate Bearfighter" - "Karate for Life", siehe meine Reviews auf dieser Website) bewies Sonny schließlich, dass er einen legendären Sensei verkörpern konnte.
Sonny Chiba trägt als Gegenspieler, der aber auch eine brüchige Männlichkeit in sich trägt so wie eine soziale Ader, denn den Streifen erheblich mit.
Seine MegaStar-Aura bringt Chiba natürlich auch gekonnt mit ein, wenn man seine asthmatische Stimme hört, sein Spiel und seine Karate-Skills sieht, ist der Eastern-Fan ohnehin sofort in seinem Element.
Eigentlicher Villain ist Tsunehiko Watase, der das solide macht.
Einer der Senseis die die Ausbildung Moriheis übernehmen ist Masafumi Suzuki, oft zu sehen in den Chiba- und Etsuko Shiomi-Filmen. Auch er agiert solide-überzeugend.
Sehr interessant ist der Vorspann mit den Credits in diesem Film, denn hier agiert kein geringerer als Kisshomaru Ueshiba (1921 - 1999), der 3. Sohn von Morihei Ueshiba höchstpersönlich, der hier den eigenen Vater darstellt. Er zeigt einige Aikido-Techniken, was natürlich einen Schuss Authentizität in diesen Sushi-Eastern bringen soll, und letztlich bringt -siehe mein Eintrag unter "Sonstiges", Vorspann mit Credits bei YouTube-!
Yoko Koizumi brilliert fast in der Rolle der äußerst labilen Schutzbefohlenen Sonny Chibas, was dessen Figur die soziale Motivation und diesem Film die -durchaus gelungenen- kitschig-melancholischen Sequenzen verleiht.
Erst spät in diesen Sushi-Eastern einsteigend, aber die Sache deutlich anhebend: Etsuko Shiomi, meine japanische Lieblings-Darstellerin. Wieder äußerst attraktiv in ihrer Erscheinung -ich würde sie wirklich nur dann von der Bettkante schubsen, wäre ich mit den beiden attraktivsten und heißesten Frauen Deutschlands verheiratet: Jana Azizi und Fanny Fee Werther-, und vor allem bringt sie die Karate-Fight-Action hier auf Touren!
Das bringt mich zur Action. Natürlich reißen auch die vielen Jyujitsu- und Karate-Fights die Sache hier raus. Kernige, eisenharte Karate-Kämpfe, gekonnt-intensive Choreographien, knallharte Action, und diverse Kampf-Techniken bedeuten auch eine facettenreiche Abwechselung für den Zuseher.
Das Finale ist denn nicht nur das Duell zwischen den Chiba-Brüdern, vor allem Etsuko Shiomi mischt im Alleingang in einem "1 vs. 5+"-Fight den Endkampf so richtig auf.
Eine sauberer inszenierte Storyline hätte "The Defensive Power of Aikido" noch runder gemacht. Immerhin, eine soweit stimmige Atmosphäre -siehe mein Eintrag mit den Screenshots unter "Sonstiges"-, solide Darstellungen inklusive der Starpower mit Sonny Chiba und Etsuko Shiomi, sowie kernige Fights mit knallharter Jyujitsu- und Karate-Action, sorgen für eine insgesamt noch mehr als passable Unterhaltung für den eingefleischten Sushi-Easternfan.
7/10.