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"Das war kein persönlicher Gefallen, General. Ich tue nur meine Pflicht."

Auf einem Planeten der Arachnoiden flüchtet eine versprengte Einheit der Mobilen Infanterie vor den übergroßen Insekten in einen verlassenen militärischen Vorposten. Dort gelingt es ihnen mit dem Kriegshelden Dax (Richard Burgi) die Stellung zu halten und eine handvoll weiterer Soldaten unterzubringen. Diese benehmen sich mit der Zeit allerdings merkwürdig.

"Starship Troopers 2: Held der Föderation" teilt das Schicksal vieler anderer Fortsetzungen, die als Direct-to-Video-Produktion unter einem geringen Budget leiden. Von Paul Verhoeven's ("Black Book", "RoboCop") Militär-Satire ist nur noch der Rumpf übrig geblieben.

Zu Beginn bedient sich die Fortsetzung an Bildern des Vorgängers. Dies macht den Qualitätsunterschied umso offensichtlicher. Die sauberen und aufwendigen Effekte weichen schnell grobkörnigen Bildern, die einem B-Movie noch gerade angemessen erscheinen.
Das Setting wandelt sich von einem Kriegsszenario zu einem Haunted-House-Motiv mit Horror-Elementen. Dies bringt keinerlei Innovationen mit sich. Der Film quält sich von einer vorhersehbaren Situation zur nächsten. Wobei die Handlung mit ihrer seltsamen Körperübernahme Thematik häufig mit der Logik kämpft und die klischeehaften Charaktere weder sympathisch noch nachvollziehbar sind.

Der zynische Humor ist zwar geblieben, Dank der miesen Synchronisation wirken die Seitenhiebe auf das Militär allerdings wie eine Schlaftablette. Viel Atmosphäre büßt "Starship Troopers 2" auch wegen dümmlichen Dialogen und wenig angemessenen Parolen ein.

Handwerklich ist der Film ähnlich durchwachsen. Ohne Konzept ist "Starship Troopers 2" geschnitten, was zu sehr holprig präsentierten Bildern führt. Plötzliches und völlig deplaziertes Zoomen verwaschen die Optik genauso wie die wacklige Kameraführung.
Die Außenszenen sind mit detailarmen, digitalen Hintergründen versehen. Gerade bei den Kulissen wird das überschaubare Budget spürbar. Häufig blenden Dunkelheit und Sandstürme nötig gewesene Details aus, genauso die die häufig herangezoomten Gesichter der Darsteller. Im Gegensatz dazu sind die Kreatureneffekte und die heftigen Gewaltspitzen gelungen.

Die Darsteller schauspielern recht schwach. Der aus Serien bekannte Richard Burgi läuft stets mit gleichen Gesichtszügen durchs Bild, ähnlich wie die meisten anderen. Die aus dem Vorgänger bekannte Brenda Strong übernimmt eine ähnlich Rolle wie zuvor, kann aber ebenso wenig als Leitfigur überzeugen. Hier harmonieren weder die Darsteller noch die Rollen miteinander.

"Starship Troopers 2: Held der Föderation" ist gegenüber seinem Vorgänger ein ziemlicher Ausfall und auch alleinstehend alles andere als überzeugend. Das ansprechende Kriegsszenario weicht einem unausgegorenen Kammerspiel, das mit seinen Horrorelementen eher befremdlich und unpassend erscheint. Die abgegriffenen Klischees langweilen genauso wie die gesamte Präsentation des Films. Nur bei den Effekten finden sich, trotz technischen Schwächen, ein paar Höhen. Sehr Knappe ...

3 / 10

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