Sechs Jahre nach Paul Verhoevens „Starship Troopers“ haben die Köpfe bei Tristar Pictures nun endlich eine Fortsetzung jener herrlich satirischen Sci-Fi-Schlachtplatte produziert (die „Wartezeit“ der Fans versuchte man ja (mehr oder minder erfolgreich) mit der animierten Serie „Roughnecks: The Starship Troopers Chronicles“ zu überbrücken), doch von Beginn an wurde „Hero of the Federation“ speziell für den Videothekenmarkt konzipiert – eine Entscheidung, die mich nicht sonderlich verwundert hat, schließlich lief der erste Teil zwar einigermaßen erfolgreich, doch das Verhältnis zwischen seinem Einspielergebnis und den hohen Produktionskosten sah nicht ganz so überzeugend aus…
Um das finanzielle Risiko zu minimieren, bewilligte man daher ein Budget von nur rund 6 Millionen Dollar (weniger als ein Zehntel des ersten Teils), verzichtete auf bekannte Namen bei Cast & Crew und glich die Story an die zur Verfügung stehenden Mittel an, weshalb der Zuschauer auf kostenintensive Effektorgien verzichten muss – um diese wenigstens in Teilen trotzdem zeigen zu können, griff man auf „Stock Footage“ des Originals zurück und verlegte jene F/X-Shots kurzerhand in eine nächtliche Umgebung.
Um es gleich vorweg zu nehmen: „Starship Troopers 2“ ist kein sonderlich guter Film geworden. Zwar bietet er streckenweise recht passable B-Film-Unterhaltung und besitzt auch seine Momente, doch gerade der unweigerliche Vergleich mit seinem Vorgänger lässt das Werk noch schlechter erscheinen und schlussendlich gar scheitern – ein Schicksal, welches mit anderen kostengünstigen „Direct-to-Video“-Sequels bekannter Erfolge geteilt wird (wie etwa „Cruel Intentions 2“ oder „American Psycho 2“).
Man hat jedoch offensichtlich versucht, eine filmische Totgeburt zu verhindern: Angesichts des knappen Budgets und der eingeschränkten Drehzeit von nur 26 Tagen, verlegte Drehbuchautor Ed Neumeier (der immerhin schon das Skript des Originals schrieb) die Handlung in eine abgeschiedene Location, welche von den Bugs belagert wird (also das “Rio Bravo“-/“Assault on Pre.13“-/“Ghosts of Mars“-Thema), so dass man keine großen Schlachten konzipieren musste. Zusätzlich sollte nun alles in der Nacht spielen und man erfand eine neue Art von Bug, die nur in bestimmten Situationen zutage tritt (Stichwort: „the Hidden“/„Body Snatchers“).
Den Regiestuhl besetzte man mit Phil Tippett – zwar ein Neuling auf diesem Gebiet, aber immerhin Oscar-Preisträger für seine „Jurassic Park“-Effekte. Auch er hatte bereits am Original mitgewirkt, so dass er das Fachwissen besaß, was im Rahmen des Budgets überhaupt möglich ist – ein weiterer Pluspunkt, denn er versucht gar nicht erst, gigantische Schlachten mit Hilfe der begrenzten Mittel darzustellen, sondern nutzt relativ unauffällig am Rande „Stock Footage“ und konzentriert sich statt dessen auf die neue Bugart, deren Endergebnis sich durchaus sehen lassen kann.
Die Story richtet ihren Fokus auf eine Einheit von Föderationssoldaten unter dem Kommando von Gen.Shepherd (Genreveteran Ed Lauter aus „Cujo“ oder „Extreme Justice“), deren Rest sich nach herben Verlusten in einem verlassenen Außenposten verschanzt und vorort auf nur einen einzigen Überlebenden trifft, welcher zudem seinen Vorgesetzten wegen falscher Entscheidungen getötet hat – Cpt.Dax (Richard Burgi, TV´s „the Sentinel“). Während die Bugs nun in den Komplex einzudringen versuchen, scheinen nach und nach etliche Soldaten von einer seltsamen Macht befallen zu werden, welche sie zu beeinflussen sowie direkt mit den Bugs draußen in Verbindung zu stehen scheint…
Okay, die Story ist wirklich so arm an Innovationen, wie sie klingt, und tatsächlich gibt es außer einigen blutigen Härten und einer freizügigen Nebendarstellerin keine nennenswerten Überraschungen – allerdings sieht man dem Film so das geringe Budget immerhin nicht unbedingt an (wie gesagt: man muss sich anfangs schon von einem Vergleich mit dem ersten Teil verabschieden, sonst hat man ohnehin verloren). Da man jedoch von einem großen „Epos“ zu einem kleinen Rahmen übergegangen ist, wirkt das gesamte Werk von seiner Struktur her eher wie eine Folge der „S.T.Chronicles“, nicht wie eine direkte Fortsetzung.
Was kann man positiv erwähnen? Das Konzept geht angesichts der Voraussetzungen durchaus in Ordnung, man hat nicht an blutigen Einstellungen gespart, kurzzeitig gibt es Momente mit einer gewissen düsteren Atmosphäre, die elektrische Umgebungssicherung des Außenpostens ist ein guter (und nett umgesetzter) Einfall, die neue Bugart hat man passabel durchdacht und darüber hinaus zufriedenstellend animiert.
Aber nun zu den negativen Aspekten, die klar überwiegen: Die schauspielerischen Leistungen sind mäßig (Burgi/Lauter) bis schlecht (ziemlich der gesamte Rest), es gibt fast gar keine richtige Charakterzeichnung, Blitze und Nebel bei Außenaufnahmen nerven und die Waffen der Soldaten sind einfach nur lächerlich („Strobelight“-Gewehre?!). Wegen des episodenhaften Charakters der Handlung hat man zudem fast völlig auf die ironischen Propaganda-Clips verzichtet – nur am Anfang und Ende bekommt man einige zu sehen, und diese sind dazu noch arg platt sowie witzlos geraten. Der beste Einfall ist trotz allem noch der Schluss: Wenn Cpt.Dax posthum als „Held der Föderation“ gefeiert wird, lässt das für einen Moment den ironischen Biss des Originals durchschimmern, denn jener Titel symbolisiert alles, was Dax eigentlich an seiner kommandierenden Institution verabscheute…
Fazit: „Starship Troopers 2“ ist nur im Vergleich zum Original eine totale Katastrophe – für sich allein betrachtet geht er knapp als gerade noch erträglicher B-Film-Trash durch … insgesamt allerdings trotzdem nur maximal „3 von 10“.