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Die Menschheit befindet sich immer noch im Krieg mit den Bugs, denen man auf dem Schlachtfeld mit schierer Feuerkraft und Manpower beizukommen versucht. Auf dem Heimat-Planeten der außerirdischen Insekten zieht sich eine Einheit der mobilen Infanterie nach einem Gefecht in einen scheinbar verlassenen Stützposten zurück, wo man jedoch den vom Krieg desillusionierten Captain Dax vorfindet, der wegen der Ermordung eines vorgesetzten Offiziers eingekerkert wurde... und der den Soldaten nach seiner Befreiung dabei hilft, den anrückenden Bug-Horden Saures zu geben. Nachdem man sich im Bunker verschanzt hat, wähnen sich die Überlebenden fürs Erste in Sicherheit, doch der Stützpunkt ist bereits von einer neuen Bug-Spezies verseucht, die in lebenden Menschen eindringt und die Kontrolle über ihre Wirtskörper übernimmt... Die Fortsetzung zu Paul Verhoevens 1997er-Science-Fiction-Kriegsspektakel kann diesem nicht das Wasser reichen: F/X-Fachmann und Neu-Regisseur Phil Tippett behält zwar den Ekel- und Gewaltgrad des Erstlings weitestgehend bei, verzichtet aber - abgesehen von kurzen Spurenelementen zum Ende hin - auf dessen satirischen Anstrich, was "Starship Troopers 2: Held der Föderation" für sich schon sehr viel weniger reizvoll erscheinen lässt... zumal das Ganze als Direct-to-DVD-Sequel vom Produktions-Umfang her direkt auch mal zwei Nummern kleiner ausgefallen ist. Okay, der Beginn kommt da noch einigermaßen in der Tradition des Kino-Originals daher, auch wenn die Action in der Eingangs-Sequenz da schon nicht mehr so spektakulär (und ganz schön dunkel) ist, doch ist das nur der Ausgangspunkt für eine weitere "Körperfresser"-Variation, was sich da mit der Einführung einer neuen parasitären Bug-Spezies handlungsmäßig ja auch ganz einfach bewerkstelligen lässt. Das alles degeneriert dann mittendrin zu einem klaustrophobischen Horrorfilmchen, welches unambitioniert in einigen hässlichen Sets runtergekurbelt wurde, was einen doch maßlos enttäuscht. Die aufgrund des gewählten Szenarios nun bewusst provozierten Vergleiche zu John Carpeneters "Das Ding aus einer anderen Welt" entscheidet die Chose natürlich auch niemals für sich, denn ein ähnliches Paranoia-Feeling kommt hier nie auf, denn als Zuschauer weiß man da doch eigentlich immer ganz genau, wer da gerade "übernommen" wurde. Lediglich Gorebauern, die es nicht so mit Production-Values haben, dürften da noch frohlocken, wenn in regelmäßigen Abständen die splatterigen Make-Up-Effekte eingespielt werden und die Körperteile durch die Gegend fliegen, denn blutig ist dieses Sequel immer noch allemal. Die Subversivität eines Paul Verhoeven mitsamt der geäußerten Gesellschafts- und Faschismus-Kritk geht der ungeübten Tippett'schen Inszenierung hingegen vollkommen ab und so erscheint einem "Starship Troopers 2: Held der Föderation" unterm Strich nun leider doch exakt so doof und deppert, wie es dem Vorgänger ja damals bei oberflächlicher Betrachtung allerorts vorgeworfen wurde. Ach ja, die CGI-Effekte rund um die Bugs können qualitativ mit den - zu Recht! - Oscar-nominierten und immer noch gut anzusehenden Tricks des ersten Teils natürlich nicht mehr mithalten, ist klar, ne? Fazit: Wirklich nicht toll, aber es hätte ja auch noch schlimmer kommen können (siehe "Starship Troopers 3: Marauder")...

4/10

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