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Tsang Ma Su [ Lo Meng ] heiratet seine hübsche Nachbarin Yeung Suk Yi [ eine unglaublich süsse Nancy Lau ], ohne zu wissen, dass die reale Yi bei einem Autounfall gestorben ist und jetzt von einem Geist ergriffen wurde. Dieser hilft ihm sowohl bei einer drohenden Häuserräumung als auch gegen seinen fiesen Arbeitgeber Johnny Tien [ Lau Dan ], der dafür ebenso verantwortlich ist wie für weitere Schweinereien. Da erkennt sie ihr beim Unfall dabeigewesener Exfreund Mr. Wong [ Law Ho – Kei ] wieder und wird misstrauisch; er engagiert einen Geistervertreiber...

Im Gegensatz zu dem auch nicht gerade mit Vorschusslorberren ausgestatteten Vorgänger Hex VS Witchcraft ist das Sequel wirklich nicht gut und weisst viele der Attribute auf, die auch dem zweiten Teil von Kueh Chi Hungs Hex Trilogie zugeschrieben werden. Wo dort trotz vorhersehbarer, konventioneller und eben überraschungsfreier Gags dennoch eine hohe Anzahl gelungener Lacher erwirkt werden konnte, lässt sich hier kaum einer finden; obwohl man sichtbar die gleiche Methode verfolgt. Man kann dann von der Umsetzung her auch gar nicht so richtig benennen, warum es dort funktionierte und hierbei eben nicht; aber schon der Wechsel des Hauptdarstellers und die rein von der Ausgangssituation primär ernste Geschichte als Unterbau lassen sich dann eben doch schnell als Sündenbock ausmachen.

Diesmal hat man sich mit Lo Meng als Protagonist das komplette Gegensteck zu James Yi Lui ausgesucht; der Vorteil der Abwechslung durch kontrahierendes Benimm und Aussehen ist dann auch schnell aufgehoben, wenn man spitzkriegt, dass Lo Meng alles ist, aber eben kein Komiker. Schon gar nicht als Naturtalent und auch nicht mit der Gabe ausgestattet, über die Optik allein schon amüsant zu wirken. Lo ist einer von Chang Chehs Five Venoms und verfügt über einen prächtig gestählten Körper, aber das reicht wohl nicht aus, um einen auf Humor beruhenden Film zu stemmen und die nur mässig gescheite Witze zu transportieren. Auch der Sympathiefaktor wirkt durch mehrere Tatsachen weitaus geringer als bei Lui; über den konnte man eben auch schadenfroh lachen oder sich auch einzig an der Gestalt belustigen. Bei Lo denkt man sich angesichts der ihm passierenden Situationen die ganze Zeit nur, warum er dem Gegenpart nicht endlich mal eins an Hals klatscht; die Fähigkeiten dazu hätte er vom Körperbau her ja nun mal. Legt er sich doch mal mit jemandem an, zieht er dann auch noch meistens den Kürzeren; super Identifikationsfigur.

Diese Chance lässt ihm das Drehbuch also nicht, auch der restliche Aufbau geht grundsätzlich den Bach runter; obwohl man zugestehen muss, dass der Vorgänger auf dem Papier nicht wirklich cleverer aufgebaut war.
Eher noch im Gegenteil, dort war es ja nur mehr eine Abfolge von unmerklich modifizierten Sketchen; hierbei geht man eben mehr in die Vollen, was Struktur, Handlungsschauplätze und Szenenaufbau betrifft. Es ist zumindest in der ersten Hälfte eine soweit vollendete Geschichte vorhanden, die auch noch einen milden Bezug auf den Vorgänger erschaffen kann und sogar reale Attribute aufweist. Intern sind Fragen des Wohnungsbaus und der Arbeitsplätze von Bedeutung; durch Bevökerungs- und Wirtschaftswachstum und steigenden Bodenpreisen ist nicht mehr allen Flächennutzungsinteressen ausreichend Raum geboten, so daß der Immobilienmarkt zugespitzt ist und bestimmte Schichten der Bevölkerung an den Rand und darüber hinaus gedrängt werden.
Die Interessengegensätze reichen dann auch in die politischen und administrativen Institutionen hinein; eine Petition und anschliessender Streik der gewaltsam evakuierten Bewohner wird von den zuständigen Behörden nur scheinbar registriert. Ein Brite [ !; Verweisung auf 1997 erfolgt auch ] nimmt den verfassten Bestandteil demokratischer Grundrechte an und bedankt sich, und verbrennt die Akte mit anderen hinter dem Rücken der Öffentlichkeit.
Auch der Arbeitsmarkt könnte tiefgreifende Strukturreformen gebrauchen; Tien leitet die Firma als Diktator ohne Rücksicht auf Kündigungsschutz, Tarifrecht und Arbeitszeitregelungen.

Die Anklage an gesellschaftliche Mißstände und der Angriff an aktuelle politische Umstände hat hierbei aber das falsche Medium gewählt, weil das Umfeld dafür nicht stimmt. Ausserdem ist es nur ein sehr kleiner Beitrag; zu wenig präsent und mehr für das folgende Geschehen erheblich als direkt als Satire wirkend. Der Umkehrschluss über eine potenzielle Bereicherung an Möglichkeiten reicht dann auch nicht aus, die restlichen Mankos zu überspielen, sondern hat dann eher noch einen nachteiligen Effekt durch die Handhabung. Der Film lärmt nämlich, ist laut und auf die Dauer auch anstrengend; hat eben kein ruhenden Pol, weil er ständig am Springen ist. Einen drohenden Vorgeschmack darauf gibt schon allein der wahrlich unsägliche Vorspann; wonach man dann das Schlimmste auch schon überstanden glaubt, dem zwar auch so ist, aber es sich nur unwesentlich bessert.

Die Belästigung kommt vor allem daher, dass man krampfhaft und mit allen Mitteln mimischer oder gestischer Extreme die Pointen sucht; man sieht dem Produktionsteam richtig beim Arbeiten, eben dem Erschaffen grotesker Modifikationen zu. Besonders in der zweiten Hälfte versucht man das über ein Trickspektakel: Zwei Exorzismen werfen die Effektschiene an, später wird sogar noch eine Thomas Jefferson Statue lebendig.
Dies hat aber ebensowenig Erfolg wie die wenigen Parodien, die mittlerweile auch sehr antiquiert erscheinen; fraglich ob damals die harmlosen Star Wars Bezüge grosse Knaller waren. Zwei Verlinkungen hat man zum produktionseigenen Studio der Shaw Brothers selber gemacht sowie noch spezieller zu Shaolin Temple und Lau Kar Leung. Der letztere bekommt seine Hommage über den Namensähnlichen Lau Gia Lin [ = der Exorzist ] zugewiesen, Witz komm raus.

Dass man von Seiten der Macher nicht so genau weiss, was rechtens ist und was eben nicht bekommt man dann noch heftiger zu spüren, als plötzlich ein armer, alter geschundener Mitarbeiter der Firma tatsächlich Selbstmord begeht; auch am Ende ist jemand wirklich tot, was wohl kaum für Heiterkeit sorgt.
Der Film ist nicht nur dann das Äquivalent zu einem traurigen Clown; nichts ist schlimmer als eine unlustige Komödie.

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