Review

Inhalt:

China vor etlichen Jahrhunderten. Der manchurischen Qing-Dynastie ist die chinesische Martial-World mit ihren rebellischen Clans, Kriegern und Helden ein Dorn im Auge.
2 der besten Kämpfer dieser Helden sind Miao Yan Fung (Alex Man Chi-Leung) und Wu Yi-Dao (Leung Kar Yan). Beide sind recht schaffend und respektieren eigentlich einander...!

Doch Tien Guan Nung (Ku Kuan-Chung), eigentlich ein Schüler von Miao, er gehört dem Tien Lung-Clan an, der zusammen mit Lord Fok Hong-An (Michael Tong) mit den Qing kollaboriert.
Und Tien will Miao und Wu in ein Duell zwingen..., und den Überlebenden posthum töten!

Es kommt zu diesem Duell..., beide Kämpfer wollen wissen, wer der Bessere von beiden ist.
Beide Fighter kommen sich menschlich während ihrer Auseinandersetzung näher, die aufgrund der Frau (Yuen Qiu) von Wu, welche hochschwanger ist, unterbrochen wird. 
Tien vergiftet die Klinge Miao´s..., sodass letztendlich Wu bei der Fortsetzung dieses Duells sein Leben verliert!
Wu´s Frau begeht suizid..., das Neugeborene kann jedoch vom Onkel, Ping Xi (Lam Fei Wong), vor dem Zugriff Tien´s gerettet werden.

Die Jahre vergehen, und aus Wu Fei (Felix Wong Yat-Wa) wird durch die Aufzeichnungen seines Vaters ein mehr als passabler KungFu-Fighter!
Wu Fei will den Tod seiner Eltern rächen, und Miao töten.

Die KungFu-Kämpferin Yuan ("Kara" Hui Ying Hung), die schon mehrere KungFu-Schulen aufsuchte und die Meister dieser Schulen bezwingen konnte, wird ihm zu einer Gefährtin.
Jedoch wird Miao zum Opfer eines Attentats der Tien-Kämpfer, und er wird durch Gift geblendet!
Im "Poison Garden" der Martial World soll zunächst ein Gegengift entdeckt werden..., bevor sich Miao und Wu Fei duellieren.

Die schöne Soo Ching Ling (Tai Liang-Chun) kann dieses Gegengift herstellen.
Auch sie gerät in den Bann von Wu Fei..., so wie Yuan!
Lord Fok und Tien Guan Nung wollen endlich die feindlichen Clans auslöschen..., und diesen eine Falle stellen. Doch Miao durchschaut dies..., und es kommt zu einem heftigen Kampf!

Schließlich will Tien Guan Nung seinen Widersachern, Wu Fei und Miao Yan Fung, bei ihrem Duell auflauern, und sie endgültig aus dem Weg räumen.
Beide Männer müssen ihre Kräfte für einen alles entscheidenden, letzten Kampf bündeln. Es kommt zum blutigen Show-Down auf Leben oder Tod..........


Fazit:

Im Jahre 1984 befanden sich die Studios der Shaw Brothers in ihrer Endphase, und hatten bereits die besten Zeiten hinter sich.
Und dieser Streifen hier..., "New tales of the flying fox", ist einer der besseren Filme jener zu Ende gehenden Ära. 
Unter der Regie von Lau Sze-Yu (aka Lau Shut-Yue aka Li Shi-Yu) entstand ein bunt-unterhaltender und actionreicher Eastern mit viel Tempo und Atmosphäre, der den Fan des Genres weitgehend zufrieden stellen konnte.

Auch in der chinesischen Martial-World, einer eher surrealen Welt der Clans, Helden und Krieger hat hier die -ja einst real existente- manchurische Qing-Dynastie das Zepter in der Hand, und die Helden gehen mutig gegen an. Und das ja denn auch mit allerlei Tricks, den unvermeidlichen Fliegereien, physikalischen Unmöglichkeiten..., in den bunt-künstlichen Sets ala Shaw Brothers. 
Also kein klassischer Eastern, sondern ein Film mit den Stilmitteln Chu Yuan´s, der ja für die märchenhafteren Eastern Shaw´s zuständig war.

Was Wunder, denn hier wurde eine Roman-Vorlage von Louis Cha verfilmt, der sich ja auch eine 30-stündige TV-Serie widmete, und hier auf 90 Minuten eingedampft wurde.
Und auch Shaw´s Star-Regisseur Chang Cheh nahm sich ja des Stoffes bereits an, in seinem Venom-Eastern "Legend of the fox" (siehe mein Review auf dieser website).
Hier hängte sich also Lau Sze-Yu an..., und kreierte einen bunten 90 Minuten-Eastern..., mal märchenhaft surreal, doch auch mit blutiger Action und einer gediegenen Abenteuer-Atmosphäre!

Weitestgehend stringent geht die Regie die Storyline an, eine letztendlich einfache Geschichte wird hier flüssig erzählt: 2 Männer duellieren sich, die eigentlich recht schaffend sind und sich zu respektieren lernen. 
Die Villains sind lachende Dritte..., doch der Sohn des Unterlegenen (der aber eigentlich eher versehentlich von seinem Konkurrenten getötet wird) will sich später rächen. Schließlich verbünden sich beide gegen den gemeinsamen Feind.
Zwar hat alles ein hohes Tempo, doch die Sequenz im "Poison Garden" der Martial World hat denn doch einige Längen, da wird viel dialogisiert. Dafür geht es dann im Finale Schlag auf Schlag..., hier hätte die Regie für meinen Geschmack eine andere Dosierung finden müssen: Weniger Länge im "Poison Garden", dafür gedehntere Action im Finale..., das ist aber eigentlich schon das einzige offensichtliche Manko.
Ansonsten stimmen Stringenz und Tempo dieses unterhaltsamen Eastern.

Der Cast besitzt wenig Prominenz..., die großen Stars der Shaw Brothers, man findet sie hier nicht. Etwas unbekanntere Darsteller sind hier mal am Zug, und machen ihre Sache gut!
Der junge Held wird von Felix Wong Yat-Wa dargestellt..., und so unverbraucht agiert er auch, zudem agil in seiner Fight-Performance.
Sein "Gegenspieler" ist zunächst Alex Man Chi-Leung..., der zeigt ein besonnenes, abgeklärtes Spiel, und kontrastiert somit gefällig mit dem jungen Heißsporn Wong Yat-Wa.
Dessen Vater -im Film- ist noch einer der namhafteren Darsteller hier: Leung Kar Yan, dieser hat aber nur einen kurzen Auftritt zu Beginn, denn er wird getötet, hat aber zuvor noch einen rassigen Schwertkampf gegen Alex Man Chi-Leung absolviert.

Ku Kuan Chun ist der eigentliche Villain..., er spielt aber den Bösewicht nicht total verschlagen oder total grausam..., mitunter wirkt er eher verunsichert. Dennoch..., ist seine Figur natürlich gefährlich und zielstrebig auf den eigenen Vorteil aus.
Interessant sind die weiblichen Darsteller, die beide dem Helden verfallen: "Kara" Hui Ying Hung..., frech-keck in ihrem Auftreten..., und die überaus attraktive Tai Liang-Chun..., sie bilden mit Wong Yat-Wa eine hier interessante Dreiecks-Konstellation, die das ganze emotional würzt, was als eine kleine Nebenhandlung den Plot auch auflockert, ohne das man diesen aus den Augen verliert.
Überhaupt sind schöne Frauen dabei..., Chan Si-Gaai und Chiu Man-Yan sind da auch nicht zu verachten.

Auf die typische Shaw-Atmosphäre brauchte man auch hier, gleichwohl sich das Studio schon in seiner Endphase befand, nicht zu verzichten.
Die Sets der Shaw Brothers wirken ja sogar dann gepflegt, wenn sich das Geschehen in Ruinen abspielt..., helle, klare Bilder in der Kunst-Natur Shaw´s unter dem Kunst-Himmel des legendären Studios an der Clearwater Bay in Hongkong.
Ansonsten bietet die Movie-Town Shaw´s eine stimmige Atmosphäre, ein Massenkampf findet im Studio statt, hat somit weniger räumliche Offenheit, was aber dann auch diese Fliegereien verhindert, da wird denn reeller gefightet.

Für das Finale denn bittet die Regie nach draußen, an die Küste, die Treppe zu einem Tempel im Vordergrund, das Meer im Hintergrund..., und so bietet sich denn ein stimmiges Bild dem Betrachter, zumal die Kämpfer Ku Kuan Chun´s in safrangelben Kutten antreten, und ihre gefährlichen Kampfringe schwingen lassen...!

Das bringt mich abschließend zur Action, die denn alles abrundet: Okay, es ist ja auch ein fantasievoller Eastern aus der Martial Word, wie erwähnt, da fliegen die Fighter viele Meter hoch, da ist viel Trickserei, auch durch den rasanten Schnitt. Doch macht die Action Spaß..., ein sehr hohes Tempo, rasant und dynamisch geht es zur Sache, auch das berühmte Shaw-Blut fließt..., und auch das Technische stimmt..., knackiges KungFu und Swordplay. Für einen Eastern dieser Gattung war das mehr als okay!

So ist denn "New tales of the flying fox" ein guter Vertreter seines Subgenres..., eines fantasievollen Eastern-Märchens..., mit viel Tempo und Drive in den besonderen Sets der Shaw Brothers erzählt.
Das reicht für knappe aber absolut passable 8/10 Punkten in meiner Bewertung!

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