Mehrfach drehte Billy Blanks für die Firma Shapiro-Glickenhaus, unter anderem „TC 2000“, einen harter Prügelfilm mit einem recht ordentlichen Endzeitszenario, der Actionfans durchaus ans Herz gelegt werden kann.
In der Zukunft ist die Erde (wie so oft) durch Umweltkatastrophen relativ unbewohnbar geworden, weshalb sich die Reicheren unter die Erde zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation aufgebaut haben. An der Oberfläche schlägt sich der Rest der Menschheit durch und das teilweise in Banden und Gangs, die immer wieder versuchen in die unterirdischen Gänge einzubrechen, um dort Nahrungsmittel zu stehlen. Mit für einen B-Film recht eindrucksvollen Bildern und dem entsprechenden Off-Kommentar durch Jason Storm (Billy Blanks) baut die Shapiro-Glickenhaus-Produktion von Anfang an ein durchaus gelungenes Endzeitflair auf.
Um die unterirdische Gemeinschaft zu beschützen, patrouillieren Zwei-Mann-Teams aus sogenannten Trackern. Dazu gehören auch Jason und seine Partnerin Zoey Kinsella (Bobbie Phillips). Als Mitglieder einer Gang zwei Tracker töten und mit Hilfe von deren Leichen die Sperren zur unterirdischen Welt durchdringen, können Jason und Zoey die Angreifer prügelnderweise aufhalten. Die Action zum Auftakt ist auf jeden Fall gelungen und das niedrige Budget wird mit einer ordentlichen Endzeitatmosphäre und einer sicheren Regie vergessen gemacht.
Doch fiese Subjekte ober- und unterhalb der Erde verfolgen finstere Ziele und rütteln immer mehr an der Sicherheit der unterirdischen Gemeinschaft. Als infolge einer weiteren Intrige der Gangboss Niki Picasso (Jalal Merhi) mit seiner Truppe in das unterirdische Gangsystem eindringt, wird Zoey vor den Augen von Jason erschossen. Der gibt seinen Job als Tracker auf und beginnt einen persönlichen Rachefeldzug gegen die Mörder seiner Partnerin...
Über den Storyverlauf von „TC 2000“ kann man nur wenig schreiben, da der Zuschauer genau wie der Held lange Zeit im Unklaren darüber bleibt, was eigentlich gerade vor sich geht und das Ganze erst am Ende aufgelöst wird. Zwar ist die Story etwas gewollt kompliziert gestaltet für einen B-Reißer mit ca. 90 Minuten voller Prügeleien, aber dennoch eine Abwechslung zu diversen nicht existenten Plots bei anderen Vertretern dieses Genres. Auch die Spannungskurve bleibt recht solide und auch in Sachen Inszenierung ist „TC 2000“ für einen Film dieser Budgetklasse durchaus gelungen. Die Regieleistung geht absolut in Ordnung und die Atmosphäre ist für einen Film mit einem derartig schmalen Budget wirklich sehr gut gemacht, wobei vor allem die ersten Minuten die stimmungsvollsten sind.
Weniger gelungen ist der Film von der logischen Seite, da es hier einige sehr offensichtliche Schwächen gibt: Warum gibt es die Tracker überhaupt, wenn die Sperren doch absolut idiotensicher erscheinen? Warum patrouillieren die Tracker außerhalb der Sperren, da diese ja absolut dicht zu sein scheinen und so die Tracker zu einer willkommenen „Eintrittskarte“ für die Fieslinge werden? Derartige Logikbugs tauchen immer wieder im Film auf und erweisen sich in ihrer offensichtlichen Natur als störend, auch wenn sie durch die stimmige Atmosphäre und vor allem die Action wieder etwas abgefangen werden.
Die Darsteller können auch größtenteils überzeugen. Vor allem Billy Blanks liefert eine überraschend gelungene Performance, die für einen B-Film ziemlich gut ist. Bolo Yeung ist leider nur als Bösewicht wie z.B. in „Geballte Ladung – Double Impact“ klasse; als sprechender Darsteller auf guter Seite kann er nur bedingt punkten. Jalal Merhi bietet einen recht ordentlichen Bösewicht der ausgeflippten Sorte und Bobbie Phillips ist eine solide weibliche Hauptdarstellerin. Die Nebendarsteller, darunter der deutsche Export Matthias Hues als Fiesling, sind immerhin routiniert.
An Action gibt es an sich nur Prügeleien, von dem minimalen Einsatz von sage und schreibe zwei Feuerwaffen kann man eigentlich absehen. Dafür ist die Menge an Action sehr hoch und es geht an sich alle paar Minuten rund. Auch qualitativ können die Fights punkten, was vor allem den hervorragenden Kampffähigkeiten seiner Hauptdarsteller Billy Blanks und Bolo Yeung zuzuschreiben ist, die durchaus akrobatische Moves zeigen. Auch die Choreographie, durch Blanks, Merhi und Stunt Coordinator Ernie Jackson, trägt zum Gelingen der Kampfszenen bei.
Ein atmosphärisch dichter B-Actioner mit vielen Kämpfen und leichtem Trasheinschlag. Zwar trüben Logiklücken das Vergnügen und es ist halt „nur“ ein B-Film, aber Genrefans sei er auf jeden Fall ans Herz gelegt – zumindest in der ungekürzten Version.