Mac [ Leon Lai ] leitet ein Team von professionellen Einbrechern; ihm unterstehen Bird [ Jordan Chan ], Sam [ Sam Lee ] und Michelle [ Michelle Saram ]. Der nächste Auftrag lautet auf die Wiederbeschaffung des Krebsheilmittels S.P.A.T., dass Dr. Kam [ Patrick Lung ] einem anderen Arzt gestohlen hat. Als die Operation misslingt, verdächtigt jeder jeden...
Inoffizieller Nachfolger von Golden Harvest zum hauseigenen 97er Downtown Torpedos, der genau wie sein zusammenhangsloser Vorgänger einen neumodischen Agententhriller darstellt und auch sonst wenig an der Struktur ändert.
Die Erfolgsformel von hippen Jungstars in einer James Bond - ähnlichen Situation wird also beibehalten, nur die Besetzung selber ausgetauscht; wobei die Mischung aus neuen und alten Akteuren ebenso einen guten Kontext aufweist wie auch die Übernahme von Plotzutaten samt geringer Abänderung.
Die Faktoren werden insgesamt zwar neu gesetzt, aber die Unterschiede sind sehr marginal. Eigentlich bleibt also alles beim Alten. Nur unter anderem Namen und von den Ideen her bereits etwas ausgedünnt.
Fehlen den Kantonesen bis auf einigen Bond – Ripoffs aus den 60ern doch jegliche Erfahrungen mit dem Genre, bedient man sich dann logischerweise bei ganz anderen und/oder fremden Elaboraten und dann natürlich bevorzugt bei denen, die in jüngster Vergangenheit wegweisend waren.
Aufhängen tut man sich neben den eigenen, damals schwer angesagten High Tech Reissern Gen X Cops, Gen Y Cops und Hot War wiederum bei Mission Impossible, der samt MI:2 sogar namentlich seinen Verweis bekommt, und dann auch heftig zitiert wird.
Deswegen sieht der Film in der gesamten ersten Hälfte auch aus wie die mittlerweile legendäre Einbruchssequenz aus dem DePalma – Hit, nur durchgezogen von aufgepeppten Endzwanzigern. Man nimmt ein identisches Szenario, weitet Planung und Vorbereitung aus und zieht den Coup dann getreu der Taktik durch. Die etwaigen Stolpersteine wie Hitzedetektoren, Kontrollen von Fingerabdrücken und Augenpupillen, bewaffnete Wärter und noch unerwartet hinzukommenden Gefahren werden natürlich addiert, dazu noch eine falsche und eine echte Bombe eingeführt. Dann der Alarm ausgelöst und so die gesamte Sequenz auf die Spitze getrieben. Ohne allerdings auch nur ansatzweise die Wirkung im Vorbild zu erreichen; dazu übertreibt man die ganze Heist - Szenerie viel zu sehr und setzt sie auch eindeutig zu zeitig und dazu noch ohne jeden stützenden Aufbau in den Film.
Man vergisst nämlich eine richtige Erzählung unter den ganzen Effekten, so dass man rein an der Oberfläche bleibt und alleinig von den Schauwerten her protzen kann. Man bedient sich zwar bei sämtlichen Materialien aus dem Fundus des Genres, aber greift nur die Spielzeuge heraus und vergisst abseits der Gimmicks jegliche thematische Funktion.
Vorher ist nämlich nicht viel passiert und schon gar nichts Aufregendes. Charaktere wurden nicht eingeführt, sondern sind einfach nur da und dann selbst untereinander unwissend von den anderen. Sie haben zwar Namen, aber keine Vergangenheit; ihre Rekrutierung für die ebenso unbekannte IAS wurde nicht aufgezeigt, die Bindungen zueinander sind gleich Null und die Motive hinter allem auch nicht geklärt.
So ist Mac der grosse Unbekannte, aber alle gehorchen ihm.
Sind sie festangestellt oder arbeiten sie nach Lust und Laune ?
Sie erfahren ja nicht einmal, wieviel ihre Missionen bisher eingespielt haben, welchen Anteil sie davon erhalten und wann überhaupt. Hier und da wird ihnen mal Taschengeld zugestanden, aber nur auf Bitten, Betteln und Drängen.
Obwohl es doch eigentlich ihr zustehender Lohn ist, wieso wird da nicht mal ein Machtwort gesprochen ?
Später entzweiht sich die Gruppe für einige Minuten; was überhaupt nicht wirkt, da man vorher schon nicht gleichwertig zusammengearbeitet hat.
Aushilfe bietet selbst der Prolog nicht, der eine schiefgegangene Operation und den Tod eines Teammitgliedes aufzeigt. Die Hintergründe des Todes selber werden später noch einmal geklärt, birgt aber keinen neuen Erkenntnisstand in sich. Warum rastet Bird erst aus und kündigt und ist später trotzdem und/oder wieder dabei ?
Durchgängig drückt man sich um Erklärungen; der Film wirkt öfters um Handlungsszenen zugunsten des Fortganges erleichtert, verliert dadurch aber immer mal den Überblick.
Neben der Handlungführung und den Protagonisten sind dann auch die Gegenspieler unterentwickelt und dadurch uninteressant; obwohl gerade auf der Seite der Bösen mit Ken Wong, Terence Yin und Alex To gleich dreifaches Potential vorhanden ist, die allesamt einzeln schon überzeugen könnten. Wenn sie denn die Chance dazu bekämen; aber die screentime ist viel zu knapp dafür und die richtigen Momente fehlen bis auf ein einziger zugestandener auch. Patrick Lung als ausführender Mastermind ist wie immer in seinen Rollen [ Black Mask, Once upon a Time in China & America ] ein reiner Comiccharakter, der überhaupt nicht ernst zu nehmen ist und gar keine Gefahr darstellen kann; selbst wenn er es darauf anlegen würde.
Die Regie von Wilson Yip versucht dann mit allen Mitteln, das Wenige an Vorgaben stilgerecht umzusetzen und sorgt durch seine Inszenierung für den alleinigen Unterhaltungswert; der aber notgedrungen dennoch unter den von Kollege Teddy Chan bleiben muss. Yip hatte mit der Horrorkomödie Bio – Zombie, dem Polizeithriller Bullets over Summer und dem Drama Juliet in Love bisher drei wundervolle, bemerkenswerte und auch warmherzige Filme abgeliefert, die sich neben der Ausgangsidee auch immer auf die Personen konzentrierten und besondere Charaktere zeichneten.
Hier hat er ausser der Plotline selber nichts in der Hand, womit er arbeiten kann. Abgesehen vom Showdown bekommt man vorher nur die zwei Einbruchsaktionen zu Gesicht; einmal eine total nebensächliche Kurzfassung und einmal eben in der ausführlicheren Version. So hat man zwar drei Höhepunkte, die schnell und ohne Ballast ablaufen; sich aber nicht steigern können, weil nichts dahinter oder zwischen ist, dass ihnen die entsprechende Wirkung mitgibt. Weswegen man trotz aller Geschwindigkeit sich auch letztlich im Kreis drehen und wiederholen muss.
Yip versucht diese Abnutzung zumindest etwas zu verringern; setzt dafür unterschiedliche Farbkombinationen ebenso ein wie später gegensätzliche Loations und versucht den Rest über dem Tempo selber zu überspielen.
Die permanent klinisch weissen Gebäude incl. steriler Innenräume werden im letzten Drittel gegen eine altertümliche Villa auf einem militärisch bewachten Waldgrundstück ausgetauscht, die neben dem Schauplatz Kuala Lumpur schon ein komplett anderes Flair beisteuert. Vorher wurden den verschiedenen Gängen immer einen andere Beleuchtung zugeteilt, so dass sich einige Szenen mal komplett im Rot abspielen, mal in Grün und dann wieder im Blaufilter gehalten sind. Mal wurde sogar mit Leuchtdioden bzw. Stroboskopeffekten in der Dunkelheit gearbeitet, dann die Szenen in splitscreen aufgeteilt, verzögert, beschleunigt, gemorpht; manchmal alles auf einmal. Die Anordnung von speziellen Einstellungen gelingt ganz gut; bringt dem Gesamtwerk zwar nur wenig, aber macht es zumindest visuell recht ansprechend. Allerdings greift man auch hier viel auf Schnickschnack zurück; so sind sämtliche Waffen ebenso deutlichst sichtbar Fake wie die Bewegungen bei der Martial Arts, wodurch die gesamte Action zwar sehr flashig, aber gleichzeitig unangenehm dünn wirkt. Wenn nicht sogar einige Male sehr dumm und eigentlich unsinnig, aber immerhin passiert mal etwas Handfestes.
Hätte man die ganze westliche Anpeilung mit internationalen Standorten wie Australien, dort natürlich viel Englisch und den überhand nehmenden Technikkokolores zugunsten einer HK - typisch effektiven Actionummantelung zurückgestuft, hätte wohl etwas daraus werden können. Downtown Torpedos wirkt im Vergleich hierzu ja richtig bodenständig und hat nicht nur deswegen auf dem Terrain klar die Nase vorn.