Ursprünglich von Tsui Hark als Hommage und Unterstützung des seit 1983 im Ruhestand befindlichen King Hu initiiert, und mit Dreharbeiten Ende 1988 in Taiwan begonnen, verließ der eigentliche Regisseur aufgrund kreativer Differenzen beizeiten das Projekt; eine Adaption von Jin Yongs “Smiling, Proud Wanderer“, allerdings mit vielen Freiheiten und Veränderungen sowie einem gänzlich anderen, modernen Regiestil. Eine ganze Reihe von Regierenden übernahm: Ann Hui, Ching Siu-tung, Raymond Lee, Andrew Kam und Tsui selber, auch die Besetzung wurde gewechselt und speist sich zum Teil aus A Chinese Ghost Story 2 (1990), welcher im Übrigen erfolgreicher an den Kinokassen, wenn jetzt auch nicht mit riesigem Abstand war:
China des 16. Jahrhunderts während der Ming-Dynastie. Gu Jinfu [ Lau Shun ], ein Eunuch der Spionageagentur Eastern Depot, führt ein Team an, um das Sonnenblumen-Handbuch zurückzuholen, ein Kampfsporthandbuch, das aus dem kaiserlichen Palast gestohlen wurde. Sie spüren den Dieb Lin Zhennan [ Kam Shan ] auf und greifen ihn an. Etwa zu dieser Zeit treffen Ling Wu Chun [ Samuel Hui ] und Yue Lingshan [ Cecilia Yip ], Mitglieder der Mount Hua Schule, auf Lin Zhennan und retten ihn. Bevor er seinen Verletzungen erliegt, sagt Lin Zhennan ihnen, sie sollen seinem Sohn Lin Pingzhi sagen, wo er das Handbuch versteckt hat. Auf der Reise treffen sie zufällig auf Liu Zhengfeng [ Wu Ma ] und Ouyang Quan [ Jacky Cheung ], die planen, sich aus dem Jianghu, der der Gemeinschaft der Kampfkünstler zurückzuziehen. In diesem Moment taucht der für das Ostdepot tätige Zuo Lengshan [ Yuen Wah ] auf.
Ein Golden Princess Titel, Golden Princess Film Production Limited, mit Unterstützung durch Long Shores Pictures Ltd., sowie Newport Distribution und Film Workshop, “Wer von den Helden der Welt wollte nicht der Unterwelt trotzen?“, ein nächtlicher Einbruch in die kaiserliche Bibliothek, inmitten der Verbotenen Stadt, die Sonnenblumenschrift ist weg. Eine Tragödie, eine Zäsur, alle, die keine Freigabe haben, werden vor die Tür geschickt, “Wer's weiß, wird sterben.“, gestorben wird hier viel, ein Sündenbock auch gesucht, viele Unschuldige getötet, ein Landsitz unter Belagerung genommen. Kein Krieg ohne List, die Waffen sind bereit die Linien wurden durchbrochen, eine erhöhte Aufmerksamkeit. Der Belagerte bekommt Unterstützung, er braucht jede Hilfe, er ist in der Unterzahl, die Färberei voller Schlafgas, ein Missverständnis. Schnell die Schritte, die Schnitte, grazil die Kampfkunst, Nachrichten werden überbracht, Hindernisse überbrückt per Elementarkraft, Mauergestein und Wasser direkt in die Kamera hinein gedrückt. Dafür, dass Todfeinde vor der Tür stehen, herrscht hier leichter Ton, viele Landschaftsaufnahmen, Wirbelwind und Bodenexplosion, ein kriminelles Stück zu Beginn, ein Rätsel, ein Geheimnis. Deutlich Aufwand wird hier betrieben, der Beginn von soviel mehr, mehrere Großfirmen und Großformatiges vereint, mehreres an Großflächigen gezeigt, es geht um Gehorsam, um Vertrauen und Verrat, um Angriff und Verteidigung, Attacken und Abwehr, Gastfreundschaft gibt es nur einseitig, die Studiobauten vielfältig, hölzerne Strukturen, Sprichwörter und Redeweisen. Die Oberwelt, die Unterwelt und die Halbwelt wird betrachtet, Dynamit zerreißt ein ganzes Haus, Mehrstöckiges und Verwinkeltes geht in grellen Flammenmeer auf.
Blutrünstiges wird hier auch gereicht, ein Augapfel entrissen, bei lebendigem Leib, eine Folter , eine Tortur, ein letzter Auftrag, ansonsten Korruption und Nutzenziehung aus jeder Situation, das Volk angewiesen auf ehrliche Amtsträger, auf hilfreiche Beamten, nicht auf Klüngelei und Bestechung und Unterdrückung; eine Flucht aus dem Gebiet der alten Streitigkeiten, per Schiff das Wasser durchquert, vorher wurde die Anlegestelle zerstört, später ein kurzer Moment der Ruhe zelebriert, ein kleiner Augenblick nur des Friedens, Schiffe rammen sich; noch immer ist kein Licht in die Sache gebracht, umso mehr Destruktion und Restriktionen, gebrochene Knochen, die Wogen des Chaos brennen. Die Auseinandersetzungen sind zahlreich und vielfältig, sie weben viel Material und Mobiliar mit ein, die Actionszenen rasant und ausdrücklich auf Effekt bedacht, die Opferzahl groß, darunter viele Cameo; ein Stelldichein an Talenten vor und hinter der Kamera, eine enorme Produktion, dennoch mit intimen Szenen, mit Verabschiedung und Trennung, mal für kurze Zeit nur, mal für immer. Von den Älteren an die Jüngeren wird die Hoffnung weitergegeben, die Hilfen für die Armen und Schwachen, das Aufdecken der Intrigen, gegen die Diktatur; woanders heimtückische Manipulation und abgetrennte Köpfe. Fürsorge und Mitmenschlichkeit ist selten hier, aber kein Fremdwort; die Handlung geht um Helden und Schmeichler und Heuchler, um Wortgefechte und Waffengefechte, von dem Lernen aus Niederlagen. Hauptdarsteller Sam(uel) Hui ist dabei erstmal eine seltsame Wahl, er war eher auf Komödiantisches prädestiniert, er ist keine ausgebildeter Fachkompetenz in Sachen Kampfsport, er ist aber agil genug und er ist natürlich ein ausgesprochener Star, er hat sich nach dem Film etwas rar gemacht, ist im Höhepunkt abgetreten quasi, selten sich noch in Auftritten gezeigt. Ergänzt wird er mit zahlreicher Prominenz, mit vielen Gastauftritten, mit einer vergleichsweise überschaubaren Handlung, in gewissen Grenzen und Rahmenbedingungen gehalten, mit viel Ortswechsel und Kurswechsel und Behändigkeit und dennoch Beständigkeit. Um Schüler und Meister geht es, um Macht und Gier, um Freund und Feind.
Dabei erstickt der Film nicht unter seiner Last, es gibt etwas Humor, es wird sich auf einige wenige Personen konzentriert, ein halbes Dutzend etwa involviert, die wirklich wichtig sind, man merkt auch keine Unterschiedlichkeit der vielen verschiedenen Regisseure, die als Executive Director für King Hu eingesetzt bzw. eingesprungen sind, eine wilde Mischung hinter der Kamera, vor ihr eine Einheitlichkeit. Viel zu Bruch geht hier, Menschen werden gespalten wie Marionetten, aber auch Erinnerungen dargeboten zu melodischen Themen, ein Film wie ein farbenfroher Rausch, in karger Schönheit erstickend. Vitalität und Brutalität (wie auch Kopfschüsse) im Einklang, nicht im Widerspruch, nicht im Widerstand, keine Gegensätze. Für westliches Publikum mag einiges zu verworren sein, manche Szenen mit kreuchenden Getier und Blutwürmern auch zu ungewöhnlich, dazu der fantasievolle Aspekt, es ist auch deutlich ein Werk der hier jüngeren Generation, die Bildsprache, die Technik, die Schnittzahl der Montage, die vielen Perspektiven, die schräge Bildeinstellung. Mit einem Diebstahl hat man begonnen, mit einem anderen Diebstahl geht man in das letzte Viertel, es wird Amtskleidung angelegt. Eine Rebellion weitab vom Kaiserhof, “Willst Du sein wie fließendes Wasser, ja, oder wie ein unbeweglicher Berg?“