Inhalt:
China, in einer früheren Epoche.
Die junge Siao Lu Er (Lily Ho) sucht den Mörder ihrer Eltern. 18 Jahre zuvor wurden diese von den "Weird Four of Lao Shan" überfallen..., doch erst posthum aufgrund einer innerfamiliären Fehde im Chang Chuen-Clan getötet.
Gerettet wurde sie, die noch ein Säugling war, von Liang Lan Yan (Ku Feng)..., der gerät mit ihr in die Fänge der Banditen vom "Happy Valley". Liang wird verschont..., und Siao wächst im "Happy Valley" auf, wird dabei wie ein Junge behandelt und für einen solchen gehalten..., und sie erlernt von vielen Villains diverse Techniken in KungFu und WuShu...!
Nunmehr macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder ihrer Eltern..., ohne zu wissen, wer dies denn genau ist.
Sie rettet ein Mädchen, Tse Xin Chan (Violet Pan), dann begegnet sie dem feisten Yu Chi (Fan Mei Sheng), der für kurze Zeit ihr Gefährte wird.
Wer ist der Mann, den sie sucht? Ist es "Hero" Chang Zhai (Chang Pei-Shan), der in seiner Region ein Held ist..., oder der noble Hua Yu Chun (Kao Yuen)...? Beide stehen in einem komplexen Machtkampf in dieser Martial-World.
Die Dinge spitzen sich zu..., und auch Liang Lan Yan steht Siao alsbald in einem tödlichen Ringen um die Wahrheit zur Seite.
Wird die Wahrheit ans Licht kommen...? Ein blutiger Kampf steht bevor..., und das Schicksal nimmt seinen Lauf.....
Fazit:
Puuhhh...
Der von Regisseur Yan Jun im Jahre 1971 für die Studios der Shaw Brothers erstellte WuXia-Eastern "The Jade Faced Assassin" hätte das Zeug gehabt, ein Mega-Klassiker des Genres zu werden. Doch eine wirr-komplexe Handlung, vor allem im zweiten Drittel des Films in dem es um ein Intrigen-Spiel in einem hegemonialen Ringen geht, verhindert dies denn in meinen Augen.
Eine junge Frau, die wie ein Mann aufwächst und -natürlich äußerst unglaubwürdig- für einen solchen fast die ganze Laufzeit des Films gehalten wird, will Rache am Mörder ihrer Eltern nehmen, und macht sich auf einen gefahrvollen Weg. Klingt relativ einfach..., und so verläuft auch das erste Drittel des Streifens. Doch dann verzettelt sich das Script und die Regie handlungstechnisch, und ein wirr-komplizierter Plot, mit vielen rasch auftauchenden und wieder verschwindenden Figuren, ein intrigantes, teils zähes Ringen..., lässt aus "The Jade Faced Assassin" ein allzu komplexes Eastern-Abenteuer werden.
Und am Ende lösen sich die Dinge dafür dann ziemlich ratzfatz auf..., allzu ratzfatz, nun ja.
Dieser WuXia-Eastern ist aber insgesamt noch spannend, sich zurecht laufend -die Komplexität lässt den Betrachter hochkonzentriert sein- und vor allem sehr schön fotographiert..., mit atmosphärischen Bildern und typischer Shaw Brothers-Optik versehen ein visueller Genuss.
Die typischen Shaw-Sets, die die "Natur" so besonders-surreal wiedergeben..., geschickt gekoppelt mit ´echten´ Außenaufnahmen in pittoresken Locations, lassen diese atmosphärischen Bilder entstehen.
Ein Duell auf einer Bambus-Brücke im Studio..., oder in einem Feld mit hohem Schilf-Gras..., dies sind optische Highlights, die Shaw-Atmosphäre ist ein Plus in diesem Eastern.
So wäre weniger Komplexität im Plot ´mehr´ und "The Jade Faced Assassin" noch besser gewesen..., doch bleibt ein visuell überzeugender, intensiver, gut gespielter, noch leidlich spannender Eastern in Erinnerung.
Lily Ho ist die Heldin dieses Films..., "Girl as a Boy"... so ist ihre Rolle hier, und das überzeugt natürlich den Betrachter keinesfalls.
Darüber muss man wohl hinwegsehen..., erst sehr spät "outet" sich der "junge Mann" und die Schönheit, die äußerst attraktive Actrice Lily Ho entfaltet sich.
Doch sie spielt variabel... und ihre Figur -ein Rache-Engel- führt durch diesen Streifen, sie ist agil und beherzt.
Kao Yuen als weißgewandet-nobler Schwertmann..., doch vor allem Ku Feng steht an ihrer Seite..., der Vielfilmer Shaw´s agiert gewohnt routiniert-überzeugend, spielt intensiv seine Rolle als DER Mann der Lily beisteht.
Chang Pei-Shan´s Rolle bleibt bewusst nebulös..., Fan Mei Sheng taucht auf, dann wieder rasch ab.
Und der schönen Frauen sind denn viele... Violet Pan, die auch schnell auf- und abtaucht, Irene Chan als Ehegattin Kao Yuen´s, und die Rolle von Essie Lin Chia ist denn besonders..., doch will ich hier nichts spoilermäßig darüber ausplaudern.
Die Action..., nicht nur hier wirkt dieser Streifen wie ein Relikt der 60er..., eher wie ein typischer Eastern ala 1968 und wie von King Hu inspiriert -und an "Come Drink with Me" ("Das Schwert der gelben Tigerin", siehe mein Review auf dieser website) könnte sich Yan Jun in der Tat orientiert haben-...!
Das KungFu ist mit schwachem Dubbing und fast hölzernem Bewegungsablauf für 1971 -jenem Jahr als Bruce Lee mit "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li") das Handkanten-Genre etablierte- zu vernachlässigen, au Backe.
Das Swordplay hingegen..., das sind rasante, dynamische Kämpfe..., und es wird natürlich ala Shaw Brothers blutig. Man hat allerdings den Eindruck, dass auf die Fight-Action in diesem komplexen Drama nicht das Hauptaugenmerk der Regie gerichtet wurde.
Aus "The Jade Faced Assassin" hätte mehr werden können, als ein noch solider WuXia-Eastern mit Stärken aber auch einer komplizierten Story im zweiten Drittel.
Insgesamt kann man sich mit diesem Eastern noch gut unterhalten lassen, so das noch passable 6/10 Punkte in meiner Bewertung herauskommen.