"Ein Zombie hing am Glockenseil", noch Fragen?
Lucio Fulci hat mit "EZHAG" definiv einen Film geschaffen, der sämtliche Trademarks seines Schaffens aufweist :
a) Der Film ist ein atnosphärisches, einziges Blutbad( Gedärme werden ausgekotzt, Bohrer durch den Kopf getrieben, Gehirne freigelegt)
und
b) es gibt nicht genug LSD auf der Welt, um die Handlung ansatzweise nachvollziehen zu können.
( die witzigste Szene beinhaltet den Versuch, eine Person die gerade lebendig begraben wurde, mit einer Axt(!) aus dem Sarg zu befreien!).
Fulci gelingt es hier eine eigenartige, surreale Atmosphäre zu erschaffen, wie ein Albtraum, und die sind ja nicht gerade für ihre Logik bekannt. Allerdings braucht es schon ein paar Durchläufe, um den Film wirklich zu verstehen (bzw. einzusehen, dass es nicht viel zu verstehen gibt ). Der Film sollte alleine in der Nacht bei völliger Dunkelheit über den Schirm flimmern, dann haben Sachen wie der Selbstmord des Priesters am Anfang oder die Szene, in der die tote Schwester des kleinen jungen am Fenster steht, gleich einen ganz anderen Impact. Der Film mag von der Machart alles andere als überragend sein, aber er wirkt. Die Schauspieler sind nicht halb so übel wie man vielleicht glauben mag aber die Hauptdarstellerin definiert den Begriff "overacting" völlig neu ( man beachte ihren Gesichtsausdruck beim vorzeitigen Exitus ca. 2 min nach Beginn ). Trotzdem trägt sogar diese schauspielerische Inkompetenz ( oder Absicht? ) zu der Atmosphäre des Films bei.
Wiso der Film bei uns auf dem Index steht ist trotz allem mal wieder ein Zeugnis dafür wie ernst die Zensurbehörden die Bedrohung durch Zombies nehmen. Danken wir Ihnen dafür :-). Für Fulci fans sicherlich zu empfehlen, auch wenn der Mann besseres gedreht hat ( aber auch wesentlich übleres! ) 6/10