Lucio Fulcis berühmt berüchtigter Kultklassiker „Ein Zombie hing am Glockenseil“ ist spätestens seit „Voll Normal“ für jeden ein Begriff der den Blödelstreifen gesehen hat. Zudem genießt der Film durch Gerüchte und Hören- Sagen einen gewissen Vorsprung was seinen filmischen Gehalt angeht.So ließ auch ich mich von positiven Erzählungen einiger Otto- Normal- Kinobesucher blenden und besorgte mir den Streifen für 18€ aus dem Web.Die Vorfreude war groß und einige Reviews etc. ließen mich schon vor Erhalt der Ware zu dem Schluss kommen einen guten Kauf getätigt zu haben.Nun ja, jetzt hab ich das Ding am Hals...Mir ist klar dass ich mir keinesfalls den Genre- König zugelegt habe aber ich hatte mich auf 90 Minuten gute Unterhaltung mit dem gewissen Etwas gefreut. Ich habe eine Vorliebe für alte Splatter- Filme weswegen ich fest in der Annahme war diesen so genanten Kult- Schocker in meine Sammlung aufnehmen zu müssen. Nachdem ich den Film nun endlich in Augenschein nehmen durfte bin ich zu der Erkenntnis gelangt dass ich mir das Geld hätte sparen können. Die Story:Blieb mir im Großen und Ganzen verschlossen, das was ich entnehmen konnte ist folgendes:Der Pastor eines Städtchens hängt sich an ein Glockenseil. Warum er das tut bleibt im Dunkeln. Eine junge Dame sieht dieses Ereignis in einer Art Vision und fällt danach tot um. Doch welch Wunder die Gute ist nur Scheintot und wacht kurze Zeit später, bereits im Sarg verpackt und halb verbuddelt, wieder auf. Ein Reporter der auf dem Friedhof was auch immer wollte rettet die Todgeglaubte auf eine recht sagen wir barbarische Art aus ihrem Gefängnis. Zusammen machen sich die Beiden auf den Weg in das Dorf in dem der Pastor hängt.Der gute Mann hängt aber nicht mehr, er wandelt als Zombie umher. Dabei tötet er hier und da mal eine oder zwei junge Damen. Diese werden dann zu verwesenden Untoten um dann ebenfalls auf die Jagd nach Lebenden zu gehen.Das Ende ist absolut nicht erwähnenswert. Die Schauspieler:Sind ein Haufen Obergurken. Die Ladys schreien bei jeder Gelegenheit die komplette Nachbarschaft zusammen und die Gentlemen sind die ganze Zeit auf Hasch- Kekse. Ihnen scheint alles vollkommen egal zu sein. Im Allgemeinen sind die Reaktionen der Akteure, auf gewisse Ereignisse, mehr als fraglich. Oft brauchen sie ewig um eine Lösung zu finden die Angreifer abzuwehren.Die Dialoge kann man nur als absolut bescheuert bezeichnen. Aber dafür können die Schauspieler am wenigsten. Die Effekte:Kann man mit Einschränkungen als sehr gelungen bezeichnen. In einer Szene weint ein junges Mädel Blut und beginnt dann damit ihre Innereien Oral zu entsorgen. Sieht nicht nur Super aus, nein es verfehlt auch die Wirkung nicht. Eine weitere erwähnenswerte Szene ist die in der einem jungen Mann ein Bohrer durch den Kopf getrieben wird. Auch dieser Effekt weiß zu gefallen. Die restlichen Tötungs- Szenen sind wie so vieles an diesem Meisterwerk nicht erwähnenswert, da sie sich wiederholen oder einfach nur Grottenschlecht sind. Als Beispiel möchte ich hier die miesen Zombie- Kostüme gegen Ende des Films anbringen. Ansonsten sind die „frischen“ Untoten recht gut gelungen. Atmosphäre:Auch da ist Fehlanzeige. Jedes Mal wenn sich etwas Spannung aufbauen will und es im Ansatz mitreißend werden könnte wird die Szene durch extrem abrupte Schnitte zerstört. Durch die nervenden Dialoge der Protagonisten besitz das Ganze einen unfreiwillig komischen Beigeschmack der jede Anbahnung von Atmosphäre im Keim erstickt. Außerdem finde ich schade dass es keine richtigen Auseinandersetzungen mit den Angreifenden lebenden Toten gibt. Entweder liegt das Heil in der Flucht oder der Charakter stirb. Der einzige Kampf im Film findet vor der Bohrer- Szene statt und der wird von Mann zu Mann ausgefochten (beide erfreuen sich guter Gesundheit). Musik:Ist mir positiv aufgefallen. Zwar ist sie nicht immer stimmig zur Handlung, aber dennoch irgendwie ins Gesamtbild passend. Mein Fazit:Ich bin ganz schwer enttäuscht. Nicht nur dass das Bild der Astro DVD mehr als Sub- Optimal ist. Nein auch der Film an sich ist unterstes Niveau.Story gibt es beinahe keine. Zombies gibt es nur wenig. Schauspieler gibt es auch keine, nur Drogenopfer mit Schreikrampf. Ganze zwei gute Szenen hat der Streifen, mehr nicht. Wie man das Ganze als Meisterwerk oder Kult bezeichnen kann ist mir schleierhaft. Ich weiß dass damals als der Film rauskam noch ein ganz anderes Publikum im Kino saß.Trotzdem wird da jemand mit Anspruch dabei gewesen sein. Gegen „Dellamorte Dellamore“ oder „Romeros Dawn of the Dead“ zieht dieser Schund jedenfalls eindeutig den Kürzeren.Ich würde dem Film an sich keinen einzigen lausigen Punkt geben. Für die zwei besagten guten Szenen, die Musik und ein Paar Ladys die ganz nett ausschauen gibt es Pluspunkte. Macht unterm Strich 4 Punkte, ich zieh aber noch einen ab, weil das gewisse Extra fehlt und ich verdammt sauer bin. 3 von 10 Punkte