Review

Einer der berühmtesten italienischen Zombiefilme, der unter dem dämlichen Titel " Ein Zombie hing am Glockenseil " in Deutschland vertrieben wurde. Doch nach dem Anschauen war ich etwas enttäuscht, Regisseur Lucio Fulci hat schon wesentlich Besseres ( The Beyond, Woodoo ) vom Stapel gelassen. Der Hype um den Film ist absolut übertrieben. Dabei legte sich Fulci hier ganz besonders ins Zeug, denn er führte nicht nur Regie, sondern produzierte und schrieb das Drehbuch im Alleingang. Als der Film schließlich zu uns kam, passierte das, was den meisten Fulcifilmen passierte. Er wurde beschlagnahmt, obwohl sich der Goreregisseur hier ziemlich zurückhält, wenn ich das mit anderen Werken von ihm vergleiche. Auf jeden Fall hält " Gates of Hell " nicht ganz das, was es verspricht, denn wer hier wie ich einen ganz besonderen Zombiefilm erwartet, wird bitter enttäuscht. Aber eine Katastrophe ist es auch nicht, geht halt nicht über normale Horrorkost hinaus.
Story:
In dem düsteren Örtchen Dunwich geschehen plötzlich merkwürdige Dinge. Erst hängt sich der Pater am Glockenseil auf, danach sieht man ihn untot durch die Strassen irren. Diesem Phänomen will der Reporter Peter Bell ( Christopher George ) mit der übersinnlich begabten Mary ( Catriona MacColl ) nachgehen. Mary sah in ihren Visionen, dass sich in Dunwich das Tor zur Hölle öffenen wird und von da an, die Leichen keinen Frieden mehr finden werden. Doch die Beiden haben nicht viel Zeit, denn die Zombieschar um Pater Thomas, mordet nicht nur, sondern vergrößert sich auch stetig. Dunwich scheint dem Untergang geweiht.

Manchmal könnte man als Zuschauer denken, dass Fulci selbst nicht mehr wusste, was er da eigentlich zusammenschrieb. Manche Passagen wirken zu wirr und haben mit dem restlichen Geschehen absolut gar nichts am Hut. Doch das größte Manko von allen sind die vielen Längen. Die Story kommt nicht vom Fleck, stattdessen führt Fulci massenhaft Charaktere ein und versucht Diese auszubauen. Das mag ihm ja auch gelingen, aber so kommt sein Film erst sehr spät in die Gänge. Insgesamt betrachtet passt es storytechnisch hinten und vorne nicht. Entweder ihm ist später nichts mehr eingefallen, oder Fulci hat sich ganz einfach übernommen, auf jeden Fall kommt die erste Hälfte recht langweilig daher, auf den ersten Mord muss man gute dreißig Minuten warten.
Aber der Film hat auch gute Seiten, wie die geniale Atmosphäre. So düster, nebelig und unheimlich kann nur Fulci ein kleines, abgelegenes Dorf in Szene setzen. Manche Szenen sind an Spannung kaum zu unterbieten, doch die vielen Durchhänger machen Einiges kaputt. Auch der Score ist erste Sahne, wieder mal durch ein Orchester komponiert. In Punkto Sounds und Kulisse, bzw. Atmosphäre hat Fulci brillante Arbeit geleistet.
Bei den Goreszenen hält er sich diesmal arg zurück, bei einigen Morden wird sogar vorher abgeblendet, das ist ganz untypisch für den Italiener. Daher gibt es eher wenige Morde, die man zu Gesicht bekommt und die verlaufen obendrauf noch alle fast gleich. Den meisten Opfern wird der Hinterkopf zerquetscht, so dass das Gehirn herausquillt. Dann haben die Zombies hier noch eine besondere Fähigkeiten, sie schauen ihren Opfer tief in die Augen. Bald rinnt eine Menge Blut aus den Augen und das Opfer kotzt seine gesamten Eingeweide heraus. Diese Szene ist nur einmal zu sehen, leider sieht man ziemlich gut, dass es eine Puppe ist, aber das Ganze ist trotzdem schön eklig. Richtig gut geworden ist die berüchtigte Bohrerszene. Die Goreeffekte und das Make up sind leicht angestaubt, sehen jedoch trotzdem gut aus. In der zweiten Hälfte ist dann wesentlich mehr los, aber richtige Zombies bekommt man erst in den letzten zehn Minuten zu sehen, erst dann entsteigen sie ihren Gräbern. Das Ende des Films macht wie immer nicht viel Sinn.
An Darstellern gibt es keine Edelmimen, es spielt sich alles auf durchschnittlichem Niveau ab. Ab und an trägt auch die deutsche Synchro zu dick auf.

Fazit:
Man sollte nicht mit zu hohen Erwartungen an " Gates of Hell " heran gehen. Die Story ergibt kaum einen Sinn, zudem hapert es bei der Umsetzung, es gibt zuviel Leerlauf. Die Sounds, Kulisse und Atmosphäre sind die dicken Pluspunkte des Films. Obendrauf gibt es ein paar sehr graphische Morde zu betaunen, auch das Make up ist stimmig. Die Darsteller erreichen nur das durchschnittliche Niveau. Bietet solide Horrorunterhaltung, aber warum der Film heute so kultig ist, kann ich nicht nachvollziehen.

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