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In einer amerikanischen Kleinstadt begeht ein Pfarrer an seiner Wirkungsstädte Selbstmord, er erhängt sich an einem Glockenseil. Seit dem kommt es im Ort zu bizarren Szenen. Ein Mädchen wird grausam ermordet, die Polizei verdächtigt den Dorfaußenseiter Bob, einen Drogenabhängigen, dem sie die Tat am ehesten zutrauen. Weit entfernt, in einer Großstadt, wird eine Frau von einer Horrorvision geplagt, die das Dorf und seinen Fluch betrifft. Sie wird dabei bewusstlos und für tot erklärt. Schon im Sarg eingenagelt, wird sie von einem Reporter gerettet, der zufällig auf dem Friedhof spazieren geht. Zusammen wollen die beiden nun das Dorf aus ihrer Vision suchen und dem Grauen dort auf die Spur kommen. Als sie es endlich gefunden haben, sind schon viele weitere , widerliche Morde passiert für die man keine logische Erklärung findet. Am Vortag gestorbene Menschen verschwinden aus der Leichenhalle und tauchten in Wohnungen und Schlafzimmern plötzlich wieder auf. Ein Psychologe, der eine wissenschaftliche Erklärung für diesen Alptraum sucht erklärt sich bereit, den beiden zu helfen. Man macht sich auf die Suche nach dem Grab des gehängten Pfarrers, der den Fluch ausgelöst hat.

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Zweiter Teil meines Fulci- Marathons, der kurz nach Woodoo gedreht und wesentlich extremer und unappetitlicher geraten ist. Konnte man sich im Vorfilm, das Vorkommen der Zombies aus missglückten Experimenten oder Voodoo- Zauber herleiten, und sich auch recht gut gegen sie verteidigen, so tauchen sie hier spontan auf, fallen mit einem Strick um den Hals vom Baum oder brechen aus der Erde heraus. Statt wie Musteruntote mit verschimmelten Lumpen, sehen sie eher aus als hätte man sie durch grünen Wackelpudding gezogen. Die Goreeffekte sind ziemlich ekelhaft, allen voran eine Szene in der sich ein Mädchen unter satanischem Einfluss nicht etwa ihres Abendessens wie ich beinahe, sondern ihrer gesamten Innereien entledigt. Billiglook wird auch durch einige Sets verstärkt. Die Atmosphäre ist allerdings hervorragend und nicht nur die Gewaltszenen lassen einen manchmal schlucken sondern auch der lebendig-begraben-Part, der einfach furchtbar ist. Ein Haufen typischer, menschlicher Albträume vom Tod sind mit eingeflossen, auch hier haben wir wieder ein schönes Beispiel: Ein kleiner Junge will abends ein Fenster schließen und aus dem nichts erscheint in der Dunkelheit draußen die entstellte Fratze seiner, Tage zuvor ermordeten Schwester. Bei alledem war ich vom Finale in der Gruft etwas enttäuscht. Die Begegnung mit dem Pfarrer, der dem katholischen Filmdienst sicher besonders gefallen haben dürfte, wirkte, als hätte man nur noch ein paar Meter Film übrig oder nur noch 20 Minuten zum Drehen Zeit gehabt.

Ein Fulci-Film, mit guter Atmosphäre, etwas unausgewogener Leichenstory, netter Musik, der den Look seines wieder sträflich geringes Budgets allerdings nicht so gut verstecken kann wie „Woodoo“ der mir hier oft als Vergleichsmittel herhalten musste. Wenn man aus irgendwelchen Gründen auf deutschen Ton verzichten muss oder eine ausländische DVD bestellt hat, kein Problem. Denn diese Synchro ist dermaßen kümmerlich, das man nichts verpasst und sicher bei O-Ton einen besseren Eindruck des Filmes gewinnt.
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Abschließend ist mein zweites Fulcihorrorwerk nichts für das man sich vor dem DVD-Regal schämen müsste.

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