Review

Mit "Ein Zombie hing am Glockenseil" schuf Italo-Shocker Lucio Fulci einen seiner - gerade in unseren Landen - berüchtigsten Filme, aber auch einen seiner besten. Denn kranken Werke wie "Manhattan Baby", "Aenigma" oder "Daemonia" an seinem verzweifelten Versuch seine brutalen Visionen in plausible und spannende Stories zu verpacken, ist genau das Verzichten auf das verzweifelte Versuchen Logik und Plausibilität mit Gore und Trash zu fusionieren, die Stärke von "Glockenseil".

Die Story ist wohl eine der wüstesten, und bietet Fulci immer wieder Möglichkeiten neue, teilweise ultrabrutale Bilder zu bringen, die teilweise sogar recht atmosphärisch daherkommen. Ein Priester hängt sich in dem Kaff Dunwich auf, und öffnet somit das Tor zur Hölle. Ein Reporter und ein Mädchen, die dies in Trance vorhergesehen hat, machen sich auf nach Dunwich um die bösen Ereignisse zu stoppen. Immer wieder läd uns Fulci zu Höhepunkten ein, die von interessant bis geschmacklos reichen: Die Flut von Leichenwürmern, die aufbrechende Wand in der Kneipe, das Herauserbrechen der Innereien, das Weinen von Blut, die lebendig Begrabene - all diese fiesen und technisch perfekt gezeichneten Szenen bleiben im Gedächtnis hängen. Gut, die extrem gewalttätige Bohrerszene hätte er sich verkneifen können. Aber diese ist technisch wirklich astrein gelungen. Wenn Fulci dann auch noch im Showdown ein Feuerwerk an eigenartigen Dingen abbrennt, dann kann man leicht all die kleinen Fehler und Mißgeschicke übersehen.

Denn dieser gorige Streifen hat dümmliche Dialoge und teilweise sehr beschränkte Darsteller. Aber diejenigen, die dem Fulci-Style schon verfallen sind, und sich an diese klassischen italienischen Exploitation-Szenerien gewöhnt haben, werden überaus Gefallen an "Ein Zombie hing am Glockenseil" haben. Ein Mainstream-Gucker wird sich nur angeekelt wegdrehen.

Details
Ähnliche Filme