Diese Film ist die wahre Gottheit des italienischen Splatterkinos der Früh 80er und wurde aufgrund seiner Effekte weltweit berühmt und berüchtigt, was auch letztendlich zur Beschlagnahme und natürlich zur Indizierung führte. Also los mit dem 131er !
In Dunwich, ein altes, verlassenes Dorf, angeblich auf den Überresten der antiken Stadt Salem gebaut, geschehen grausame Dinge. Völlig grundloser weise erhängt sich der Pfarrer des leicht ängstlichen Dörfchen, und er löst damit eine Welle von Gräultaten aus. Während einer Seance weit entfernt in New York, sieht die junge Mary die Geschehnisse in Dunwich, sieht den erhängten Pfarrer und weist auch darauf hin eine Stadt voller lebenden Leichen zu sehen, woraufhin sie scheintot vom Stuhl fällt. Nachdem sie lebendig begraben und durch die Skepsis eines Journalisten noch rechtzeitig aus ihrem Grab befreit wurde, machen sich diese beiden auf, Dunwich zu suchen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Man spricht von Hexerei und Flüchen, aufgrund der Geschichten um Salem, der damaligen Hexenstadt.
Doch die Einwohner in Dunwich, glauben nicht an solche Hexengeschichten und machen all die Geschehnisse an Bob verantworlich. Doch nach einigen unerklärlichen Vorfällen, nachdem Bob auf grausamste Weise der Schädel durchbohrt wird, wissen die Einwohner, dass selbst Bob nichts damit zu hat, wobei sich das ganze auch spätestens an Allerseelen bewahrheiten wird.
Lucio Fulcis „Ein Zombie hing am Glockenseil" ist derweil nicht unbedingt spannend, wird aber von seinen blutigen Effekten und dem schundig, dreckigen Charme der 80er getragen. Nicht zuletzt gelingt es Fulci jede Menge atmosphärische Bilder einzufangen, die man heutzutage so in modernen Horrorfilmen vermissen lässt. Die Kamerafahrten über den dunklen, düsteren Friedhof, die Szenen in der Familiengruft, die Szenen, in denen Mary lebendig im Grab liegt, die in denen Emilie Blut weint, oder etliche Fahrten über die dunklen Strassen Dunwichs und der dabei posende Synthiescore, gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Zwar ist „Glockenseil" kein reiner Zombiefilm, so sieht man zwar vereinzelt mal 1-2 Zombies die Bewohner attackieren aber solche Massen wie bsp. In „Über dem Jenseits" vermisst man vergeblich wie uns der Alternativtitel „City of the living dead" glauben lässt.
Fulci hat in allen Bereichen durchweg gute Arbeit geleistet, so beschenkt er uns wieder mit seinen typischen Augenzooms, Ekelszenen mit Maden und viel blutiges Gekröse, was auch heute immer noch nicht seine Wirkung verfehlt, auch wenn es an einigen Szenen deplatziert und selbstgerecht unlogisch eingesetzt wurde. So werden etliche Gehirne aus der Schädeldecke gepresst, Köpfe durchbohrt und nicht zuletzt die endgeile Szene(n) in denen die Frau im Auto im Blut weint, nachdem sie den erhängten Pfarrer am Glockenseil hängen sieht.
Die Zombie-make ups sind eigentlich das einzige Kriterium, so sind diese zwar solide aber hinken der Qualität deren in „Beyond" oder auch „Woodoo" hinterher.
Einzig, die Masken, in der Familiengruft sind echt totähnlich, leider sieht man diese viel zu kurz.
Die Synchro und auch die Darsteller an sich sind hingegen eher wieder so ein Fall für unfreiwillige Komik. Manchmal echt grausig, manchmal echt witzig, weswegen ich auch keine 10 Punkte vergeben konnte.
Das Gelaber, dass der Film von schlechten Goreszenen getragen wird, kann ich nicht bestätigen, so liegt das Hauptaugenmerk auf Mystik, Okkultismus und der wirklich ansprechenden Story, die leider, wie bei Fulci immer, etwas unlogisch und zusammenhanglos vor sich her zieht, aber ohne dabei grosse Längen zu entwickeln.
Einfach ein Klassiker, ein Horrorfilm, der so heute nicht mehr produziert würde, atmosphärisch, böse, düster und blutig. So sollte es sein.
Duchweg ein perfekter Film, einzig die lächerliche Synchro trübt minimal den Spass.
Durchweg 9/10 Pkt mit Tendenz nach oben.