Am Friedhof von Dunwich- einer kleinen Stadt in Neuengland, die über den einstigen Mauern der Hexenstadt Salem erbaut wurde, erhängt sich der Priester „Pater Thomas“ mit einem Glockenseil. Wie in einem uralten Buch vorausgesagt, öffnet sich daraufhin das Tor zur Hölle und die Toten erheben sich aus ihren Gräbern. In New York hält das Medium Mary mit einer Gruppe und deren Leiterin, eine spirituelle Sitzung ab, in der sie plötzlich diesen Tod des Paters sieht und auch wie die Toten wieder auf erstehen. Vor Schreck über die grauenhaften Visionen, bricht Mary leblos zusammen und wird darauf für tot erklärt. Weil er den mysteriösen Tod der Frau näher erforschen möchte, begibt sich der Reporter Peter zum Friedhof wo der Sarg gerade eingegraben wird. Dort hört er plötzlich Schreie und Klopfen aus der Erde und befreit die wieder wach gewordene und lebendig begrabene Frau. Diese erzählt ihm dann von der gotteslästerlichen Tat in Dunwich und den Toten die dort ihr Unwesen treiben werden. Zusammen brechen sie also auf um nach dieser geheimnisvollen, verfluchten Stadt zu suchen, in der Hoffnung das Böse dort auf zu halten. Laut der alten Legende ist das nur möglich, wenn deren Anführer, also Pater Thomas, wieder vernichtet wird.
Ein Zombie hing am Glockenseil ist zweifelsohne einer der Klassiker von Onkel Fulci, der ihm den Ruf des italienischen Splatterpapstes einbrachte. Früher mochten die deutschen Zensurbehörden den Film sogar so gerne, das sie ihn indizierten, und wahrscheinlich für sich selbst behalten wollten. Als Vorlage diente wohl ein Film eines gewissen Romero, zumindest lässt dies der Originaltitel „City of the living dead“ stark erahnen. Immerhin spielt das Geschehen auch an Originalschauplätzen in Amerika.
Es gibt eigentlich fast nur zwei Dinge an denen man herummeckern muß, zum einen mal wieder eine absolut unterirdische Synchro, die einem Magenschmerzen verursachen kann, aber ok dafür kann der Film ja nix. Zum anderen wären da noch die Darsteller, die offensichtlich beim Berufsberatungsgespräch das falsche Formular ausgefüllt haben, mit richtiger Schauspielerei hat jedenfalls keiner der Beteiligten was am Hut. Aber abseits davon weiß der Glockenseilzombie durch eine bedrohliche Atmosphäre und einem guten Spannungsbogen zu unterhalten (hätte kaum gedacht sowas mal zu einem Fulci Film zu sagen). Die Story ist halbwegs originell, die Zombies sehen ebenfalls nett schmoddrig aus, auch die Splatterfraktion sitzt in der ersten Reihe und wer Probleme mit Maden und Würmern hat, sollte um diesen Streifen sowieso einen großen Bogen machen. Dafür hat der Film einige Szenen die man so schnell nicht wieder vergisst, wie beispielsweise die bekannte Bohrerpenetration, oder auch die Aktion als unser tapfer Reporterlein die holde Maid aus dem Sarg befreit und ihr dabei mehrfach mit der Spitzhacke beinahe den Rest gibt, schade eigentlich das Lucio dieses Niveau in späteren Filmen kaum mehr erreichte. Fulci selbst gibt sich hier wieder hitchcocklike eine Gastrolle als Gerichtsmediziner und das das Werk zweifelsfrei von ihm ist erkennt der Kenner mühelos an den geschätzten 50 Augen Close-ups, die ihm ja jedes Mal aus neue eine Heidenfreude zu machen scheint.
Wer sich überzeugen möchte das nicht alle italienischen Zombiefilme aus den 80ern Grütze waren, sollte hier mal einen Blick reinwerfen.
7/10