Review
von Kakihara
Der erste Teil der Gates of Hell-Trilogie "Ein Zombie hing am Glockenseil" ist ein durchaus unterhaltsamer Horrorfilm der frühen 80er Jahre, den man sich auch heute noch sehr gut ansehen kann.
Besonders gut gefallen hat mir hier die doch recht atmosphärische Inszenierung der diversen Handlungsorte. So ein nebelverhangener Friedhof, oder die mit Spinnweben und Skeleten bevölkerte Gruft, erzeugen ein wohliges Vintage Gruselgefühl. Ein ähnlich wohliges Gruselgefühl stellt sich dann ein, wenn die Zombies ihren Auftritt haben. Deren schaurig schöne oder eher sehr widerliche Darstellung, kann sich auch heute noch sehen lassen.
Gleiches gilt für die gut gealterten Gore Szenen. Von denen gibt es zwar nicht sehr viele, aber die wenigen die es gibt können sich wirklich sehen lassen. Ich denke da vor allem an die Szene in der eine Frau ihre Gedärme erbricht. Das klingt schon eklig und sieht auch entsprechend aus. Kann auch heute noch schockieren. Aber auch die berühmte Bohrmaschinenszene weiß nach wie vor zu gefallen. Als etwas störend bzw. wenig einfallsreich empfand ich allerdings, dass eine Gore Szene mehr oder weniger identisch gleich dreimal verwendet wurde. Hierbei greift der Zombie an den Hinterkopf des Opfers und quetscht dabei etwas Gehirnmasse raus. Das war beim ersten Opfer noch originell, aber bei den zwei folgenden dann doch etwas billig und einfallslos. Vielleicht hat man hier auch aus Kostengründen wiederholt auf diesen Effekt zugegriffen.
Ein bisschen meckern muss ich auch über das behäbige Erzähltempo. So gibt es einige Szenen die sich doch ein klein bisschen nervend in die Länge ziehen. Hier muss ich besonders an die Szene mit Reporter Peter auf dem Friedhof denken. Die geht ungefähr so:
"Hmm, ich höre ein verdächtiges Geräusch welches von dem gerade frisch zu Grabe getragenen Sarg kommt. Vielleicht sollte ich mal nachsehen? Ach ne, ich wende mich doch lieber zum Gehen. Oder vielleicht doch mal lieber nachsehen was es mit dem Geräusch auf sich hat. Ne, ich schwing die Hufe. Oder vielleicht doch mal..."
Mensch jetzt guck doch endlich mal nach!
Na ja, so in der Art zieht sich diese und auch manch andere Szene etwas zu sehr in die Länge. Sollte vielleicht eine besondere Spannung erzeugen, hat aber zumindest bei mir nicht ganz den gewünschten Effekt erzielt.
Die zugrunde liegende Geschichte ist vielleicht nicht sonderlich originell, aber dafür einigermaßen interessant und gut nachvollziehbar. Nur der Schluss ist etwas komisch inszeniert worden und lässt den Zuschauer etwas rätselnd zurück.
Positiv erwähnen möchte ich dann aber noch den stimmungsvollen Italian Synthiepop Score. Dieser bildet einen schönen Klangteppich für die Handlung. Besonders das Main Theme ist ein richtiger Ohrwurm.
Fazit:
Siehe erster Satz ;)
Wertung:
Solide 7 von 10 Vintage Grusel Punkte