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„Auf Messers Schneide – Rivalen am Abgrund“ ist ein kurzweiliger, wenn auch recht unspektakulärer Abenteuerfilm.
Multi-Millionär Charles Morse (Anthony Hopkins) hat jede Menge Geld und eine junge Ehefrau namens Mickey (Elle Macpherson), die zudem auch noch Model ist. Seine Lieblingsbeschäftigung ist Lesen, mit dem er sich schon breites Fachwissen auf vielen Gebieten angeeignet hat, ohne die Praxis zu kennen. Anthony Hopkins spielt den belesenen Charles recht gut, weshalb einer der Alternativtitel für den Film auch „Bookworm“ lautet.
Bei einem Foto-Shooting Mickeys inklusive Geburtstagsfeier für Charles kommt dem schon etwas angegrauten Ehegatten allerdings der Verdacht, dass seine Frau mit Robert Green (Alec Baldwin), ihrem Fotographen, ein Verhältnis hat. Charles behält seinen Verdacht erst mal für sich und fliegt mit Robert, dessen Helfer Stephen (Harold Perrineau Jr.) und einem Piloten los, um ein alten Indianer wegen eines Fotos aufzusuchen. Während des Fluges will Charles ihn zur Rede stellen – doch genau in dem Moment stürzt das Flugzeug ab. Der Gedanke an die mögliche Untreue und die dadurch aufkommende Rivalität bringt im weiteren Verlauf dann zusätzliche Brisanz in den Film.

Der Pilot überlebt den Absturz nicht, doch die anderen drei Männer können sich retten – ohne, dass der Rest der Welt weiß, wo sie sich befinden. Zudem ist keiner von ihnen darin geschult in der Wildnis zu überleben, doch Charles' angelesenes Wissen erweist sich als hilfreich. So beginnt ein Survivaltrip in den rauen Bergen Amerikas für das Trio...
„Auf Messers Schneide“ ist ein recht kurzweiliger und realistisch gehaltener Abenteuerfilm mit sehr schicken Naturaufnahmen. So ist die Fragestellung, was drei Städter in dieser Situation tun würden recht interessant und wird auch ganz gut thematisiert. Über kleinere Ungereimtheiten muss man freilich hinwegsehen, z.B. warum sie sich erst so spät über Hunger beklagen, wo sie doch eigentlich schon von Anfang an Nahrungsmittel unterwegs waren.
Die Geschichte an sich ist recht spannend gemacht, was sich vor allem durch die Widrigkeiten der Natur (Bärenattacke z.B.) und die unterschwellige Rivalität der beiden Hauptfiguren ergibt. Dennoch bleibt der Film die meiste Zeit über spannend und kann auch ein paar nette und recht überraschende Wendungen präsentieren.

Ganz ohne Schwächen ist „Auf Messers Schneide“ jedoch auch nicht. So gibt es immer wieder Längen im Erzählfluss, die zwar den Film nicht gravierend beeinträchtigen, wo sich Regisseur Lee Tamahori jedoch durchaus etwas kürzer hätte fassen können. Zudem ist das sehr realistische Szenario stellenweise vielleicht etwas zu unspektakulär angegangen worden, so dass man außer dem Begegnungen mit dem Bären vielleicht noch die eine oder andere schweißtreibende Stelle hätte einbauen können.
Anthony Hopkins gibt als Bücherwurm mit Überlebensinstinkt eine ziemlich gute Figur ab, wo Alec Baldwin mit seiner routinierten Darbietung nicht mithalten kann. Harold Perrineau Jr. spielt im Schatten der beiden Stars ziemlich überzeugend und auch die Nebendarsteller machen ihre Sache gut.

„Auf Messers Schneide“ ist ein realistischer und recht spannender Abenteuerfilm, wenn auch stellenweise etwas unspektakulär.

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