Review

Inhalt:

China, in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution 1911, als im Land Chaos herrscht, und diverse europäische Mächte diese Schwäche ausnutzten, um einige Provinzen zu besetzen.
Darunter auch die Region um den Perlenfluss.

Die Fremden sind verhasst. Doch einige chinesische Kollaborateure machen mit den Besatzern gemeinsame Sache und versorgen sie mit Gewehren und Munition.
So auch im Hafen von Canton, und der gewissenlose Kao (Man Chiu-Fan) kennt hier keinerlei Skrupel. Er leitet den Schmuggel mit Waffen, Munition und nebenbei noch Opium.
An seiner Seite brutale Schergen (u.a. Miao Tien, Han Ying-Chieh Lee Wan-Chung), die jedes Aufbegehren der Dock-Arbeiter unterdrücken. Es kommt zu diversen Kämpfen.
Dabei macht ein Kämpfer die Schmuggler auf sich aufmerksam: Ah Tang ("Dorian" Tan Tao Liang) beherrscht ein herausragendes KungFu!

Sie "kaufen" ihn, eine Prostituierte (Woo Gam aka Hu Chin) soll ihn zudem bei Laune halten. Ah Tang geht gegen die patriotischen Bestrebungen vor.
Er hat eine Cousine (Wan Lau-Mei), bei der er wohnt. Und später ist da noch Cousin Chung (Wong Fei-Lung), gegen den er kämpft, da auch dieser den Schmugglern Widerstand entgegensetzt.

Doch endlich zeigt Ah Tang Einsicht, und kämpft gegen die, die sich gegen das chinesische Volk stellen.
Es kommt zu brutalen Kämpfen, und schließlich auf einer der Schmuggel-Schiffe zum entscheidenden Show-Down gegen Kao und dessen Männer....!


Fazit:

Ich hatte mir ein bisschen mehr von diesem Eastern versprochen, in dem Superfighter "Dorian" Tan Tao Liang in seiner 2. Film-Rolle überhaupt auftrat.
Es hapert hier doch ziemlich an der Umsetzung einer indes doch sehr simplen Story: Ein etwas unerfahrener und naiver junger Mann agiert zunächst für Kollaborateure und Schmuggler, zeigt dann geläuterte Einsicht, und geht gegen die Bösen vor.

Das ist in der ersten Stunde ziemlich inkohärent, mit Menschen die schreien und umherlaufen, mit viel rohem Gebalge und einigem Durcheinander zusammengeschustert. Und weiße Untertitel auf weißem Hintergrund kommen zudem nicht so besonders gut, und machen das Verständnis für deutsche Betrachter die der chinesischen Sprache nicht so mächtig sind, schwierig.

In nüchtern-zweckmäßigen Kulissen, der für derlei Fließband-Produktionen aus Hongkong in jenen Jahren des Hypes um Bruce Lee und dessen neue Realistik im harten Handkanten-Genre kostengünstig-typischer Atmosphäre, bekommt "Tornado of Pearl River" nach fast einer Stunde denn noch so einigermaßen die Kurve, erhält dieser Streifen denn den Drive eines knallharten KungFu-Actioners.
Das liegt vor allem an den klasse KungFu-Skills, dieser fast einmaligen Technik von Tan Tao Liang, der hier in den letzten Sequenzen dieses Films seine knallhart-ruppige One-Man-Show mit KungFu-Action fast NonStop abzieht.

Eines ist ganz klar: Nur die KungFu-Action von Tan Tao Liang im letzten Viertel dieses Films, hievt den ansonsten inszenatorisch eher mauen Film noch auf mittleres Gesamt-Niveau.
Aber das ist es ja, warum man sich einen Eastern ansieht, zumindest im Abgang noch kernige Kämpfe und passable KungFu-Action, die dieser Streifen dann noch bietet.
Das war dann noch einigermaßen okay. Wie so oft, wenn Story, Umsetzung und Atmosphärisches wenig überzeugen können, haut die KungFu-Action zum Schluss die Sache noch raus. Auch hier ist das so, wenn man das alles noch wohlwollend betrachten tut.

Tan Tao Liang ist hier der Held, lässt sich naiv von den Bösewichten "kaufen", ist fast mit einem Mal geläutert, und fightet dann gegen die Villains.
Wie immer mit Hundeblick und limitiertem Spiel, doch er ist natürlich viel eher ein Fighter, und zeigt eine saustarke KungFu-Technik mit High-Kicks und dymamischen Sprung-Tritten inklusive.
Im Finale hat er denn seine -leider noch gesplittete- "One-Man-Show" die das Beste am Film ist.

An seiner Seite Wong Fei-Lung, der etwas untergeht, seine Cousine im Film wird von der aparten, wie hier in ihrer Rolle hilflos wirkenden Wan Lau-Mei noch ganz tapfer verkörpert.
Sie können dem Helden nur wenig Halt geben, was auch am schwachen Script liegt.
Woo Gam (aka Hu Chin) agiert als Prostituierte, die jedoch mit Bedacht und Einfühlung, denn sogar eher noch den Draht zum Helden findet, und es gibt ein paar fast melancholische Szenen.

Die Villains sind gar ziemlich prominent besetzt, mit Han Ying-Chieh -3 Jahre zuvor in "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser website) noch Teil der Legende Bruce Lee´s- Miao Tien und Lee Wan Chung, die feige und verschlagen wirken, doch irgendwie untergehen.
Mang Chiu-Fan ist der Ober-Böse, als arrogant-schmieriger Banden-Boss im Anzug, mit Oberlippenbärtchen und Zigaretten-Verlängerung, sowie eher ungelenkem Kampfstil. Aber gegen ihn sind die anderen Villains fast farblos.

Wichtigstes, zum Schluss noch der Raushauer, ist die KungFu-Action die vor allem natürlich vom Können Tan Tao Liang´s lebt.
Er, der hier erst in seiner zweiten Film-Rolle zu sehen ist, verfügt über eine hohe Agilität, eine starke, klassische KungFu-Technik mit hohen Tritten/Sprungtritten, das bringt den Drive in diese Kämpfe. Noch ´ne Drehung mit Tritt, und noch ´ne Drehung mit Tritt, aber der Fan freut sich, da endlich Technik mit Drive.
Zuvor gab´s eher nur Gebalge, ER bringt die visuell doch eher ansprechende Technik hier hinein. Und man kann als eingefleischter Eastern-Fan und Vielseher des Genres mit "Tornado of Pearl River" dann doch noch einigermaßen leben.

Ein insgesamt eher durchschnittlicher KungFu-Film, 5,5/10.

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